de.wedoany.com-Bericht: In der Küstenstadt Santos im brasilianischen Bundesstaat São Paulo führen häufige Riesenwellen zu massiven Sandablagerungen in den küstennahen Entwässerungskanälen. Die Stadtverwaltung ist gezwungen, mit schwerem Gerät kontinuierlich zu entschlammen, um das städtische Entwässerungssystem funktionsfähig zu halten und das Risiko von Überschwemmungen zu verringern.
Nach Angaben der Regionalverwaltung für Küsten- und Mittelzone bewegen die Riesenwellen bei jedem Ereignis etwa 2.000 bis 3.000 Tonnen Sedimente entlang des Sandstrandes. Die Kraft der Wellen verändert die natürliche Verteilung des Sandes am Strand und drückt einen Teil des Sandes in die Entwässerungskanäle. Die Sedimente aus den Kanälen 4, 5 und 6 sammeln sich schließlich hauptsächlich in den Kanälen 1, 2 und 3 an und behindern den Wasserabfluss.
Um dem Problem zu begegnen, setzt die Stadtverwaltung am Strand hydraulische Bagger, Lader, Tieflöffelbagger, Muldenkipper und andere Geräte ein und entsendet Entwässerungsteams. Die Dauer der Arbeiten hängt von der Stärke der Riesenwellen und der Menge der Sandablagerungen ab und beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen. Unterstützt werden die Maßnahmen von der Stadtverwaltung und dem städtischen Dienstleistungsunternehmen Prodesan.
Rodrigo Paixão, Bezirksbürgermeister der Küsten- und Mittelzone, erklärte, dass die Räumungsarbeiten nicht nur die am stärksten von der Verlandung betroffenen Kanäle umfassen, sondern auch den Rücktransport des gereinigten Sandes an seinen Ursprungsort, insbesondere an die Strandabschnitte, die durch die Riesenwellen Sand verloren haben. Diese Dynamik führt dazu, dass sich der Kreislauf aus Sandentfernung, -transport und -rückverfüllung bei jeder neuen Wetterlage wiederholt. Santos muss sich auf die ständige Sedimentbewegung zwischen Strand und Entwässerungsstrukturen einstellen.

Der aus den verlandeten Kanälen entfernte Sand wird entlang des Strandes transportiert und an den Stellen wieder aufgebracht, die Material verloren haben. Gleichzeitig müssen die Kanäle frei bleiben, um die Regenwasserableitung zu gewährleisten und das Risiko von Überschwemmungen auf den angrenzenden Straßen zu verringern.
Bei den Arbeiten mit schwerem Gerät am Strand muss ein Gleichgewicht zwischen Wendigkeit und Sicherheit gefunden werden, um ein Einsinken im Sand oder Gefahren für Strandbesucher zu vermeiden. Während der Arbeiten leiten die Teams die Öffentlichkeit und planen die Fahrtrouten der Lastwagen. Paixão wies darauf hin, dass schwere Lastwagen Gefahr laufen, im Sand stecken zu bleiben, und nicht langsam fahren können. Daher sei es notwendig, Personal zur Wegbereitung einzusetzen, um Unfälle zu verhindern.
Die Stadtverwaltung beobachtet Veränderungen im Verhalten der Riesenwellen. Diese Ereignisse treten nicht mehr nur im Herbst und Winter auf, sondern auch im Sommer, was die Vorhersagbarkeit der Instandhaltungsmaßnahmen verringert. Paixão erklärte, dass Riesenwellen vor zehn Jahren nur im Winter und Herbst auftraten, heute jedoch auch im Sommer häufig vorkommen.
Lauro Aguiar, der als Ingenieur an der Verwaltung des Entwässerungsvertrags beteiligt ist, sagte, dass eine direkte Ursachenzuschreibung der veränderten Wellenmuster an den Klimawandel eine breitere und tiefgreifendere Analyse erfordere. Ohne eine Bestätigung arbeite die Stadtverwaltung auf der Grundlage der beobachteten Auswirkungen, darunter Kanalverlandung, Sandverlust und Meerwassereinbruch.

Um die Auswirkungen der Riesenwellen zu verringern, prüft die Stadtverwaltung vorbeugende Maßnahmen, darunter Wellenschutztore, Rückschlagventile, erweiterte Geotextilsäcke sowie die Verstärkung von Steinmauern entlang bestimmter Küstenabschnitte. Diese Vorschläge sind Teil des städtischen Programms ProCanais, das die Wiederherstellung, Instandhaltung und Modernisierung der städtischen Kanäle von Santos zum Ziel hat. Débora Mandaji, Biologin und Vertragsmanagerin für die Entwässerung im Sekretariat der Regionalverwaltung, betonte, dass das Hauptaugenmerk auf der Aufrechterhaltung des Wasserabflusses liege. Die Sandablagerungen verringerten die Effizienz der Kanäle und erhöhten das Überschwemmungsrisiko.
Débora beschrieb dies als „einen Ringkampf mit der Natur“: Der aus Kanal 3 entfernte Sand wird zu Kanal 5 transportiert, und die nächste Riesenwelle könnte den Sand von Kanal 5 zurück zu Kanal 3 bringen.
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