Laut einem neuen, gemeinsam von Core Power, NorthStandard und Lloyd's Register veröffentlichten Bericht hat Großbritannien dank seiner globalen Führungsrolle in der Nukleartechnologie und bei maritimen Innovationen gute Chancen, die weltweite Umstellung auf nuklearbetriebene Schiffe anzuführen. Der Bericht hebt hervor, dass Großbritannien angesichts der Zielvorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), dass die Schifffahrt bis 2050 keine Treibhausgase mehr ausstoßen soll, nach innovativen Lösungen suchen muss, um seine Schifffahrtsindustrie aufrechtzuerhalten und die Klimaziele zu erreichen.
Der Bericht „Advanced Maritime Nuclear: A Unique Opportunity for the UK“ stellt fest, dass fortschrittliche Kernreaktortechnologien, darunter kleine modulare Reaktoren (SMRs), eine bahnbrechende Chance zur Dekarbonisierung der Schifffahrt bieten. Schwimmende Kernkraftwerke können eine Lösung für das Problem der Netzanbindung von Häfen darstellen und saubere Energie für Hafenanlagen und anlegende Schiffe liefern. Laut Bericht könnte sich in Großbritannien eine Multimilliarden-Pfund-Industrie entwickeln, wenn es diese Chance nutzt. Allerdings seien sofortige Maßnahmen seitens der Regierung erforderlich, um regulatorische und wirtschaftliche Hindernisse sowie Barrieren in der öffentlichen Wahrnehmung zu beseitigen.
Der Bericht empfiehlt, dass die britische Regierung ihren Clean Maritime Plan (CMP) überarbeiten und die Kernenergie einbeziehen sollte. Seit 2019 wurden in der Nukleartechnologie erhebliche Fortschritte erzielt, und die Dekarbonisierungsziele der IMO dürften ohne die Einbeziehung nuklearbetriebener Schiffe nur schwer zu erreichen sein. Darüber hinaus wird in dem Bericht betont, dass gewerbliche Versicherungen für die Einführung der Kernenergie in den zivilen Schifffahrtssektor von entscheidender Bedeutung sind. Betreiber von Atomschiffen benötigen eine ausreichende Seehaftpflichtversicherung, um die Haftung des Schiffseigners im Falle eines Unfalls abzudecken. Solange jedoch die Sicherheitsvorschriften und die Verantwortung für nukleare Risiken nicht geklärt sind, wird es schwierig sein, eine Atomhaftpflichtversicherung zu wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.
Paul Jennings, Geschäftsführer des globalen Schiffsversicherers NorthStandard, sagte: „Für die Einführung der Kernenergie auf See ist es unerlässlich, kommerzielle Versicherungen für nuklearbetriebene Schiffe bereitzustellen. Die Regierungen müssen sich im Rahmen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation für eine zivile maritime Atomhaftungskonvention einsetzen und ein entsprechendes Haftungssystem schaffen.“








