Indiens SJVN: Rund 16 GW erneuerbare Energien vergeben, nur etwa 6 GW mit Stromabnahmeverträgen unterzeichnet
2026-06-06 14:22
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de.wedoany.com-Bericht: Der staatliche indische Stromproduzent SJVN hat in einer aktuellen Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen offengelegt, dass die Diskrepanz zwischen den ausgeschriebenen Kapazitäten für erneuerbare Energien und der tatsächlichen Nachfrage der Stromverteilungsunternehmen zunimmt, was eine der größten Herausforderungen für die Branche der sauberen Energien darstellt. Der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer Bhupender Gupta erklärte, dass die Durchführungsstelle für erneuerbare Energien zwar im Bereich Solar-, Wind- und Hybridenergie umfangreiche Kapazitäten vergeben habe, die Unterzeichnung von Stromabnahmeverträgen (PSA) jedoch deutlich hinterherhinke.

Am Beispiel von SJVN: Das Unternehmen hat insgesamt rund 16 GW an Projekten für erneuerbare Energien in den Bereichen Solar-, Wind-, Hybrid- und Speichertechnologie vergeben, aber nur etwa 6 GW an Stromabnahmeverträgen formell unterzeichnet. Gupta wies darauf hin, dass die Ursache des Problems darin liege, dass eine große Anzahl von Ausschreibungen gleichzeitig auf den Markt komme, während die tatsächliche Nachfrage der Stromverteilungsunternehmen bei weitem nicht dieses Niveau erreiche. Laut dem Unternehmen ist dieses Phänomen nicht auf SJVN beschränkt, sondern auch bei den wichtigsten Ausschreibungsstellen für erneuerbare Energien weit verbreitet.

Derzeit gehen die staatlichen Versorgungsunternehmen bei der Strombeschaffung zunehmend vorsichtiger vor und neigen dazu, ihre Beschaffungspläne an langfristige Ressourcenverfügbarkeitspläne und Netzbedürfnisse zu koppeln. Gupta erklärte, dass die Bundesstaaten nicht mehr nur unabhängige Beschaffungen von erneuerbaren Energien anstreben, sondern eine Kombination aus Solar-, Wind-, Wasser- und Kohlekraftwerken bewerten, um die Stromversorgung rund um die Uhr und zu Spitzenlastzeiten zu decken. Dieser Trend hat Bedenken geweckt, ob die bereits vergebenen Projekte langfristige Stromabnahmeverträge erhalten können. SJVN räumt ein, dass mit den weiter sinkenden Strompreisen in neuen Auktionen und der Neubewertung des Beschaffungsbedarfs durch die staatlichen Versorgungsunternehmen ein Teil der vergebenen Kapazitäten Gefahr laufe, keinen Abnehmer zu finden.

Trotz des kurzfristigen Drucks bleibt SJVN optimistisch hinsichtlich der Nachfrage nach erneuerbaren Energien, insbesondere bei Lösungen für grünen Strom, die mit Speicher- und regelbaren Eigenschaften ausgestattet sind. Das Management wies darauf hin, dass sich die zukünftige Beschaffung mehr auf „Solar-+Batteriespeichersysteme (Solar-plus-BESS)“, Hybridprojekte und „Feste regelbare erneuerbare Energien (FDRE)“-Lösungen verlagern werde, anstatt sich auf einzelne unabhängige Solarprojekte zu stützen. Gupta erklärte, dass die Gesamtnachfrage nach erneuerbaren Energien nicht sinken werde, sich aber die Nachfragestruktur verändere.

Um dieser Veränderung Rechnung zu tragen, hat SJVN in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Haryana Batteriespeichersysteme (BESS) mit einer Kapazität von 2000 MWh vergeben. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass mit dem Ausbau der installierten Kapazität erneuerbarer Energien in Indien die Speicherung eine Schlüsselrolle bei der Erhöhung der Durchdringung erneuerbarer Energien und der Abschwächung der Fluktuationsprobleme spielen wird.

Im Solarbereich hält SJVN weiterhin an seinem Expansionstempo fest. Im Geschäftsjahr FY26 nahm das Unternehmen das 1000-MW-Solarprojekt Bikaner in Rajasthan sowie ein Solarprojekt in Assam in Betrieb, womit die neu hinzugekommene Solarkapazität in diesem Geschäftsjahr 1070 MW betrug. SJVN plant, im Geschäftsjahr FY27 rund 1555 MW Solarkapazität und im Geschäftsjahr FY28 weitere 650 MW hinzuzufügen. Die Netzinfrastruktur bleibt jedoch ein wesentlicher Engpass. Aufgrund der verspäteten Lieferung von Netzausgleichsgeräten, die nach den überarbeiteten Vorschriften installiert werden müssen, ist das Bikaner-Projekt derzeit mit einer Abregelung von etwa 120 MW konfrontiert, ein Problem, das voraussichtlich bis Oktober 2026 gelöst sein wird. Das Unternehmen warnte zudem, dass einige kurz vor der Inbetriebnahme stehende Projekte in der erneuerbaren Energiezone Khavda in Gujarat aufgrund von Verzögerungen bei der Netzanschlussverbindung vorübergehend abgeregelt werden könnten.

SJVN erklärte, dass sich die Projektpipeline des Unternehmens mit der Entwicklung der Branche hin zu festen regelbaren erneuerbaren Energien zunehmend in den Bereichen Solar-, Wind-, Hybrid- und Speichertechnologie diversifiziere. Das Management erwartet, dass in zukünftigen Ausschreibungen mehr Projekte mit Hybrid- und Speicherbeteiligung auftauchen werden, da die Stromverteilungsunternehmen nach zuverlässiger sauberer Energie suchen, die die Netzstabilität unterstützen kann.

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