Das britische Komitee für Klimawandel (CCC) hat vor kurzem einen Bericht veröffentlicht, in dem es betont, dass Großbritannien seinen Ausstieg aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beschleunigen, die Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen fördern und seinen Fleischkonsum reduzieren müsse, um sein Netto-Null-Emissionsziel für 2050 zu erreichen. Dem Bericht zufolge muss Großbritannien seine Treibhausgasemissionen bis 2040 gegenüber dem Stand von 1990 um 87 Prozent senken, um die Anforderungen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen.
In Großbritannien sind die Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990 inzwischen um fast 53 Prozent gesunken, was vor allem auf den Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien und die Schließung von Kohlekraftwerken zurückzuführen ist. Allerdings seien in den Bereichen Verkehr, Bau, Industrie und Landwirtschaft künftig aggressivere Maßnahmen erforderlich, erklärte der CCC. Der Interimsvorsitzende des CCC, Piers Foster, betonte, diese Maßnahmen würden nicht nur zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen, sondern auch wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen und die Haushaltsausgaben senken.
Der Bericht geht davon aus, dass bis 2040 80 % der Autos auf Großbritanniens Straßen vollelektrisch sein sollten, was bedeutet, dass ab 2030 fast alle verkauften Neuwagen Elektromodelle sein müssen. Zudem soll mehr als die Hälfte der Haushalte zum Heizen auf Wärmepumpen umsteigen, derzeit ist es rund 1 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Großbritannien seine Erzeugung erneuerbarer Energien deutlich steigern, um die Verdoppelung der Nachfrage nach Ökostrom für Heizung und Transport zu decken.
Der CCC prognostiziert außerdem, dass diese Energiewende den Haushalten um das Jahr 2040 erhebliche Einsparungen bringen und die Energiekosten bis 2050 um rund 700 Pfund (883,82 Dollar) senken wird. Der Bericht empfiehlt, die Stromrechnungen weiter zu senken, indem politische Kosten aus der Stromrechnung gestrichen, der Installationsprozess von Ladeeinrichtungen vereinfacht und die Installation von Wärmepumpen unterstützt wird.
Im Agrarsektor prognostiziert der Bericht, dass der britische Fleischkonsum bis 2040 im Vergleich zum Jahr 2019 um 25 % und bis 2050 um 35 % sinken wird. Der CCC stellte fest, dass der Fleischkonsum zwischen 2020 und 2022 bereits um 10 % zurückgegangen sei. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen und beschleunigen, da billigere und schmackhaftere Fleischalternativen immer beliebter werden.
Der Bericht berücksichtigt zwar nicht die Auswirkungen von Ausbauprojekten im Luftverkehr wie etwa dem Flughafen Heathrow, prognostiziert jedoch, dass die Emissionen des Luftverkehrs bis 2040 im Vergleich zum Jahr 2023 um 17 Prozent sinken werden. Das Erreichen der Emissionsreduktionsziele hängt von der Förderung nachhaltiger Kraftstoffe, Effizienzsteigerungen, einem Management des Nachfragewachstums und der Verbesserung der Mechanismen zur Kompensation von Kohlendioxidemissionen ab.
Nach dem Climate Change Act ist die britische Regierung verpflichtet, zwölf Jahre im Voraus ein Fünfjahresbudget für CO2-Emissionen festzulegen und zu erklären, wie sie die rechtsverbindlichen Klimaziele erreichen will. Der CCC hat sieben Kohlenstoffbudgets vorgeschlagen, von denen die Regierung die ersten sechs übernommen hat. Der Bericht bietet Großbritannien einen konkreten Weg, sein Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Allerdings bleibt die große Herausforderung für die Regierung, ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Emissionsreduzierung herzustellen.









