de.wedoany.com-Bericht: Westaustralien setzt am Ende des Stromnetzes auf drei Lösungen – Mikronetze, unabhängige Stromsysteme und Gemeinschaftsbatterien –, um die Probleme unzuverlässiger Stromversorgung und hoher Kosten in abgelegenen Städten, indigenen Gemeinschaften und Minen zu lösen.

Für abgelegene Regionen Australiens ist die Aufrechterhaltung der Netzverbindung kostspielig. Der Stromtransport über tausende Kilometer vom Erzeugungsort kann zu Leitungsverlusten von bis zu 35 % führen. Zudem sind viele abgelegene Gemeinden auf Dieselgeneratoren angewiesen, und die Bewohner zahlen aufgrund des per Lkw über weite Strecken transportierten Treibstoffs deutlich höhere Strompreise als in städtischen Gebieten. Beispielsweise kam es in der abgelegenen Stadt Thargomindah in Queensland in den drei Monaten bis Februar 2024 zu 20 ungeplanten Stromausfällen – mehr als einmal pro Woche.
Derzeit bieten drei Haupttechnologien einen Weg aus der Netzabhängigkeit: unabhängige Stromsysteme, erneuerbare Mikronetze und Gemeinschaftsbatterien. Unabhängige Stromsysteme kombinieren Solarpaneele mit Batterien oder Notstromgeneratoren und eignen sich für große isolierte Anwesen wie Farmen im Landesinneren. Mikronetze bieten Kleinstädten ein lokales Netz mit gemeinsamer Solarenergie und Batterien, das von einem intelligenten Steuerungssystem für Stromspeicherung und -verteilung verwaltet wird, wobei Dieselgeneratoren als Reserve dienen; sie können von Gemeinden, Versorgungsunternehmen oder Dritten betrieben werden. Gemeinschaftsbatterien speichern tagsüber überschüssigen Solarstrom von Hausdächern und geben ihn abends ab, um das lokale Netz zu entlasten; einige Batterien ermöglichen berechtigten Haushalten den Bezug von gespeichertem Strom zu einem etwa 30 % günstigeren Preis als bei hauseigenen Batteriesystemen.
Westaustralien geht aufgrund seiner fehlenden Anbindung an das nationale Stromnetz seit langem eigene Wege in der Stromentwicklung. In den letzten Jahren hat der Bundesstaat über 15.000 Kilometer Freileitungen stillgelegt. Westaustralien verfügt derzeit über zwei Stromnetze und 38 Mikronetze; die Behörden planen, bis 2030 im Bundesstaat 1.000 unabhängige Stromsysteme zu installieren. Die Stadt Kalbarri dient als Vorzeigebeispiel, wo ein 5-Megawatt-Mikronetz gebaut wurde, um die unzuverlässige 130 Kilometer lange Stromleitung von Geraldton zu ersetzen. In Städten wie Esperance, Exmouth und Carnarvon werden zehn Gemeinschaftsbatterien installiert, während im Goldminenzentrum Kalgoorlie eine große 50-Megawatt-Batterie in Betrieb genommen werden soll.
Auch Bergbauunternehmen setzen diese Lösungen ein, um Betriebskosten und Emissionen zu senken. Die Goldmine Agnew bezieht derzeit 50 bis 60 % ihres Stroms aus Wind-, Solar- und Batterieenergie und erreicht eine Versorgungszuverlässigkeit von 99,99 %. Die abgelegene indigene Gemeinde Blackstone plant den Bau eines Mikronetzes, das Solarenergie, Batterien und Dieselreserven kombiniert, um eine stabile Stromversorgung für Haushalte und medizinische Einrichtungen zu gewährleisten.
Innovationen am Netzrand sind nicht nur für abgelegene Bewohner von entscheidender Bedeutung. Die praktischen Tests dieser Mikronetze, Batterien, intelligenten Software und unabhängigen Stromsysteme werden dazu beitragen, größere Energienetze zu verwalten und erneuerbare Energien sowie Speicher optimal zu nutzen.
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