de.wedoany.com-Bericht: Botswana bemüht sich um eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Oman, um eine strategische Beteiligung an De Beers zu erwerben und so seinen Einfluss auf die nationale Diamantenindustrie zu stärken. Präsident Duma Boko erklärte, dass Botswana zuverlässige und seriöse Partner suche, während Anglo American den Verkauf seiner 85-prozentigen Beteiligung an De Beers vorantreibe. Boko besuchte Anfang dieses Jahres Oman, nachdem er zuvor Gespräche mit dem Staatsfonds des Landes über die Finanzierung einer Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an De Beers offengelegt hatte.
Botswana hat zudem Gespräche mit Namibia und Angola geführt, um Möglichkeiten zur Ausweitung seines Einflusses auf De Beers zu erkunden. Die Diamantenindustrie, die rund 80 % der Exporteinnahmen und etwa ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts Botswanas ausmacht, ist der weltweit größte Produzent von Rohdiamanten. In den letzten Jahren wurde die Branche jedoch stark von Preisrückgängen, schwächerer Nachfrage aus China, Konkurrenz durch Labordiamanten und Unsicherheiten im Zusammenhang mit US-Zöllen getroffen. Die Marktschwäche belastet die Staatsfinanzen Botswanas und führte dazu, dass S&P Global Ratings in diesem Jahr seine Bonitätsbewertung herabstufte.
Botswana hält derzeit 15 % der Anteile an De Beers und besitzt ein Vorkaufsrecht für die Anteile von Anglo American. Analysten zufolge wird der künftige Anteilsbesitz von behördlichen Genehmigungen, kartellrechtlichen Prüfungen und Verhandlungen mit konkurrierenden Bietern abhängen.
Anglo American verkauft De Beers im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung, nachdem das Unternehmen 2024 ein 49 Milliarden US-Dollar schweres Übernahmeangebot von BHP (ASX, LSE: BHP) abgewehrt hatte. Seither konzentriert sich der Bergbauriese wieder auf Kupfer und Eisenerz und trennt sich von anderen Vermögenswerten außerhalb dieser Prioritäten. Anfang dieses Jahres senkte Anglo American den Buchwert von De Beers auf 2,3 Milliarden US-Dollar, was die anhaltende Schwäche des Diamantenmarktes widerspiegelt. Der Großteil der Diamantenförderung des Unternehmens findet in Botswana statt, was diesen Verkauf zu einer der am stärksten beachteten Transaktionen in der Branchengeschichte macht.
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