de.wedoany.com-Bericht: Das von Ronja Rappold, Philipp Keller und Michael Reiter gemeinsam geleitete Teno Bioworks-Projekt entwickelt eine Technologie zur Umwandlung von Kohlendioxid in Industrierohstoffe, um die CO₂-Emissionen und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in der Chemieindustrie zu bewältigen. Rappold weist darauf hin, dass die Chemieindustrie etwa 6 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verursacht, während rund 96 % der Alltagsprodukte von dieser Branche hergestellt werden.
Der Kern der Technologie besteht darin, über grünes Methanol als Zwischenschritt gasförmiges CO₂ zunächst in flüssiges Methanol umzuwandeln, das dann als Rohstoff für die bakterielle Fermentation dient. Im Gegensatz zu CO₂ ist Methanol flüssig, leicht zu lagern, zu transportieren und präzise zu dosieren, was es für industrielle Anwendungen besser geeignet macht. Aufbauend auf jahrelanger Forschung im Labor von Julia Vorholt, Professorin für Mikrobiologie an der ETH Zürich, hat das Forschungsteam den Stoffwechsel eines bereits in großem Maßstab industriell eingesetzten Bakteriums so umprogrammiert, dass es Methanol anstelle von Zucker als Nährstoff nutzen kann, um einen klimaneutralen chemischen Produktionsweg zu schaffen.
Als Plattformtechnologie kann dieses Verfahren durch Anpassung der Mikrobenprogrammierung verschiedene Produkte wie Kosmetikrohstoffe, Dämmmaterialien und nachhaltige Kunststoffe herstellen. Derzeit wurde der Prozess im Labor validiert und erste Hochskalierungsschritte erfolgreich durchgeführt. Das Projekt plant die Gründung eines Spin-offs, bei dem Rappold als Chief Operating Officer die strategische Ausrichtung verantwortet und mit Industriepartnern die Anwendungsszenarien der Technologie bewertet. Sie betont, dass die Lösung wirtschaftlich wettbewerbsfähig sein muss, um nachhaltige Produktionsweisen zum Industriestandard zu machen.
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