de.wedoany.com-Bericht: Der finnische Telekommunikationsbetreiber Elisa hat in Zusammenarbeit mit der finnischen Marine und dem Grenzschutz einen Test zur Überwachung von Seekabeln durchgeführt. Das System wird als automatisierter Dienst entwickelt, der bei ungewöhnlichen Ereignissen wie einem herannahenden Schiff, das einen Anker schleift, automatisch Warnungen an die zuständigen Behörden und die Eigentümer kritischer Infrastruktur sendet.

Der Test nutzte die Technologie der verteilten akustischen Sensorik (DAS), die die Umgebung durch die Analyse von Veränderungen des reflektierten Lichts aufgrund von Vibrationen in Glasfaserkabeln erfasst. Das Kabel selbst wird so zu einem Sensor, der akustische Signale in der Nähe erfassen kann. Elisas Seekabel waren zuvor in der Ostsee mehrfach durch verdächtige Vorfälle beschädigt worden. Der jüngste Vorfall ereignete sich im Dezember 2025, als ein Schiff mit einem schleifenden Anker eines der Seekabel des Unternehmens beschädigte. Elisa gab damals jedoch an, dass der Vorfall keine wesentlichen Betriebsunterbrechungen verursacht habe. Ein Schiff aus Russland wurde verdächtigt, daran beteiligt gewesen zu sein. Mehrere Vorfälle werden als Teil eines hybriden Krieges gegen Europa betrachtet. Auch im Jahr 2024 gab es ähnliche Vorfälle, darunter die Durchtrennung eines Stromkabels.
Um die Auswirkungen von Kabeldurchtrennungen zu verringern, setzen Seekabelbetreiber in der Regel auf Strategien wie die Erhöhung der Redundanz und die Möglichkeit, den Datenverkehr bei Störungen umzuleiten. Dies ist auch der Grund, warum Elisa bei dem jüngsten Vorfall keine wesentlichen Unterbrechungen erlitt. Bei einem Vorfall im Jahr 2024 beliefen sich die Kosten für die Kabelreparatur Berichten zufolge jedoch auf mindestens 60 Millionen Euro (etwa 70 Millionen US-Dollar).
Elisa ist nicht das einzige Telekommunikationsunternehmen, das die DAS-Technologie erforscht. Das Netzwerk von British Openreach wird bereits vom Wasserversorger Affinity Water und dem Technologieunternehmen Lightsonic zur Überwachung von Lecks genutzt. Auch das französische Unternehmen Orange testet mit der Lightsonic-Technologie die gleiche Anwendung. Da Europa zunehmend Wert auf die Stärkung der Verteidigung legt, erschließen Telekommunikationsunternehmen mehrere neue sicherheitsrelevante Bereiche für ihre Technologien.
In einer kürzlichen Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen der Deutschen Telekom erklärte CEO Tim Höttges, das Unternehmen werde „weiterhin in die Rüstungsindustrie und Verteidigung investieren, da die Digitalisierung nach den Erfahrungen aus der Ukraine für neue Verteidigungssysteme von entscheidender Bedeutung ist“. Die Deutsche Telekom hat bereits mit dem deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall zusammengearbeitet, um einen Luftschutzschild für Berlin und andere Städte zu errichten. Darüber hinaus hat Orange im vergangenen Sommer eine eigenständige Abteilung für Verteidigungs- und Sicherheitsakteure eingerichtet und im März dieses Jahres einen Drohnenerkennungsdienst eingeführt. Dies ist auch eine Anwendung des Projekts von Vodafone in Zusammenarbeit mit Tiami, das sich auf integrierte Sensorik und Kommunikation (ISAC) konzentriert.
Im Mai dieses Jahres unterzeichnete British Telecom (BT) einen fünfjährigen Sicherheitsverbindungsvertrag mit BAE Systems. Berichten zufolge gehört BT auch zu den 26 Unternehmen, die einen Auftrag zur Entwicklung eines KI-Zielsystems für das britische Militär erhalten haben.
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