Telefónica Deutschland testet mit OQ Satelliten-Direktverbindung für Mobiltelefone
2026-06-12 11:08
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de.wedoany.com-Bericht: Am 10. Juni starteten Telefónica Deutschland und der europäische Satellitenkommunikationsanbieter OQ Technology ein Demonstrationsprojekt zur direkten Satellitenverbindung für Mobiltelefone. Geplant sind bidirektionale Satellitenkommunikationstests in Mecklenburg-Vorpommern. Das Projekt nutzt handelsübliche, nicht modifizierte Smartphones, terrestrische Mobilfunkfrequenzen und ein Niedrigorbit-Satellitennetzwerk, um die Machbarkeit von SMS- und Sprachdiensten über eine direkte Satellitenanbindung zu überprüfen.

Die direkte Satellitenverbindung für Mobiltelefone entwickelt sich zu einem wichtigen Erweiterungsbereich mobiler Kommunikationsnetze. Herkömmliche Mobilfunknetze sind auf terrestrische Basisstationen angewiesen. In Bergregionen, Wäldern, Inselgebieten, landwirtschaftlichen Betrieben, Grenzregionen und dünn besiedelten Gebieten sind die Kosten für den Bau von Basisstationen hoch, die Amortisationszeit lang und die Wartung schwierig. Wenn Niedrigorbit-Satelliten mit dem Spektrum und dem Kernnetz der Betreiber zusammenarbeiten, könnten sie ohne Gerätewechsel Versorgungslücken schließen und Nutzern in Gebieten ohne terrestrische Basisstationen grundlegende Kommunikationsfähigkeiten bieten.

Der Schlüssel zu diesem Test liegt in den „handelsüblichen Telefonen" und dem „Betreiberspektrum". OQ Technology wird die nächste Satellitengeneration und eine selbst entwickelte Multiband-D2D-Nutzlasttechnologie einsetzen, während Telefónica Deutschland Mobilfunkspektrum bereitstellt, um die Integration von Niedrigorbit-Satelliten mit bestehenden Mobilfunknetzen zu validieren. Die Technologie basiert auf dem 3GPP-Standard und unterstützt die MSS-S-, C- und IMT-Bänder, was einen flexibleren Weg für die koordinierte Bereitstellung zukünftiger Nicht-Terrestrischer Netze (NTN) und terrestrischer Mobilfunknetze bietet.

Für die deutsche und europäische Kommunikationsindustrie ist diese Demonstration nicht nur ein Satellitenverbindungstest, sondern betrifft auch die digitale Infrastruktur-Autonomie Europas. Derzeit wird der Markt für direkte Satellitenverbindungen für Mobiltelefone durch die Zusammenarbeit großer US-amerikanischer Satellitenkommunikationsunternehmen und globaler Mobilfunkbetreiber vorangetrieben. Europäische Betreiber und Satellitenunternehmen müssen ihre eigenen technologischen Wege, Spektrum-Kooperationsmodelle und Service-Validierungserfahrungen entwickeln. OQ Technology betont, dass sein D2D-Netzwerk im Niedrigorbit als Ergänzung zu terrestrischen Mobilfunknetzen dienen kann, während Telefónica Deutschland durch Tests die Machbarkeit der Bereitstellung von Satellitenabdeckung in Gebieten validieren möchte, in denen der Bau terrestrischer Netze zu teuer oder unmöglich ist.

Die Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette werden sich auf Bereiche wie Niedrigorbit-Satellitennutzlasten, Satellitenkommunikationschips, terminalseitige HF-Anpassung, Betreiber-Kernnetze, Spektrummanagement, Satelliten-Bodenstationen, IoT-Module und Notfallkommunikationsdienste konzentrieren. Mit der Weiterentwicklung der 6G- und NTN-Standards werden zukünftige Mobilfunknetze möglicherweise nicht mehr nur aus terrestrischen Basisstationen bestehen, sondern aus einem Zusammenspiel von Mobilfunknetzen, Niedrigorbit-Satelliten, privaten Netzen, dem Internet der Dinge und Edge-Plattformen. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die Ergebnisse der Feldversuche in Deutschland, die erreichbaren Datenraten, das Spektrum-Koexistenzverhalten, die Stabilität von Sprach- und Nachrichtendiensten sowie die Frage, ob beide Parteien kommerzielle Pilotprojekte vorantreiben können. Bei erfolgreichen Tests könnte Deutschland zu einem wichtigen Markt für die Validierung der Integration direkter Satellitenverbindungen für Mobiltelefone in Europa werden und einen neuen Maßstab für den Aufbau integrierter Weltraum-Erde-Netze durch Betreiber setzen.

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