de.wedoany.com-Bericht: Lloyd’s Register und das American Bureau of Shipping haben jeweils eine Grundsatzgenehmigung (AiP) für einen Autotransporter mit Salzschmelzreaktor sowie für ein Antriebssystem eines nukleargetriebenen Frachtschiffs erteilt. Die beiden Entwürfe konzentrieren sich auf Reaktorintegration, Schiffsstabilität, Sicherheitsdesign und regulatorische Konformität und eröffnen neue Wege für die Emissionsreduzierung in der Schifffahrtsbranche sowie für die Erforschung künftiger kommerzieller Nuklearschiffe.
Die Grundsatzgenehmigung ist ein symbolisches Verfahren, bei dem die Klassifikationsgesellschaft den Entwurf oder die Technologie eines neuen Schiffs prüft und dessen Einhaltung internationaler Vorschriften und Sicherheitsstandards bestätigt. Dies ist der erste Schritt hin zum tatsächlichen Schiffsbau.
Lloyd‘s Register gab bekannt, dass es mit Hyundai Heavy Industries, HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering (HD KSOE), Hyundai Glovis, G-Marine Service sowie dem Korea Atomic Energy Research Institute (KAERI) an einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt arbeitet, das den Einbau fortschrittlicher kleiner modularer Reaktoren in reine Auto- und Lkw-Transporter untersucht.
Die Studie konzentriert sich darauf, wie ein Salzschmelzreaktor physisch und betrieblich in ein großes Fahrzeugtransportschiff integriert werden kann. Die Untersuchung umfasst die interne Anordnung und Isolierung des Reaktorsystems, Abschirmungsanforderungen sowie die Auswirkungen auf das Layout des Laderaumdecks und die Fahrzeugtransportkapazität. Zudem wurden die Auswirkungen des Reaktorgewichts und der -position auf die Stabilität und den Trimm des Schiffs analysiert. Die Partner bewerteten auch die Konfiguration des Antriebssystems und die Kraftübertragungsoptionen und verglichen deren betriebliche Flexibilität mit der von konventionell betriebenen reinen Auto- und Lkw-Transportern, deren Handelsrouten und Hafenanläufe oft stark eingeschränkt sind.
Hyundai Heavy Industries und HD KSOE führten den Schiffsentwurf sowie die Prüfung wichtiger Technologien durch. Hyundai Glovis steuerte auf Basis seiner Erfahrungen im Betrieb großer Autotransporter Maßnahmen zur Sicherstellung stabiler Betriebsflexibilität und zur Berücksichtigung realer betrieblicher Umgebungsfaktoren bei. G-Marine Service prüfte aus schiffsmanagementtechnischer Sicht die für den praktischen Betrieb erforderlichen Elemente wie Sicherheit an Bord, Wartbarkeit, Besatzungsunterstützung und langfristige Betriebszuverlässigkeit, während KAERI als nukleartechnische Entwicklungsorganisation für die Prüfung der MSR-Technologie zuständig war. Lloyd‘s Register leitete die Gefahrenidentifikation und die vorläufige Risikobewertung, wobei besonderes Augenmerk auf die Schnittstellen zwischen bestehenden Schiffs-systemen und dem kleinen Reaktor sowie auf die mit der maritimen Anwendung von Nukleartechnologie verbundenen Einschränkungen gelegt wurde.
Sung-Gu Park, Präsident von Lloyd’s Register für Nordostasien, erklärte, dass sich die Nuklearantriebstechnologie zwar noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde, dieses Projekt jedoch zeige, dass es jetzt entscheidend sei, technisches Verständnis aufzubauen, um die zukünftige Entwicklung zu unterstützen. Die Feststellung der Machbarkeit in der Konzeptphase sei ein wertvoller Schritt nach vorn, insbesondere in den Bereichen Frachtoptimierung, Schiffsstabilität und integriertes Sicherheitsdesign.
KAERI erklärte, dass die beteiligten Institutionen in Zukunft planen, die nächste Generation von Schiffsantriebstechnologien weiter zu prüfen und gemeinsam Wege zu erkunden, um die Sicherheit, Betriebsfähigkeit und regulatorische Konformität von Nuklearschiffen zu gewährleisten.
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