de.wedoany.com-Bericht: Deutschland Der Medizintechnikhersteller Stoffel hat in seiner unterirdischen Werkstatt in Tuttlingen durch die Einführung des Präzisionsmesssystems BLUM (BLUM-Novotest) mikrometergenaue Herausforderungen in der Fertigung mikrochirurgischer Instrumente gelöst. Die Qualitätsrate von Produkten wie neurochirurgischen Mikrozangen konnte von 65 % auf 98 % gesteigert und die Lieferzeit um 40 % verkürzt werden.
Die von Stoffel hergestellten Biopsiezangen haben eine Maulweite von nur 0,8 mm und eine Schneidkantendicke von 0,01 mm – weniger als ein Fünftel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Beim Schließen müssen die beiden Schneidkanten absolut bündig anliegen. Die Werkstatt befindet sich im Keller ohne Klimaanlage. Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie häufige Werkzeugwechsel führen zu thermischer Ausdehnung und Kontraktion der Maschinen. Herkömmliche Temperaturkompensationsmodelle sind im Mikrometerbereich wirkungslos. Früher benötigten die Maschinen täglich etwa 20 Minuten Aufwärmzeit, und die Erststückqualität lag nahezu bei null.
Der Z-Pico-Taster von BLUM ist mit einer extrem niedrigen Messkraft von 0,1 N ausgelegt und kann Mikrowerkzeuge mit einem Durchmesser von 0,05 mm sicher messen, mit einer Wiederholgenauigkeit von ±0,2 Mikrometern. Die fotoelektrische Auslösung erfolgt ohne mechanischen Kontakt, wodurch Verschleiß vermieden wird. Das System etabliert zudem eine dynamische Temperaturkompensationsstrategie: Nach der Grobbearbeitung werden kritische Punkte gemessen und Kompensationswerte berechnet, vor der Feinbearbeitung werden die thermischen Ausdehnungsdaten des Werkzeugs hinzugefügt, und die Kompensationskoeffizienten werden durch die Messung jedes Bauteils dynamisch aktualisiert.
Für die Herstellung von Griffen runder chirurgischer Instrumente bietet BLUM das Lasersystem LaserControl Micro Compact NT an, das berührungslos gleichzeitig Z- und Y-Achsendaten erfasst und über eine integrierte Druckluftdüse zur Reinigung des Messbereichs verfügt. Dadurch werden Messfehler vermieden, die zuvor durch in den Referenznuten steckengebliebene Späne verursacht wurden.
Nach der Einführung des BLUM-Systems verkürzte sich die Aufwärmzeit der Maschinen von 20 Minuten auf zwei bis drei Leerläufe. Die Erststückqualität stieg auf über 95 %, und die Produktionsstabilität über den gesamten Tag verbesserte sich deutlich. Die Kompensationswerte werden automatisch vom System überwacht. Überschreitet ein anomaler Wert 0,04 mm, stoppt die Maschine automatisch, um Werkzeugkollisionen und Schäden an der Hauptspindel zu vermeiden.

Am Beispiel der neurochirurgischen Mikrozange: Die Schneidkantendicke muss 0,01 mm betragen und beim Schließen spaltfrei sein. Nach der Einführung der Echtzeitmessung mit Z-Pico und der dreidimensionalen Kalibrierung mit LaserControl stieg die Qualitätsrate von 65 % auf 98 %, und die Lieferzeit verkürzte sich um 40 %. Stoffel gibt an, dass Chirurgen ein gleichmäßiges Handling des Instruments bestätigen, was eine zuverlässige Unterstützung bei Operationen bietet.




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