Der französische Baumarkt steht im Jahr 2024 vor zahlreichen Herausforderungen: Die reale Produktion dürfte um 3,2 % zurückgehen, vor allem aufgrund hoher Energiepreise, Inflationsdrucks und Haushaltsdefiziten. Daten des französischen Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (INSEE) zeigten, dass der Geschäftsklimaindex in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % fiel und sich nach einem Rückgang von 4,4 % im Jahr 2023 weiterhin schleppend entwickelt. Im Jahr 2025 wird für die Branche ein leichtes Wachstum von 0,9 % erwartet, wobei die Erholung langsam vorangeht. Besonders ausgeprägt war die Schwäche im Wohnbausektor: Der Umsatzindex für den Wohnungs- und Nichtwohnungsbau sank in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 %, was die Gesamtentwicklung nach unten zog.
Der Wohnungsmarkt ist seit 2022 weiter rückläufig, wobei die genehmigte Wohnbaufläche in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 15,7 % zurückging und nach einem starken Rückgang von 27,3 % im Jahr 2023 noch weiter schrumpfte. Als Reaktion auf die Warnung der EU, dass das öffentliche Defizit im Jahr 2024 6,1 Prozent des BIP übersteigen werde, legte die Regierung im Oktober einen Haushaltsentwurf für 2025 vor. Darin sind Ausgabenkürzungen von 60,6 Milliarden Euro (rund 63,6 Milliarden US-Dollar) und Steuererhöhungen vorgesehen, darunter auch Kürzungen bei Ausbildungsprogrammen, Umweltschutzprogrammen und öffentlichen Arbeitsplätzen. Die Baubranche steht unter größerem Steuerdruck. So rechnet Vinci beispielsweise damit, im Jahr 2025 400 Millionen Euro (rund 424 Millionen US-Dollar) mehr Steuern zahlen zu müssen. Im Dezember stürzte jedoch die Regierung von Premierminister Barnier aufgrund eines Misstrauensvotums und Präsident Macron musste einen neuen Premierminister ernennen, was die Unsicherheit bei der Umsetzung seiner Politik noch vergrößerte.
Trotz kurzfristigem Druck dürfte der französische Baumarkt von 2025 bis 2028, unterstützt durch Industrie- und Infrastrukturinvestitionen, um durchschnittlich 2,1 % pro Jahr wachsen. Im Mittelpunkt stehen die CO2-Neutralitätsziele der Regierung sowie ihre Energie- und Versorgungsprojekte. Die Branche muss die doppelte Herausforderung der Konjunkturkrise auf dem Wohnungsmarkt und der Haushaltskürzungen bewältigen und nach innovativen Durchbrüchen suchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.









