de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische staatliche Ölgesellschaft Petrobras prüft eine Kapazitätserweiterung ihres Stickstoffdüngerwerks (Fafens) mit dem Ziel, ihren Anteil an der brasilianischen Nachfrage nach Stickstoffdünger von rund 35 % auf 75 % zu steigern. Dieser Plan wird als strategischer Schritt zur Verringerung externer Abhängigkeiten und zur Stärkung der nationalen Ernährungssicherheit betrachtet. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass das Vorhaben nahezu ausschließlich auf den Erdgasweg setzt und die historischen Schwierigkeiten dieses Pfades ignoriert.
Die Produktion von Ammoniak und Harnstoff ist direkt auf reichlich vorhandenes und günstiges Erdgas angewiesen. In Brasilien war Erdgas historisch gesehen nicht wettbewerbsfähig genug, um eine großflächige Expansion von Fafens zu stützen. Derzeit setzt das Staatsunternehmen darauf, dass eine steigende inländische Erdgasproduktion zu einem größeren Angebot und niedrigeren Preisen führen wird. Gleichzeitig verschärfen die Konflikte zwischen Iran und den USA die globalen Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit und setzen den Stickstoffdüngermarkt unter Druck. In den Jahren 2021 bis 2022 stiegen die Produktionskosten für Düngemittel in Brasilien drastisch an, bei einigen Kulturen um über 100 %. So überstiegen die Kosten für Arabica-Kaffee 10.000 Real pro Hektar, auch bei Baumwolle, Soja und Mais wurden starke Anstiege verzeichnet. Dieser Anstieg erfolgte vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Konflikts, der die Preise für Erdgas, Stickstoffdünger und Wechselkurse in die Höhe trieb. Da Düngemittel einen erheblichen Anteil an den Produktionskosten vieler Kulturen haben und Brasilien stark von Importen abhängig ist, könnte ein neuer geopolitischer Schock die Düngemittelpreise erneut in die Höhe treiben, die landwirtschaftlichen Kosten erhöhen und die Lebensmittelpreise nach oben treiben.
Analysten zufolge erfordern industrielle Investitionen in der Größenordnung von Fafens eine kontinuierliche Umsetzung über Jahrzehnte und sollten nicht auf vorübergehende Hochpreiszyklen setzen. Derartige Entscheidungen können zu einer Technologiefalle führen, d.h. einer Bindung an fossile Brennstoffe. Wenn sich die internationalen Märkte wieder normalisieren, könnte die brasilianische Stickstoffdüngerproduktion sowohl preislich als auch bei den Treibhausgasemissionen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Unter den vier größten Düngemittelverbrauchern der Welt ist die Abhängigkeit der USA von Erdgas mit 17 % relativ gering, während die Abhängigkeit Chinas nahezu null beträgt; beide Länder stützen sich auf das weltweit wettbewerbsfähigste Erdgas bzw. billige Kohle. Indien ist bei der Ammoniakproduktion weitgehend autark, ist aber zu 85 % von importiertem Erdgas abhängig und befindet sich in einem Zustand hoher Energieunsicherheit. Daher wird die Ansicht vertreten, dass „Diversifizierung“ die brasilianische Düngemittelpolitik leiten sollte, indem die industrielle Entwicklung über Innovationen und erneuerbare Wege wie Biodünger angestrebt wird.
Zu den Alternativen gehören die Substitution von Erdgas durch Biomethan und der Bau neuer Anlagen, die erneuerbaren Wasserstoff als Rohstoff nutzen. Diese Optionen nutzen Brasiliens heimische Vorteile und bieten Potenzial zur Eindämmung des Klimawandels. Obwohl Biodünger nur ein Nischensegment darstellen, verzeichnen sie in den letzten Ernteperioden ein deutliches Wachstum und bieten Potenzial für eine dezentralisierte Produktion. Der nationale Düngemittelplan Brasiliens sieht vor, die Anfälligkeit zu verringern und die inländische Produktionskapazität auszubauen, mit dem Ziel, die Stickstoffproduktion bis 2050 auf 3,2 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern, während gleichzeitig biologische und inländische Lösungen in die Ambitionen einbezogen werden. Der Plan skizziert auch einen Weg zur Dekarbonisierung des Synthesepfades, indem die Wertschöpfungskette mit grünem Wasserstoff und Biomethan verbunden und schrittweise „äquivalentes grünes Ammoniak“ hinzugefügt wird, um eine Diversifizierung der Rohstoffe zu induzieren.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









