de.wedoany.com-Bericht: Das Schweizer Beratungsunternehmen Pexapark gab in seinem monatlichen Bericht bekannt, dass der europäische Markt für Stromabnahmeverträge (PPA) für Energiespeicher im Juni zwei neue zweijährige BESS-Verträge verzeichnete. In Deutschland unterzeichnete Eco Stor mit Shell und Next Kraftwerke eine Vereinbarung über ein unabhängiges Energiespeichersystem; in Frankreich schlossen Elements und Eclipse einen Vertrag über ein Hybridprojekt aus Photovoltaik und BESS ab.

Der Bericht zeigt, dass der PPA-Markt wieder an Dynamik gewonnen hat. Global Switch aus Großbritannien unterzeichnete einen zehnjährigen Photovoltaik-Stromabnahmevertrag mit einem nicht genannten Vertragspartner; das norwegische Industrieunternehmen Elkem schloss eine siebenjährige Vereinbarung mit Statkraft; die US-amerikanische Southern California Edison Company schloss mit einem Konsortium aus EDF Renewables North America und Masdar einen fünfzehnjährigen Hybridvertrag für Photovoltaik und Speicher ab; die Southern California Public Power Authority unterzeichnete mit EDF Renewables North America einen dreißigjährigen Photovoltaik-Vertrag; Kronos Titan aus Deutschland schloss mit RWE einen fünfundzwanzigjährigen Photovoltaik-PPA ab.
In Bezug auf regulatorische Trends ist Pexapark der Ansicht, dass die europäischen Länder zunehmend Wert auf Flexibilität legen. In Deutschland wird eine Netzentgeltreform namens AgNes diskutiert, die ab 2029 kapazitätsbasierte Gebühren für Stromerzeugung, Speicher und Elektrolyseure einführen soll, jedoch zuvor entwickelte oder gebaute BESS-Projekte davon ausnehmen würde.
In Polen steigert die zunehmende Volatilität auf den Ausgleichs- und Reserveenergiemärkten die potenzielle Rentabilität von Energiespeichersystemen als flexible Kapazitätsanbieter. In Italien führen Unsicherheiten aufgrund jüngster regulatorischer Eingriffe zu Preisänderungen und Neuverhandlungen auf dem PPA-Markt.
Pexapark weist darauf hin, dass die Reifung des europäischen Energiespeichermarktes die Entwicklung neuer Vertragsstrukturen vorantreibt, um die Finanzierbarkeit von BESS-Projekten zu verbessern. Dabei erregt eine Finanzvertragsstruktur namens Top-to-Bottom (TBx) Aufmerksamkeit. Dieses Instrument zielt darauf ab, das Risiko von Strommarktvolatilitäten teilweise abzudecken, ohne die operative Kontrolle über die Anlage zu übertragen.
Im Gegensatz zu konventionellen erneuerbaren Kraftwerken erzielen Batterien Einnahmen aus mehreren Quellen wie Energiearbitrage, Frequenzregelung, Reserveenergie und Intraday-Märkten, was die Prognose ihrer zukünftigen Einnahmeentwicklung erschwert. Eine vollständige Exposition gegenüber dem Spotmarkt maximiert zwar das Ertragspotenzial, erschwert jedoch die Finanzierung. Während Tolling-Verträge durch garantierte Einnahmen eine höhere Stabilität bieten, erfordern sie die Übertragung der Betriebsführung an die Vertragspartei, was das Aufwärtspotenzial des Projekts einschränkt.
TBx-Verträge versuchen, eine Position zwischen diesen beiden Ansätzen einzunehmen, indem sie Einnahmeunsicherheiten durch eine Finanzstruktur adressieren. Der Mechanismus basiert auf einem finanziellen Swap auf der Grundlage der Day-Ahead-Preisdifferenz: Der Batterieeigentümer erhält eine feste Zahlung und gleicht anschließend eine variable Spanne basierend auf der beobachteten Marktvolatilität aus. Typischerweise bezieht sich der Referenzpreis auf die Differenz zwischen den höchsten und niedrigsten stündlichen Strompreisen des Tages, beispielsweise berechnet auf Basis des TB2-Index (Durchschnitt der zwei teuersten und zwei günstigsten Stunden auf dem Day-Ahead-Markt).
Das Hauptrisiko dieser Verträge ist das Basisrisiko. Da die Abrechnung auf einem theoretischen Marktindex und nicht auf den tatsächlichen Einnahmen der Anlage basiert, kann es zu erheblichen Abweichungen zwischen den Vertragszahlungsströmen und der tatsächlichen Batterieleistung kommen. Faktoren wie Nichtverfügbarkeit, Degradation, Energieverluste oder Betriebsbeschränkungen können dazu führen, dass die Anlage die im Referenzindex abgebildeten Preisdifferenzen nicht realisieren kann.
Aus finanzieller Sicht bietet TBx eine teilweise Einnahmeabsicherung, die zur Verbesserung der Finanzierbarkeit von Projekten beiträgt. Finanzinstitute und Investoren analysieren jedoch noch die Korrelation zwischen den Day-Ahead-Preisdifferenzen und den Gesamteinnahmen der Batterie, bevor sie diese Produkte als vollständig finanzierbare Instrumente betrachten können. Die Etablierung transparenterer Referenzindizes und eine stärkere Standardisierung der Verträge werden entscheidende Faktoren für die Akzeptanz dieses Produkts auf dem europäischen Energiespeichermarkt in den kommenden Jahren sein.
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