Lettische Fluggesellschaft Air Baltic reicht Geschäftsplan ein und strebt 150 Millionen Euro Finanzierung an
2026-06-03 16:29
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de.wedoany.com-Bericht: Der lettische Verkehrsminister Atis Svinka erklärte kürzlich, dass der neue Geschäftsplanentwurf von Air Baltic dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt wurde. Der Plan zielt darauf ab, die Finanzen zu stabilisieren und die langfristige Entwicklung des Unternehmens voranzutreiben. Bereits im Frühjahr wurden externe Berater mit der Ausarbeitung der Strategie beauftragt.

Air Baltic steht unter hohem Kostendruck und muss jährlich rund 56,2 Millionen Euro Zinsen für die im Jahr 2024 begebenen Anleihen in Höhe von 380 Millionen Euro zahlen. Derzeit bereitet die Fluggesellschaft eine Kapitalerhöhung vor, deren Mittel das lettische Finanzministerium aus dem Haushalt bereitstellt. Die Lufthansa, die 10 % der Anteile an Air Baltic hält, hat klar erklärt, sich nicht an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, erklärte im Mai in Frankfurt, dass Air Baltic weiterhin ein wichtiger Wetlease-Partner der Lufthansa sei, die jedoch keine weiteren Investitionen wünsche und die lettische Regierung in der Verantwortung sehe. Die Lufthansa hatte zuvor 14 Millionen Euro für die Beteiligung investiert, um die Zusammenarbeit im Wetlease-Geschäft zu vertiefen, bei dem Air Baltic Flugzeuge und Besatzungen bereitstellt.

Die finanzielle Lage von Air Baltic verschlechtert sich weiter. Der saisonale Verlust im ersten Quartal 2026 stieg von 29,3 Millionen Euro im ersten Quartal 2025 auf 70,1 Millionen Euro, während der Umsatz im gleichen Zeitraum 149,1 Millionen Euro betrug. Die Auswirkungen des Iran-Krieges auf den Kerosinpreis könnten die Lage weiter verschärfen – der Treibstoffbedarf von Air Baltic für 2026 ist nur zu 10 % durch Preisverträge abgesichert.

Laut Medienberichten benötigt Air Baltic spätestens bis September neue Mittel in Höhe von bis zu 150 Millionen Euro. Weder Air Baltic noch die lettische Regierung haben die genauen finanziellen Anforderungen bekannt gegeben oder diese Zahl dementiert. Details zum neuen Geschäftsplan sind noch nicht veröffentlicht, aber die Unternehmensführung deutete an, dass künftig das eigene Streckennetz gestärkt und der Anteil des Wetlease-Geschäfts reduziert werden soll.

Air Baltic Airbus A220-300 in Riga

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