de.wedoany.com-Bericht: LTG Infra hat im April 2026 offiziell mit den Entwurfsarbeiten für den Kaunaser Knotenpunktabschnitt der Rail Baltica begonnen, der als einer der technisch anspruchsvollsten Abschnitte im Korridor von Polen nach Lettland gilt. Laut einer Ankündigung von LTG Infra muss der Kaunaser Knotenpunkt die europäische Normalspur in einer dichten städtischen Umgebung mit dem bestehenden Breitspurnetz integrieren. Gleichzeitig sind der Ausbau des multimodalen Terminals Palemonas, die Modernisierung der Bahnhofsinfrastruktur und der Bau einer Brücke über den Fluss für das Wasserkraftwerk Kaunas als Schlüsselprojekte geplant.
Die strategische Komplexität des Kaunaser Knotenpunkts ergibt sich aus dem Zusammentreffen zweier Spurweitesysteme. Die europäische Normalspur von 1435 mm muss mit dem im postsowjetischen Raum verwendeten Breitspurnetz von 1520 mm zusammengeführt werden, sodass die Planer ein integriertes Konzept entwickeln müssen, das beide Eisenbahnstandards vereint. Die Bauarbeiten müssen in bereits bebauten Gebieten vorangetrieben werden und erfordern eine präzise Abstimmung mit dem bestehenden Straßennetz, städtischen Versorgungsleitungen und der umgebenden Stadtstruktur. Sämtliche Arbeiten müssen den EU-TEN-T-Netzstandards entsprechen, was eine doppelte Herausforderung für die Ingenieursplanung und Logistik darstellt.
LTG Infra richtete 2025 eine Designabteilung für die Rail Baltica ein, die als spezialisiertes Zentrum für Hochgeschwindigkeitsbahn-Design positioniert ist. Laut LTG Infra-CEO Vytis Žalimas arbeitet die Abteilung nach dem in Europa üblichen hybriden Liefermodell. Ein Teil der Entwurfsarbeiten wird über öffentliche Ausschreibungen an externe Partner vergeben, während andere Aufgaben mit internen Ressourcen bewältigt werden. Žalimas betont, dass bei Infrastrukturprojekten in urbanisierten Gebieten zunächst grundlegende Entscheidungen getroffen werden müssen; die eigentliche Entwurfsarbeit könne dann mit Unterstützung von Fachpartnern effizient voranschreiten. Das langfristige Ziel der Abteilung ist es, Erfahrungen im Hochgeschwindigkeitsbahn- und modernen Infrastrukturdienst zu sammeln, um diese technischen Fähigkeiten künftig auch über Litauens Grenzen hinaus exportieren und die weitere Ausdehnung des europäischen Normalspurnetzes in der Region unterstützen zu können.
Mykolas Dumbrava, Leiter der Rail-Baltica-Designabteilung, gab bekannt, dass der internationale Bahnhof Kaunas nach Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitsstrecke einen höheren täglichen Fahrgastaufkommen verzeichnen wird als der Hauptstadtbahnhof Vilnius – etwa das Dreifache des derzeitigen Verkehrsaufkommens. Dies werde Kaunas zu einem bedeutenden Passagier- und Logistikzentrum im Ostseeraum machen. Die Abteilung habe bereits Fachkräfte mit Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsbahn-Design eingestellt und ziehe auch im Ausland lebende litauische Experten zurück in ihre Heimat.
Der Start der Entwurfsarbeiten für den Kaunaser Knotenpunkt markiert eine neue Phase im litauischen Abschnitt der Rail Baltica. Der Korridor soll die drei baltischen Staaten mit Polen verbinden und über Polen Anschluss an das europäische Normalspurnetz herstellen. Bereits im Januar 2026 hatte LTG Infra eine internationale öffentliche Ausschreibung für den Entwurf des 54 km langen Abschnitts von Panevėžys zur litauisch-lettischen Grenze gestartet. Für den 114 km langen Abschnitt von Kaunas nach Panevėžys wurde 2025 ein Bauvertrag unterzeichnet; auf einem 9 km langen Vorabschnitt haben bereits die Arbeiten am Oberbau begonnen.
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