Harbour Energy nutzt SAP-Toolchain für M&A-getriebenes schnelles Wachstum
2026-06-10 09:01
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de.wedoany.com-Bericht: Die Harbour Energy Group nutzt die integrierte SAP-Toolchain, um bei ihrem durch Fusionen und Übernahmen getriebenen schnellen Wachstum eine effiziente Integration zu erreichen. Auf der kürzlich in Toulouse stattfindenden SAP Energy & Utilities TAC Insights Conference teilte Graham Young, Vice President of EMS Operations des Unternehmens, seine technische Architektur und Managementstrategie.

Zur Frage, warum Öl und Gas auch heute noch wichtig sind, wies Young darauf hin, dass die globale Energienachfrage kontinuierlich steige, während erneuerbare Energien derzeit nur einen sehr kleinen Teil des Energieverbrauchs ausmachten. Auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Welt müssten Öl und Gas weiterhin sicher gefördert werden, insbesondere in Bereichen wie Schwerlastverkehr und Chemie, wo Alternativen begrenzt seien, sei Rohöl unverzichtbar. Erdgas spiele als Energiequelle und Rohstoff für die Wasserstoffproduktion eine Schlüsselrolle bei der kohlenstoffarmen Transformation.

Harbour Energy ist eines der weltweit größten und geografisch breitesten unabhängigen Öl- und Gasunternehmen und wurde 2014 von der Private-Equity-Gesellschaft EIG Global Energy Partners gegründet. Sein Entwicklungsweg unterscheidet sich grundlegend von dem traditioneller Energieriesen. Young erklärte, das Unternehmen habe stets versucht, ein schwieriges Problem zu lösen: Wie man Skaleneffekte erzielt und gleichzeitig die Agilität eines Start-ups bewahrt. In einem Unternehmen, das durch Übernahmen wächst und mehrere ERP-Systeme betreibt, bestehe die Rolle der Technologie nicht darin, ein einziges System zu erzwingen, sondern Systeme zu verbinden, Erkenntnisse zu standardisieren und Veränderungen zu beschleunigen.

Durch eine aggressive M&A-Strategie hat Harbour Energy in etwa zehn Jahren Vermögenswerte von Branchenriesen wie Shell erworben und sich schnell auf elf Länder ausgeweitet. Seine Kernkompetenz besteht darin, Übernahmen in der Regel innerhalb eines Jahres zu integrieren. Ein Verantwortlicher erklärte, dass viele Unternehmen nach einer Übernahme aufgrund von Systemausfällen oder Prozesskonflikten in Schwierigkeiten gerieten, während Harbour sich darauf konzentriere, neue Vermögenswerte schnell zu stabilisieren, Synergien zu heben und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.

In Bezug auf den technischen Ansatz treibt Harbour nicht blind ein einziges großes ERP-System voran, sondern betreibt bei Bedarf mehrere ERP-Systeme, konzentriert sich auf den Aufbau einer geeigneten Architektur und verbindet Prozesse über Tools. Diese Flexibilität sei ein großer Vorteil für ein Unternehmen, das kontinuierlich neue Geschäfte erwirbt.

Aufgrund des Betriebs mehrerer ERP-Systeme ist Komplexität unvermeidlich. Die integrierte SAP-Toolchain, einschließlich der LeanIX-Lösung, des Signavio-Portfolios sowie der Testautomatisierungstools von Tricentis und SAP Cloud ALM, schafft Transparenz in einer ansonsten fragmentierten Umgebung, indem sie Prozesse koordiniert, Fähigkeiten verbindet und eine einheitliche Sicht bietet. Vor der Implementierung der Toolchain waren Prozesse in Excel und PDFs versteckt, und das Unternehmen hatte keinen klaren Überblick über Redundanzen oder Ineffizienzen. Mit der Toolchain hat Harbour die Anzahl der HR-Systeme von mehreren Dutzend halbiert und 33 verschiedene Methoden zur Abrechnung von Reisekosten auf eine einzige reduziert.

Die Toolchain hat die Transformationsgeschwindigkeit erheblich erhöht. Traditionelle Transformationsplanungszyklen dauerten bis zu 24 Monate; mit Prozessmodellierung und Standardvorlagen können kritische Designzyklen manchmal in vier bis sechs Wochen abgeschlossen werden. Darüber hinaus tragen Testautomatisierung und Anwendungslebenszyklus-Management-Tools dazu bei, Betriebsüberraschungen während der Einführung zu reduzieren, was in Branchen mit hohen Ausfallkosten von entscheidender Bedeutung ist. Durch die Verbindung von Systemen und Prozessen ermöglicht die Toolchain Kostentransparenz zwischen Geschäftseinheiten und priorisiert Investitionen auf Basis realer Daten, was direkt die finanzielle Disziplin und die Wertschöpfung für Aktionäre unterstützt.

Für übernahmebasierte Unternehmen liegt der größte Wert der Toolchain darin, schnell die Systemlandschaft eines übernommenen Unternehmens zu kartieren und mit dem Kernmodell von Harbour zu vergleichen, um zu bestimmen, was beibehalten, stillgelegt oder migriert werden soll. Die Strukturierung und Visualisierung von Prozessen bietet auch eine Grundlage für die Einführung von Automatisierungs- und KI-Tools. Standardisierte Arbeitsabläufe und Prozesslandkarten sind Inputs für KI, und digitale Einführungsplattformen führen Benutzer durch die Systeme.

Young fasste die Kernfunktionen der SAP-Toolchain in drei Motoren zusammen: den Transparenzmotor (ermöglicht End-to-End-Geschäftstransparenz), den Standardisierungsmotor (koordiniert Prozesse, Systeme und Fähigkeiten weltweit) und den Beschleunigungsmotor (beschleunigt M&A-Integration und Transformationsbereitstellung). Young fasste zusammen, dass die Toolchain es dem Unternehmen ermögliche, durch Übernahmen aggressiv zu wachsen, ohne an Komplexität zu scheitern – dies sei im Wesentlichen der Unterschied zwischen chaotischer Expansion und kontrolliertem, skalierbarem Wachstum.

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