de.wedoany.com-Bericht: Amazon Web Services (AWS) kündigte am 28. April auf der Veranstaltung „What‘s Next with AWS“ in San Francisco die Einführung von zwei KI-gesteuerten Unternehmensanwendungen an – Amazon Connect Talent und Amazon Connect Decisions, die auf Rekrutierungsmanagement- bzw. Supply-Chain-Entscheidungsszenarien abzielen. Dies markiert den offiziellen Vorstoß von AWS vom Bereich der Cloud-Infrastruktur in den Markt für Unternehmensanwendungssoftware. Amazon benennt außerdem sein bisheriges Amazon Connect Contact Center Produkt in Amazon Connect Customer um, das zusammen mit dem im letzten Monat eingeführten Amazon Connect Health eine Matrix aus insgesamt vier agentenbasierten KI-Lösungen bildet.
Julia White, Chief Marketing Officer bei AWS, sagte in einem Interview vor der Veröffentlichung, dass Amazon im Bereich Software-as-a-Service kein großes bestehendes Geschäft zu schützen habe: „Das erlaubt es uns, Produkte wirklich agentenorientiert zu entwickeln, was für andere Unternehmen schwieriger wäre.“ Colleen Aubrey, Senior Vice President für angewandte KI-Lösungen bei AWS, beschrieb die Einführung dieser neuen Produkte als den „Tag Null“-Moment ihres Teams und meinte, mit etwas Glück könnten einige dieser vier Anwendungen zu echten Erfolgsprodukten werden.
Amazon Connect Decisions ist ein KI-Agenten-Tool für Supply-Chain-Manager. Seine Kernfähigkeiten stammen aus Amazons eigener über 25-jähriger Supply-Chain-Erfahrung mit der Verwaltung von über 400 Millionen Bestandseinheiten. Das Tool verfügt über mehr als 25 integrierte Fachmodelle und hilft Logistikteams, schnell Produktbedarfsprognosen in Tabellenform zu erstellen, Auswirkungen von Angebots- und Nachfrageänderungen zu bewerten und Entscheidungsunterstützung bei Lieferkettenunterbrechungen zu bieten. Wenn Lieferanten Verzögerungen verursachen oder Werbeaktionen die Erwartungen übertreffen, kann Connect Decisions in wenigen Minuten Angebots-Nachfrage-Analysen durchführen, die zuvor manuell mehrere Tage in Anspruch genommen hätten, und Planern helfen, den Einflussbereich frühzeitig einzugrenzen. Das System hält den Menschen stets im Kern des Entscheidungszyklus – die KI erstellt Szenarioprognosen und Planungsvorschläge, während die endgültigen Entscheidungen weiter in der Verantwortung der Geschäftsleitung liegen, um eine untrennbare Verbindung zwischen agentenbasierten Fähigkeiten und menschlicher Aufsicht zu gewährleisten.
Amazon Connect Talent hingegen ist ein KI-gesteuertes Massenrekrutierungssystem, das Sprachanrufinterviews durchführen und Kandidaten anhand ihrer Fähigkeiten bewerten kann. Das System stützt sich direkt auf die Erfahrungen aus Amazons eigenem Rekrutierungsbetrieb – allein in der Weihnachtssaison 2025 stellte Amazon etwa 250.000 Saisonarbeiter ein. Der aus diesen Massenrekrutierungsprozessen gewonnene Erfahrungsschatz wurde productized in Connect Talent integriert. Das System kann rund um die Uhr KI-Interviews durchführen, Aufzeichnungen automatisch organisieren und so den Rekrutierungsprozess erheblich verkürzen. AWS weist darauf hin, dass Bewerber darüber informiert werden, dass der Interviewprozess von einer KI durchgeführt wird; die dazugehörige Sprach- und Interaktionserfahrung wird kontinuierlich optimiert, um Natürlichkeit und Nutzungsgefühl zu verbessern.
Die Veröffentlichung der beiden neuen Produkte vertieft den Wettbewerb von Amazon mit Cloud-Konkurrenten wie Microsoft und Oracle sowie mit einigen seiner größten Kunden, darunter Salesforce. Gartner schätzt die Unternehmensausgaben für SaaS-Produkte im Jahr 2025 auf rund 300 Milliarden US-Dollar, die Kernbereiche wie Vertriebsmanagement, Personalwesen und Geschäftsplanung abdecken – ein Markt, in dem Amazon bisher kaum vertreten war. Colleen Aubrey räumte in einem Interview ein, dass dieser Schritt eine „neue Dynamik“ für den Cloud-Gigant schaffen könnte, da er nun gleichzeitig direkt mit Kunden wie Salesforce konkurrieren und ihnen Cloud-Infrastrukturdienste bereitstellen würde.
Auf technischer Ebene kündigte AWS gleichzeitig an, dass in den kommenden Wochen das leistungsstärkste GPT-Modell von OpenAI für AWS-Nutzer geöffnet wird. Microsoft hatte zuvor mit seiner frühen Milliardeninvestition exklusive Wiederverkaufsrechte für OpenAI-Produkte über mehrere Jahre inne; diese Exklusivität wurde nun beendet. AWS-CEO Matt Garman sagte, die Einführung des OpenAI-Modells in AWS sei ein lang gehegter starker Wunsch der Kunden gewesen; einige der neuesten OpenAI-Modelle wurden bereits am Tag der Ankündigung für eine Vorschau bereitgestellt. AWS führte außerdem ein Upgrade für den Desktop-KI-Agenten Amazon Quick ein, der Daten zwischen gängigen Tools wie Microsoft 365, Google Workspace, Slack und Zoom plattformübergreifend abrufen und Aufgaben proaktiv ausführen kann. Für Entwickler hat AWS die Bedrock-Agent-Core-Plattform aktualisiert und mit einer neuen „Managed Agent Toolbox“ und einer Befehlszeilenschnittstelle die Einrichtungszeit für Agent-Projekte von Tagen auf Minuten verkürzt, um den Zyklus von der Idee bis zur Produktion zu beschleunigen.
Die Anwendungen Amazon Connect Decisions und Amazon Connect Talent befinden sich beide in der Vorschauphase und stehen AWS-Kunden zur Erprobung zur Verfügung. Amazon versucht, durch KI-Agenten und Automatisierungswerkzeuge seinen Cloud-Infrastrukturvorteil auf den Bereich der Unternehmensanwendungen auszudehnen und im riesigen SaaS-Markt eine neue Wachstumsdynamik zu gewinnen.
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