Niederländischer Chip-Startup Qualinx realisiert gesamteuropäischen Fertigungsprozess
2026-06-12 10:38
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de.wedoany.com-Bericht: Das niederländische Halbleiter-Startup Qualinx gibt an, dass sein End-to-End-Halbleiterfertigungsprozess für Satellitennavigationschips nun vollständig innerhalb Europas entworfen, gefertigt und ausgeliefert werden kann. Das Unternehmen, ein Spin-off der Technischen Universität Delft (Delft University of Technology), bezeichnet dies als Beleg dafür, dass sicherheitskritische Chips für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur vollständig in Europa hergestellt werden können.

Qualinx ist ein fabrikloses Designhaus. Der Tape-Out seiner extrem stromsparenden Global Navigation Satellite System (GNSS)-System-on-a-Chip (SoC)-Serie QLX3xx wird von dem Unternehmen als erster Schritt hin zu einem vollautomatisierten, vertrauenswürdigen europäischen Fertigungsprozess bezeichnet. Das Unternehmen ist auf externe Auftragsfertiger angewiesen; der diesmalige Partner ist das in den USA ansässige internationale Unternehmen GlobalFoundries (GF). Beide Seiten erklären, dass GFs Fabrik in Dresden, Deutschland, mit Mitteln des Europäischen Chip-Gesetzes (European Chips Act) einen exklusiven europäischen Fertigungsprozess aufbaut, der sicherstellt, dass alle Schritte vom Maskenservice bis zur Wafer-Produktion innerhalb der EU erfolgen, um ein Abfließen sensibler Designdaten zu verhindern. Qualinx mag den Fokus auf sicherheitskritische Chips legen, da es in Europa bereits Halbleiterunternehmen wie STMicroelectronics gibt, die ihre eigenen Produkte entwerfen und fertigen.

Eine Pinzette hält einen Qualinx QLX3xx-Chip über einer Leiterplatte

Qualinx-CEO Tom Trill erklärte, dass dieses erste Sicherheitsprodukt beweise, dass ein gesamteuropäischer Fertigungsweg vom Maskenservice bis zur Wafer-Produktion nun Realität sei. Die Qualinx-Chips werden in GFs FDX-Fertigungstechnologie (Fully Depleted Silicon-on-Insulator) mit einem Knoten von 12 nm gefertigt. Obwohl dieser Prozess von der bereits in Massenproduktion befindlichen 2-nm-N2-Technologie von TSMC abweicht, gibt es eine anhaltende Debatte darüber, ob Europa eine hochmoderne Wafer-Fabrik benötigt. Der neue Plan der EU-Kommission für digitale Souveränität sieht das „Chips Act 2.0" vor, das eine souveräne KI-Chipfabrik finanzieren soll. Das Center for European Policy Analysis (CEPA) weist darauf hin, dass die europäische Chip-Nachfrage hauptsächlich aus der Automobil- und Industriebranche kommt, die auf 28/22-nm-Technologie angewiesen sind. Dr. Manfred Horstmann, Senior Vice President und General Manager bei GF, erklärte, dass man gerade beweise, dass Europa sich auf eine sichere End-to-End-Halbleiterfertigung verlassen könne, die die höchsten Anforderungen der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung erfülle. Die Zusammenarbeit mit Qualinx habe bereits den ersten operativen Meilenstein erreicht.

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