de.wedoany.com-Bericht: China hat den Bau des weltweit ersten windenergieversorgten Unterwasser-Rechenzentrums abgeschlossen und in Betrieb genommen. Das Projekt befindet sich im neuen Lingang-Gebiet der Shanghai Pilot Free Trade Zone und wurde unter Beteiligung von Haiyun Technology und China Communications Construction Company realisiert. Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,6 Milliarden Yuan, die installierte Gesamtleistung 24 Megawatt. Es nutzt eine technische Route, die direkte Offshore-Windstromversorgung mit natürlicher Meerwasserkühlung kombiniert.
Der Kernwert dieses Unterwasser-Rechenzentrums liegt darin, die Recheninfrastruktur von landgestützten Rechenzentren auf den Meeresraum auszudehnen. Herkömmliche Rechenzentren benötigen große Mengen an Land, Strom und Kühlressourcen. Insbesondere nach dem rasanten Wachstum von KI-Training, Inferenz, Cloud-Computing und Big-Data-Diensten steigen der Energieverbrauch und der Kühlbedarf der Serverräume kontinuierlich. Das Lingang-Projekt in Shanghai platziert die Datenkapseln auf dem Meeresboden, nutzt die stabile niedrige Temperatur des Meerwassers zur natürlichen Kühlung und bezieht gleichzeitig Strom aus nahegelegenen Offshore-Windparks. Dadurch entsteht eine integrierte Lösung für Serverbetrieb, Kühlsystem und grüne Energie. Das Projekt ist in zwei Phasen geplant. Die erste Demonstrationsphase hat eine installierte Leistung von 2,3 Megawatt und umfasst hauptsächlich die Modernisierung des landgestützten Kontrollzentrums, den Bau neuer vertikaler Datenkapseln sowie die Verlegung des 35-kV-Hauptseekabels.
Die geplante Stromnutzungseffizienz des Projekts liegt bei nicht mehr als 1,15, und die Versorgungsrate mit Grünstrom übersteigt 95 %.
Ein Unterwasser-Rechenzentrum bedeutet nicht einfach, Server ins Meer zu stellen, sondern erfordert eine Systemintegration aus Meerestechnik, Rechenzentren, Kommunikationsnetzen, Stromversorgungssystemen und intelligentem Betrieb. Die Datenkapseln müssen über Fähigkeiten zur Abdichtung, Korrosionsbeständigkeit, Druckfestigkeit, Wärmeableitung und langfristig stabilen Betrieb verfügen; die Seekabel müssen gleichzeitig die Anforderungen an Stromübertragung und Kommunikationsverbindung erfüllen; das landgestützte Kontrollzentrum ist für Rechenlastverteilung, Geräteüberwachung, Fehlerwarnung und Fernwartung zuständig. Im Vergleich zu gewöhnlichen landgestützten Serverräumen ist die spätere Wartung von Unterwasser-Rechenzentren schwieriger und stellt höhere Anforderungen an die vorherige Planung, Gerätezuverlässigkeit und Überwachungssysteme.
Für die Informations- und Kommunikationsindustrie bietet das Windenergie-Unterwasser-Rechenzentrum ein neues technisches Beispiel für die Ökologisierung von KI-Rechenleistung. Mit dem wachsenden Bedarf an Rechenressourcen durch KI-Anwendungen verlagert sich der Fokus beim Bau von Rechenzentren von der reinen Vergrößerung der Rack-Kapazitäten hin zu Energieeffizienz, Grünstromanteil, Landverbrauch und Wasserverbrauch. Die Kombination von Offshore-Windenergie und Unterwasser-Rechenzentren kann in Küstenregionen ein neues Modell der Recheninfrastruktur schaffen: „Stromerzeugung auf See, Kühlung unter Wasser, Steuerung an Land". Dies wird die Nachfrage in den Wertschöpfungsketten für Server, Seekabel, Datenkapseln, Meeresausrüstung, Temperaturkontrollsysteme, Stromumwandlungsgeräte, Netzübertragung und Fernwartungsplattformen ankurbeln.
Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die langfristige Betriebsleistung der ersten Demonstrationsphase, den Fortschritt der zweiten Ausbauphase, die Serverwartungskosten, die Überwachung der Auswirkungen auf die Meeresumwelt und die Frage, ob dieses Modell auf weitere Küsten-Rechenknoten übertragbar ist. Bei stabilem Betrieb wird das Windenergie-Unterwasser-Rechenzentrum in Shanghai Lingang eine wichtige Referenz für den Aufbau einer grünen Recheninfrastruktur in China darstellen und möglicherweise eine neue Integration von Offshore-Erneuerbaren, Meerestechnik und der Rechenzentrumsindustrie vorantreiben. Für die Bereitstellung von Rechenleistung im KI-Zeitalter liegt die Bedeutung solcher Projekte nicht nur im Bau eines neuen Serverraums, sondern in der Erforschung eines digitalen Infrastrukturpfads mit geringerem Energieverbrauch, weniger Landverbrauch und einem höheren Anteil an Grünstrom.
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