Fünf große Patentämter treiben KI-Integration in die Patentprüfung in Japan voran
2026-06-15 16:29
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de.wedoany.com-Bericht: Die fünf größten Patentämter der Welt (IP5-Gruppe) haben auf ihrer Jahrestagung in Tokio einen Konsens erzielt, Künstliche Intelligenz (KI) tiefer in die Patentprüfungs- und Serviceprozesse zu integrieren. Das Europäische Patentamt (EPA) beteiligte sich gemeinsam mit seinen Partnern aus den USA, China, Japan und Südkorea an diesen Diskussionen, um die internationale Zusammenarbeit zur Bestimmung neuer technologischer Wege zu vertiefen.

Diese fünf Patentämter bearbeiten rund 85 % der weltweiten Patentanmeldungen, weshalb diese Initiative erhebliche Auswirkungen auf den Schutz immaterieller geistiger Eigentumsrechte im globalen Industriesektor hat. Die Leiter des Europäischen Patentamts, des US-amerikanischen Patent- und Markenamts (USPTO), der chinesischen Nationalen Behörde für geistiges Eigentum (CNIPA), des japanischen Patentamts (JPO) und des koreanischen Amts für geistiges Eigentum (MOIP) erklärten übereinstimmend, dass Künstliche Intelligenz kein theoretisches Szenario mehr sei, sondern ein operatives Werkzeug, das zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der globalen Patentprüfung beitragen solle. Unter der Leitung von Yasuyuki Kasai, dem Leiter des japanischen Patentamts, einigten sich die Amtsleiter darauf, den 2021 verabschiedeten Fahrplan für neue Technologien und Künstliche Intelligenz erstmals umfassend und streng zu überprüfen, um weitere strategische Kooperationsbereiche zu identifizieren und sicherzustellen, dass die regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten.

Es besteht jedoch ein widersprüchliches Szenario in der internationalen Patentpolitik: Während die Patentämter ihre Systeme schnell aufrüsten, um sich an die algorithmische Zukunft anzupassen, wird Künstliche Intelligenz auf Seiten der Anmelder rechtlich weiterhin ausgeschlossen. Die globale Rechtspraxis, einschließlich der Entscheidungen des Europäischen Patentamts und anderer IP5-Ämter, besteht darauf, dass Künstliche Intelligenz selbst nicht als Erfinder in Patentanmeldungen aufgeführt werden kann; das Rechtssystem verlangt zwingend eine natürliche Person als kreativen Urheber. Entwickler stehen daher vor einem Dilemma: Hoch entwickelte KI-generierte Innovationen werden zwar mit Hilfe von Algorithmen der Patentämter geprüft, müssen aber rechtlich bei ihrer Entstehung weiterhin wie traditionelle menschliche Erfindungen behandelt werden.

Der Präsident des Europäischen Patentamts, António Campinos, betonte in Tokio die verantwortungsvolle Nutzung neuer Werkzeuge durch die Patentämter. Künstliche Intelligenz biete Chancen zur Optimierung der Dienstleistungen für Entwickler und Unternehmen sowie zur Steigerung der Innovationsfähigkeit, dies müsse jedoch transparent und unter Aufsicht erfolgen. Der Mensch bleibe die letzte Kontrollinstanz im Prüfungsverfahren, aber Algorithmen sollten die zunehmend komplexen Vorbereitungsarbeiten und Recherchen unterstützen. Durch die Koordinierung und den Austausch bewährter Verfahren innerhalb der IP5-Allianz hoffen die Ämter, eine Fragmentierung der Systeme zu vermeiden und eine harmonisierte, KI-gestützte Patentpraxis anzustreben.

Der asiatische Anmeldeboom hält an. Am Tag vor der Hauptkonferenz trafen sich die Amtsleiter mit führenden Industrieverbänden. Nach Angaben des Europäischen Patentamts unterstützt die Industrie die Initiativen der Patentämter; die Diskussionen konzentrierten sich auf den operativen Einsatz von KI-Werkzeugen. Für die Technologiebranche sind zuverlässige und beschleunigte Prüfungen von entscheidender Bedeutung, da Verzögerungen im Patentsystem zu Wettbewerbsnachteilen führen können. In den Gesprächen zwischen dem Europäischen Patentamt und dem japanischen Patentamt standen neben der Harmonisierung der Prüfungspraxis auch das wachsende Interesse japanischer Erfinder am neuen europäischen Einheitspatent im Fokus. Die Gespräche mit dem Leiter des koreanischen Amts für geistiges Eigentum, Yong Sun Kim, drehten sich hauptsächlich um den anhaltenden Boom asiatischer High-Tech-Anmeldungen in Europa; das Europäische Patentamt stellte neue KI-gestützte Werkzeuge zur Verbesserung der Systemkompatibilität vor.

Diese Konferenz markierte auch das zwanzigjährige Bestehen des „Patent Prosecution Highway“ (PPH). Dieses Kooperationsnetzwerk ermöglicht eine beschleunigte Patentprüfung auf der Grundlage eines positiven Prüfungsergebnisses eines Partneramts. Das Europäische Patentamt erklärte, dass dieses System durch diese Arbeitsteilung einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der einzelnen Ämter und zur Beschleunigung der Rechtssicherheit für Entwickler geleistet habe. Die Partner bekräftigten ihre Entschlossenheit, den PPH kontinuierlich weiterzuentwickeln und technologisch zu modernisieren, damit zukünftig automatisierte Datenströme und algorithmische Vorprüfungen nahtlos ineinandergreifen können.

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