BASF eröffnet BioHub-Fermentationsanlage in Ludwigshafen – Investition in zweistelliger Millionenhöhe
2026-05-25 16:15
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de.wedoany.com-Bericht: BASF Agricultural Solutions hat am Standort Ludwigshafen eine neue Fermentationsanlage namens BioHub in Betrieb genommen, die der Produktion von biologischen und biotechnologischen Pflanzenschutzmitteln dient. Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen wichtige biologische Wirkstoffe intern im industriellen Maßstab herstellt.

BASF bezeichnet die Investition als „einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag". Ziel ist es, das BioSolutions-Portfolio zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit in einem Markt zu verbessern, der etwa doppelt so schnell wächst wie der für traditionelle chemische Pflanzenschutzmittel.BioHub-Fermentationsanlage von BASF in Ludwigshafen

Die Anlage nutzt mikrobielle Fermentation, um nachwachsende Rohstoffe wie Glukose in zwei prioritäre biologische Wirkstoffe umzuwandeln. Der erste ist Bacillus amyloliquefaciens, die Basis für das biologische BASF-Fungizid Serifel, das für Obst, Gemüse und Zierpflanzen zugelassen ist. Der zweite ist der Hauptbaustein von Inscalis, einem neuartigen Insektizid auf Basis des Stammes Penicillium coprobium, das zu den ersten kommerziellen Vertretern einer neuen Klasse biologisch gewonnener Insektizide gehört und darauf abzielt, Resistenzen gegen traditionelle Chemikalien zu bekämpfen.

„Indem wir die Fermentationsproduktion intern ansiedeln, verknüpfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungskompetenz direkt mit der industriellen Fertigung und können so biotechnologische Innovationen beschleunigen und anpassen", sagte Dr. Melanie Bausen-Wiens, Mitglied des Vorstands von BASF Agricultural Solutions.

Zuvor bezog BASF Fermentationsprodukte über externe Auftragshersteller – eine branchenübliche Praxis, die jedoch zu langen Lieferzeiten und Lieferketten-Anfälligkeiten führt, insbesondere weil die Aktivität lebender Mikroorganismenkulturen bei langen Transportwegen abgebaut werden kann. Durch die Internalisierung dieses Prozesses erzielt BASF drei strukturelle Vorteile: eine schnellere Reaktion auf Nachfrageschwankungen, eine strengere Kontrolle der Stabilität der aktiven Kulturen und die Möglichkeit, Produktionsparameter bei veränderten Formulierungen schnell anzupassen. Der Standort Ludwigshafen bietet zudem logistische und verfahrenstechnische Infrastruktur-Synergien, die für unabhängige biologische Anbieter schwer zu reproduzieren sind.

Biologische Produkte – darunter Biofungizide, Bioinsektizide, Biostimulanzien und mikrobielle Impfmittel – sind das am schnellsten wachsende Segment im globalen Pflanzenschutzmarkt, dessen Wert von derzeit rund 17 Milliarden US-Dollar auf voraussichtlich 43 Milliarden US-Dollar im Jahr 2035 steigen soll. Der Umsatz von BASF im Bereich Agricultural Solutions belief sich 2025 auf 9,6 Milliarden Euro, wobei das BioSolutions-Portfolio eine über dem Konzerndurchschnitt liegende Wachstumsrate verzeichnete.

Die Europäische Union schränkt synthetische Wirkstoffe zunehmend ein. Der BASF-Wettbewerber Syngenta verlor 2026 aufgrund eines Schweizer Gerichtsurteils das wichtige Fungizid Chlorothalonil, was zeitlich mit dem Ausbau der internen Versorgung von BASF zusammenfällt und eine Nachfrage nach biologischen Alternativen schafft. „Mit dieser neuen Fermentationsanlage haben wir eine skalierbare und flexible Plattform geschaffen, die unser BioSolutions-Portfolio stärkt und gleichzeitig eine stabile und zuverlässige Versorgung unserer Kunden sicherstellt", sagte Maximilian Becker, Mitglied des Vorstands von Agricultural Solutions.

Die Inbetriebnahme des BioHub erfolgt zu einer Zeit, in der auch Wettbewerber ähnliche Schritte unternehmen. Syngenta übernahm im Mai 2026 Intrinsyx Bio, um sein Portfolio an Biologika für Nährstoffeffizienz zu stärken. Corteva integrierte Stoller und Symborg unter der Marke Corteva Biologicals und baut den Vertrieb in Nordamerika und Europa aus. Bayer Crop Science investiert weiterhin im Rahmen seines Fünfjahresplans in Biologika.

Unternehmen, die lebende mikrobielle Wirkstoffe zuverlässig intern produzieren, formulieren und ausliefern können, werden strukturelle Kosten- und Qualitätsvorteile gegenüber jenen haben, die auf Fermentation durch Dritte angewiesen sind – ein Trend, den BASF nutzt. BASF gab an, dass die kommerzielle Produktion der wichtigsten Wirkstoffe im Jahr 2026 begonnen hat und die ersten kommerziellen Chargen noch in diesem Jahr an Kunden ausgeliefert werden. Die BioHub-Plattform ist so konzipiert, dass sie mit zunehmender Reife weiterer Forschungspipelines für zukünftige Erweiterungen bereit ist.

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