de.wedoany.com-Bericht: Jan-Willem Klinkenberg, Director Business Development für die nordische Region (einschließlich Großbritannien, Skandinavien und Benelux) bei TGW Logistics, erklärte auf der LogiMAT, dass die verwöhnten Erwartungen der Verbraucher – etwa die Hoffnung, bestellte Waren noch am selben Abend oder am nächsten Morgen zu erhalten – die Nachfrage nach Lagerautomatisierung antreiben, insbesondere in Bereichen, die über Nacht oder unter extremen Temperaturbedingungen arbeiten.
Der in Österreich gegründete Logistik-Hardwarehersteller und Integrator blickt auf 55 Jahre Erfahrung zurück. Zu seinen Kernkompetenzen zählen automatisierte Hochregallager, Behälter-Kransysteme, Shuttles und Fördertechnik sowie End-to-End-Lösungen vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Klinkenberg betonte, dass die Automatisierungslösungen des Unternehmens keine Einheitslösungen seien; die Anforderungen jedes Kunden wiesen Nuancen auf, und die Entscheidung für eine Automatisierung müsse auf Basis der Kapitalrendite getroffen werden.

Auf der LogiMAT präsentierte TGW Logistics mehrere auf den Markt zugeschnittene Lösungen, darunter den leicht erweiterbaren Beutelsorter SmartPocket, die flexible „Ware-zum-Mann"-Kommissionierlösung LivePick sowie das von Künstlicher Intelligenz angetriebene, vollautomatische Einzelstück-Kommissioniersystem RovoFlex. Klinkenberg ist der Ansicht, dass Automatisierung nicht den Menschen ersetzt, sondern repetitive Aufgaben übernimmt und Unternehmen dabei hilft, zentrale Herausforderungen wie Arbeitskräfte, Produktivität und Betriebskosten zu bewältigen. Bei der Planung von Lagerautomatisierung achten Kunden zunehmend auf die Gesamtbetriebskosten (TCO) und verlangen von Anbietern einen Ausblick auf die technologische Entwicklung in den nächsten fünf bis fünfzehn Jahren.
Angesichts aggressiver Marktneulinge aus anderen Regionen erklärte Klinkenberg, dass das Unternehmen es vorziehe, sich selbst treu zu bleiben, sich auf die eigenen Ziele zu konzentrieren und gleichzeitig offen für Kooperationen zu sein. So wird LivePick beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem AMR-Spezialisten Safelog produziert, und TGW Logistics hat Partnerschaften mit Unternehmen wie Hai Robotics und Opex Corporation geschlossen. Die Produkte des Unternehmens finden breite Anwendung in den Bereichen Lebensmittel, Lebensmittelhandel und Mode; zu den Kunden zählen Urban Outfitters, Puma und Zara.
Mit Blick auf zukünftige Automatisierungstrends wies Klinkenberg darauf hin, dass Produktzusatzkombinationen an Bedeutung gewinnen; RovoFlex und der SmartPocket-Sorter fallen in diese Kategorie. Er nannte als Beispiel einen Lebensmittelkunden, bei dem RovoFlex für 30 % der Produktarten eingesetzt wird, während dieser Anteil bei einem Modekunden bis zu 50 % betragen kann. Gleichzeitig amortisieren sich Geräte wie Kartonverpackungsmaschinen bei einem täglichen Betrieb von 16 Stunden innerhalb eines Jahres und werden zudem intelligenter.

Klinkenberg empfiehlt Automatisierungsneulingen, klein anzufangen: „Groß denken, aber zunächst mit einer kleinen Anwendung beginnen. Wenn sich der Wert zeigt, kann man schrittweise erweitern." Abschließend fasste er zusammen, dass das Unternehmen keine Büroklammern in Kartons verkaufe, sondern bestrebt sei, ein vertrauenswürdiger Berater zu sein, der die Schmerzpunkte der Kunden in Bezug auf Arbeitskräfte und Produktivität verstehe und das eigene Lösungsportfolio prüfe, um Hilfe zu bieten. Für ein projektorientiertes Unternehmen könne es von der Beratung bis zur Vertragsunterzeichnung manchmal ein Jahr, manchmal fünf Jahre dauern – es sei ein fortlaufender Prozess.
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