Infineon integriert quantenresistente TPM-Sicherheitslösung in Nvidia Jetson Thor
2026-06-04 16:46
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de.wedoany.com-Bericht: Am 3. Juni gab Infineon Technologies bekannt, dass das OPTIGA TPM SLB 9672 in die Nvidia Jetson Thor-Plattform integriert wird, um eine hardwarebasierte Vertrauenswurzel für Robotik- und autonome Systeme bereitzustellen. Die Lösung richtet sich an Physical-AI-Geräte und adressiert zentrale Herausforderungen wie Schlüsselschutz, Systemintegritätsverifizierung, Remote-Attestierung und Post-Quanten-Sicherheitsupgrades.

Diese Integration zielt auf die Sicherheitsbasis von Robotern ab, die vom Labor zur skalierbaren Bereitstellung übergehen. Sobald Industrieroboter, Logistikroboter, medizinische Assistenzgeräte und humanoide Roboter in Fabriken, Lagerhäuser, Krankenhäuser und öffentliche Räume gelangen, beschränken sich die Sicherheitsrisiken nicht mehr nur auf Datenlecks, sondern beeinträchtigen auch Geräteaktionen, Produktionskontinuität, Personensicherheit und Compliance-Verantwortung. Als Rechenplattform für Robotik und Edge-KI benötigt Jetson Thor eine verifizierbare Sicherheitsbasis für Gerätestart, Software-Updates, Speicherung von Modellschlüsseln, Kommunikationsverschlüsselung und Lebenszyklusmanagement. Infineon integriert nun den vom Anwendungsprozessor unabhängigen TPM-Sicherheitschip in diese Plattform, sodass Entwickler Verschlüsselungsschlüssel auf Chipebene speichern und durch gemessenen Start und Remote-Attestierung überprüfen können, ob der Software-Stack authentisch, vollständig und unverändert ist.

Das TPM ermöglicht den hardwarebasierten Schutz von KI-Modellschlüsseln, verschlüsselter Kommunikation und signierten Over-the-Air-Updates.

Die Besonderheit von Physical-AI-Geräten liegt darin, dass sie die reale Umgebung wahrnehmen, physische Aktionen ausführen und kontinuierlich mit der Cloud, Edge-Plattformen und Unternehmensverwaltungssystemen verbunden sein müssen. Mit dem Übergang von Einzelgeräte-Pilotprojekten zur Flottenbereitstellung müssen Unternehmen nicht nur Rechenleistung, Sensoren, Aktoren und Energiemanagement berücksichtigen, sondern auch, ob jedes Gerät über einen konsistenten vertrauenswürdigen Identitätsnachweis, einen nachvollziehbaren Softwarezustand und einen prüfbaren Sicherheitsupdate-Pfad im Langzeitbetrieb verfügt. Infineon betont, dass das OPTIGA TPM durch ein physisch isoliertes Design sowie FIPS- und Common Criteria-Zertifizierungen eine vom Hauptprozessor unabhängige Sicherheitswurzel bietet. Der Firmware-Update-Mechanismus integriert Post-Quanten-Sicherheitsschutz, und die zukünftige Roadmap wird auch die 2024 von NIST standardisierten ML-KEM- und ML-DSA-Algorithmen abdecken. Für Roboterhersteller wird die Frage, ob solche Sicherheitsfähigkeiten bereits in der Architekturphase vorgesehen sind, direkten Einfluss darauf haben, ob zukünftige Produkte den EU Cyber Resilience Act, den EU AI Act, die IEC 62443-Anforderungen für industrielle Systemsicherheit sowie Compliance-Trends in den Bereichen Medizin und Automobil erfüllen können.

Infineon betrachtet den Halbleiterbedarf für Robotik zudem in einem umfassenderen Systemkontext. Humanoide Roboter benötigen das Zusammenspiel mehrerer Chipkategorien wie Sensorik, Aktorik, Leistungsmanagement, Konnektivität und Sicherheit. Das Unternehmen schätzt den Halbleitergehalt pro humanoidem Roboter auf etwa 500 US-Dollar, wobei Sicherheitskomponenten mit zunehmender regulatorischer Reife eine wichtigere Rolle einnehmen werden. Mit der ökologischen Integration von Unternehmen wie Nvidia und Infineon rund um Roboterplattformen verlagert sich die Robotiksicherheit von Software-Patches und externem Schutz hin zu Chip, Startkette, Geräteidentität und langfristigen Update-Mechanismen. Für den Einsatz von Physical-AI-Geräten in anspruchsvollen Szenarien wie Industrie, Medizin und Logistik wird eine hardwarebasierte Sicherheitswurzel zu einem grundlegenden Element, das vor der skalierbaren Bereitstellung implementiert werden muss.

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