de.wedoany.com-Bericht: Bosch Engineering hat auf Basis des Maserati-Nettuno-3,0-Liter-V6-Biturbo-Benzinmotors einen Wasserstoffmotor entwickelt, der eine maximale Leistung von rund 480 kW (ca. 653 PS) und ein Spitzendrehmoment von 880 Nm liefert.
Dieser Motor verfügt über zwei Turbolader und eine Trockensumpfschmierung. Bei der Umrüstung zum Wasserstoffmotor blieben Kernkomponenten wie Zylinderkopf und Turbolader im ursprünglichen Design erhalten. Im Basismotor wurden lediglich die Kolben entscheidend modifiziert – durch Optimierung der Kolbenform und Absenkung des Verdichtungsverhältnisses kann der Motor bei hohen Drehzahlen mehr Leistung und bessere Performance abrufen.
Zu den weiteren Anpassungen gehören das Einspritzsystem, die Zündanlage und das Motorsteuergerät (ECU). Das ursprüngliche Kraftstoffsystem kombinierte Direkteinspritzung und Saugrohreinspritzung; die aktuelle Version setzt auf Boschs moderne Wasserstoff-Direkteinspritzung (Hydrogen Direct Injection) mit HIDI-LCV-Injektoren.
Davide Danesin, Leiter der Maserati-Entwicklung, erklärte, der Nettuno sei ein hochentwickelter Motor, der kontinuierlich herausragende Zuverlässigkeit, Effizienz und Anpassungsfähigkeit unter Beweis stelle. Der Motor verfüge über eine extrem hohe strukturelle Festigkeit und könne sehr hohe Zylinderdrücke verkraften, weshalb er sich besonders für die Umrüstung zum Wasserstoffmotor eigne.

Um das Potenzial wasserstoffbetriebener Rennwagen zu validieren, ging Bosch Engineering 2021 eine strategische Partnerschaft mit Ligier Automotive ein und entwickelte den Wasserstoff-Rennwagen-Prototypen Ligier JS2 RH2. Dieses Fahrzeug debütierte im Juni 2023 bei den 24 Stunden von Le Mans. Seitdem absolvierte der Wagen bei Streckentests unter verschiedenen Wetterbedingungen rund 8.000 Kilometer ohne technische Störungen, was die Zuverlässigkeit des Systems bestätigte. Die kontinuierliche Optimierung führte zu einer weiteren Verbesserung des Wasserstoffantriebs, der bei noch geringeren Emissionen eine höhere Leistung und ein besseres Drehmoment bietet.
Jacques Nicolet, Präsident von Ligier Automotive, betonte, das Projekt Ligier JS2 RH2 zeige die Ergebnisse der kombinierten komplementären Fachkompetenz der drei Partner. Die Zusammenarbeit mit Bosch Engineering und Maserati ermögliche es allen Beteiligten, das Potenzial von Wasserstoff im Motorsport voll auszuschöpfen und Leistung mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Er verwies auch auf ein wichtiges Kapitel der Ligier-Markengeschichte: Der erste Ligier JS2 mit 3,0-Liter-Maserati-V6-Motor gewann 1974 die Tour Auto. Er ergänzte, das Team entwickle nicht nur ein Rennfahrzeug zur Validierung, sondern ebne auch den Weg für künftige Anwendungen wie emissionsarme Rennstrecken-Erlebniswagen mit Maserati-Motorentechnik und Bosch-Wasserstoffsystem.
Ingo Mauel, Leiter von Bosch Motorsport, erklärte, das zentrale Thema von Bosch Motorsport bei den 24 Stunden von Le Mans in diesem Jahr sei weiterhin Nachhaltigkeit. Der weiterentwickelte Wasserstoffmotor auf Basis des Maserati-Nettuno-Benzinmotors markiere eine neue Phase der Bosch-Präsentation alternativer Antriebstechnologien im Motorsport. Er betonte, die strategische Partnerschaft mit Ligier Automotive bilde die Grundlage für Fahrzeugentwicklung und -tests, während die Zusammenarbeit mit Maserati dem Motor eine erstklassige Plattform biete. Die Integration der Fachkompetenzen sei der Schlüssel, um nachhaltige Hochleistungstechnologien schneller in den Straßeneinsatz zu bringen.
Der mit dem Wasserstoffmotor ausgestattete Ligier JS2 RH2 wird am 13. Juni 2026 auf der Strecke der 24 Stunden von Le Mans eine Demonstrationsrunde (Demo Lap) absolvieren und während der gesamten Rennwoche im H2 Village ausgestellt.
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