de.wedoany.com-Bericht: Die beiden österreichischen Familienunternehmen Hargassner und Fronius haben ihre Geschäftsbeziehung durch jahrzehntelange technische Zusammenarbeit zu einer Partnerschaft für die Energiewende weiterentwickelt. Die Ergebnisse zeigen sich in Bereichen von der Schweißtechnik bis zur Photovoltaik-Stromerzeugung.
Die Verbindung reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Damals entschied sich Hargassner erstmals für das Fronius Compact 250 Schweißgerät, das für seine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit bekannt ist und bis heute einwandfrei funktioniert. Die von Fronius in der Drahtförderung eingesetzte Teflon-Innenauskleidung sorgt für gleichmäßigen Drahtvorschub und reduziert Reibung, was besonders bei empfindlichen Zusatzwerkstoffen wie Aluminium von Vorteil ist. Das Gerät verfügt zudem über ein „Automatikprogramm", das Strom und Spannung automatisch aus der Drahtvorschubgeschwindigkeit ableitet – ein Prinzip, das als frühe Vorstufe des Synergieschweißens gilt. Firmengründer Anton Hargassner Sr. erinnert sich, dass damals mehrere Schweißgeräte getestet wurden, Fronius jedoch deutlich überlegen war, weshalb das Unternehmen seither ein treuer Anwender dieser Technologie ist.
Heute setzt Hargassner auf modernste Schweißsysteme wie die Fronius TPSi-Plattform, die Verfahren wie Low-Spatter-Control, Puls-Multi-Control und SyncroPulse integriert, um Nacharbeit zu reduzieren, die Schweißnahtqualität und Schweißgeschwindigkeit zu verbessern sowie die Energieeffizienz zu steigern. Roman Baumgartner, Schweißfachleiter bei Hargassner, betont, dass die Kesselqualität vollständig vom Schweißprozess abhängt. Die Schweißnähte müssen sauber, spritzerfrei und gasdicht sein. Bei Kehlnähten ist es ebenso wichtig, eine konstante Nahtdicke (a-Maß) einzuhalten, um stets eine hohe Nahtqualität zu gewährleisten. Die Gasdichtheit der Schweißnähte verhindert gefährliche Verpuffungen während des Heizbetriebs, die zu mechanischen Schäden und schweren Verletzungen führen können. Hargassner verwendet weiterhin Fronius-Technologie, aufgrund der intuitiven Bedienung und der zuverlässigen Schweißqualität.
Energiemanagement und Umweltbewusstsein sind im Unternehmen eng miteinander verwoben. Etwa neun Prozent der Solarstromerzeugung von Hargassner fließen direkt in den Schweißprozess. Florian Pommer, Leiter Technik und Standortentwicklung, betont, dass Energie Teil der Verantwortung des Unternehmens gegenüber Mensch und Umwelt ist, und die Photovoltaik-Anlage trägt zur nachhaltigen Produktion bei.
Inspiriert von der langjährigen Zusammenarbeit stattete Hargassner die 2021 bis 2022 errichtete 1500 kWp Photovoltaik-Anlage am Standort Weng mit Fronius-Wechselrichtern aus, und zwar mit dem robusten Fronius Tauro Kommerzmodell. Dieses Gerät verfügt über aktive Kühlung und ein zweischaliges Gehäuse, das rauen Wetterbedingungen standhält, auch bei direkter Sonneneinstrahlung oder extremer Hitze effizient bleibt und eine Leistungsreduzierung vermeidet. Basierend auf den ersten Erfahrungen entschied sich das Unternehmen 2024, die Anlage um 1000 kWp zu erweitern und die neuen Fronius Verto Kommerz-Wechselrichter einzusetzen. Deren Multi-MPPT-Konzept gewährleistet maximale Stromerzeugungseffizienz auf Dächern mit unterschiedlich ausgerichteten Modulen und liefert auch bei Teilverschattung optimale Erträge. Derzeit beträgt die Eigenverbrauchsquote der Photovoltaik-Anlage 80 %, nur 20 % des Stroms werden ins Netz eingespeist. Die Gesamtleistung der Photovoltaik-Anlage am Standort Weng beträgt nun 2500 kWp, die jährliche Stromerzeugung liegt bei 1,9 Gigawattstunden. Sie versorgt nicht nur die Produktion und Schweißgeräte, sondern lädt auch Gabelstapler, die mit Fronius Selectiva Ladegeräten betrieben werden. Deren intelligenter Ri-Ladeprozess passt die Ladekennlinie an den Innenwiderstand der Batterie an, verlängert die Batterielebensdauer und erhöht die Betriebssicherheit.
Hargassner selbst bietet Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien an, darunter Pellet-, Scheitholz-, Hackschnitzelheizungen sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einer Leistung von bis zu 2,5 Megawatt. Das intelligente Steuerungssystem Eco-Control verfügt über automatische Brennstofferkennung, Feinstaubreduzierung und Feuerbettregelung. Geschäftsführer Markus Hargassner weist darauf hin, dass Eco-Control eine Kerntechnologie für den Umweltschutz des Unternehmens darstellt.
Das neu errichtete Holzparkhaus des Unternehmens gilt als Vorzeigeprojekt. Das Gebäude besteht aus regionalem Holz und ist in einer Split-Level-Bauweise ausgeführt, wird mit Photovoltaik-Strom versorgt und verfügt über 30 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Das Projekt wurde vom Architekturbüro Matulik aus Ried entworfen, um sicherzustellen, dass möglichst viele lokale Unternehmen beteiligt werden. Diese Bauweise sparte über 4600 Tonnen CO₂ ein und erhielt 2025 die Goldauszeichnung des Oberösterreichischen Holzbaupreises.
Beide Unternehmen wurden in Oberösterreich gegründet und sind bis heute in Familienbesitz. Markus Hargassner führt den Unternehmergeist auf das Versprechen seines Vaters an seine Mutter zurück – ein Heizsystem zu bauen, das kein Nachlegen von Brennstoff erfordert. Er betont, dass die beiden Unternehmen in den Bereichen Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Prozesssteuerung große Kooperationsmöglichkeiten haben, mit dem Ziel, vernetzte Prozesse zu entwickeln, die wirtschaftliche, präzise und reproduzierbare Arbeitsabläufe ermöglichen.
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