Spanischer Nationaler Forschungsrat entwickelt weltweit erstes Werkzeug zur Erkennung von Windenergiedürren
2026-06-06 10:12
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de.wedoany.com-Bericht: Ein Forschungsteam des Zentrums für Wüstenbildungsforschung (CIDE, Centre for Desertification Research) – einer gemeinsamen Einrichtung des Spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC), der Universität Valencia (Universitat de València) und der Regionalregierung von Valencia (Generalitat Valenciana) – hat den Standardisierten Windgeschwindigkeitsindex (Standardized Wind Speed Index, SWSI) entwickelt. Dieser Index misst und vergleicht die Verfügbarkeit von Windenergie an jedem Ort der Welt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Atmospheric Research veröffentlicht.

Spanischer Nationaler Forschungsrat (CSIC) entwickelt weltweit erstes Werkzeug zur Erkennung von Windenergiedürren

Mit zunehmender Elektrifizierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien ist es ebenso wichtig zu verstehen, wann der Wind verschwindet, wie zu wissen, wo er am stärksten weht. Das Forschungsteam analysierte ein halbes Jahrhundert Windgeschwindigkeitsaufzeichnungen von 2264 Wetterstationen in Amerika, Europa, Asien und Ozeanien. Nach strenger Qualitätskontrolle wurden diese in standardisierte Skalen umgewandelt, um den SWSI zu konstruieren. Der Forschungsleiter Miguel Andrés Martín erklärte, dass der Index die Schwere von Windenergiedürren an jedem Ort objektiv messen könne, unbeeinflusst von klimatischen Unterschieden zwischen den Regionen.

Das Team validierte die Wirksamkeit des Index durch Tests der Windenergiedürre-Ereignisse im Westen der USA im Jahr 2015 und im Vereinigten Königreich im Jahr 2021, die beide zu einem Rückgang der Windstromproduktion um 20 % führten. Die Daten zeigen, dass der Index für das US-Ereignis einen statistisch einmal in sechzig Jahren auftretenden Wert erreichte; das britische Ereignis war keine einmalige Anomalie, sondern zog sich über das gesamte Jahr hin und hatte eine Wiederkehrperiode von fast 70 Jahren. Dieses Werkzeug hilft Stromnetzbetreibern, Energieunternehmen und Regierungen, Produktionsrückgänge vorherzusagen und widerstandsfähigere Energiesysteme zu planen.

Windenergiedürren stehen oft im Zusammenhang mit atmosphärischen Blockaden. Die Forscher weisen darauf hin, dass das sogenannte „Stilling“-Phänomen – eine allmähliche Abnahme der durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten an vielen Orten der Welt – vom SWSI erfasst wurde. Es zeigte sich eine Häufung von Windenergieknappheitsereignissen in Europa seit Ende der 1990er Jahre sowie eine allgemeine Abschwächung der globalen Windgeschwindigkeiten zwischen 1995 und 2010. Die aktuellen Aufzeichnungen liegen immer noch unter dem Niveau von vor vier Jahrzehnten. Klimaprognosen deuten darauf hin, dass eine verstärkte globale Erwärmung Windenergiedürren im Mittelmeerraum häufiger machen könnte.

Windmangel beeinträchtigt nicht nur die Stromerzeugung, sondern führt auch zu einer verringerten Schadstoffausbreitung, einer Verschlechterung der städtischen Luftqualität, einer Verstärkung des städtischen Wärmeinseleffekts, einer Zunahme der Häufigkeit tropischer Nächte und verändert die Transpiration von Pflanzen sowie das Wassermanagement. Das Team ist der Ansicht, dass der SWSI nicht nur im Energiesektor, sondern auch in der Stadtplanung, Landwirtschaft, öffentlichen Gesundheit und Anpassung an den Klimawandel eingesetzt werden sollte. Das Climatoc-Lab-Team des CIDE entwickelt derzeit spezielle Visualisierungswerkzeuge zur Überwachung der Windverhältnisse in Spanien. Diese Plattform wird Regierungen, Unternehmen und der Öffentlichkeit helfen, die Windenergieressourcen zu verstehen und die Auswirkungen zukünftiger Windenergiedürren vorherzusagen.

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