Spanien bereitet sich auf eine neue Wachstumswelle im Bereich der erneuerbaren Energien vor: Solar- und Windkraftprojekte mit einer Gesamtleistung von fast 60 Gigawatt (GW) sind derzeit baureif. Nach Angaben des spanischen Ministeriums für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen (MITECO) befinden sich derzeit 107,5 GW an erneuerbaren Energieprojekten in der Genehmigungsphase, von denen 59,8 GW eine behördliche Baugenehmigung erhalten haben. Am 5. März 2025 verfügte Spanien über eine installierte Kapazität an erneuerbarer Energie in Höhe von 64,83 GW, davon entfielen 32,657 GW auf Photovoltaik und 32,173 GW auf Windenergie. Mit 60 GW neuer Kapazität, die in den nächsten Jahren ans Netz gehen werden, wird sich die gesamte installierte Kapazität an erneuerbarer Energie in Spanien auf über 120 GW verdoppeln und sich damit dem im Nationalen Integrierten Energie- und Klimaplan (PNIEC) festgelegten Ziel von 160 GW für 2030 nähern.
Um dieses Ziel zu erreichen, plant Spanien, seine installierte Photovoltaik-Leistung auf 76 GW, seine solarthermische Stromerzeugung auf 4,804 GW und seine Windkraft-Leistung auf 59 GW zu erhöhen, wobei innerhalb von sechs Jahren ein Zuwachs von 28 GW ansteht. Darüber hinaus plant Spanien den Bau schwimmender Offshore-Windkraftprojekte mit einer Leistung von 3 GW. Im Hinblick auf die Energiespeicherung strebt Spanien bis 2030 eine Energiespeicherkapazität von 22,5 GW an, davon 12,5 GW als tagesgesteuerte Energiespeicherung (Batterien oder Solarthermie) und 10 GW als saisonale Pumpspeicherung. Auch die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie wird eine Schlüsselrolle spielen: Ziel ist die Installation von Elektrolyseuren mit einer Leistung von 12 GW, während die Biogasproduktion 20 Terawattstunden (TWh) erreichen soll.
Um dieses Wachstum zu unterstützen, wird MITECO auch weiterhin Auktionen im Rahmen des Renewable Energy Economic Mechanism (REER) durchführen, die das Unternehmen als wichtiges Instrument betrachtet, um Investoren Gewissheit und Sicherheit zu bieten. Darüber hinaus fördert die Regierung neue Auktionen für erneuerbare Energien durch Differenzverträge (Contracts for Difference, CfDs), eine Maßnahme, die in ganz Europa aktiv gefördert wird.
Sara Aagesen, Spaniens dritte stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für den ökologischen Wandel, erklärte vor dem Senat, dass die Dekarbonisierung und die grüne Agenda nicht nur Umweltmaßnahmen, sondern auch Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit seien. Sie wies darauf hin, dass den spanischen Bürgern durch erneuerbare Energien in den letzten Jahren mehr als 14 Milliarden Euro gespart und so die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der Ukraine-Krise abgemildert worden seien. Aagesen betonte, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien nicht nur eine Chance für Europa sei, sondern auch der Schlüssel zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. „Erneuerbare Energien sind die wirtschaftlichste Art der Energieerzeugung und Spanien verfügt über reichlich Sonnen- und Windressourcen“, sagte sie. Darüber hinaus habe diese Transformation auch die lokale industrielle Entwicklung gefördert und die Dezentralisierung der Energieerzeugung vorangetrieben.









