de.wedoany.com-Bericht: Technip Energies, Airbus, Safran und der französische Agrargenossenschaftsverband Tereos haben eine Zusammenarbeit zur Förderung des Rebound-Projekts in Dünkirchen, Frankreich, angekündigt. Das Projekt nutzt die Alcohol-to-Jet (AtJ)-Technologie und soll jährlich rund 160.000 Tonnen nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) produzieren. Nach der Fertigstellung wird es zu den größten Anlagen dieser Art in Europa gehören.
Gemäß der Vereinbarung verpflichten sich die Partner, die Entwicklungsphase des Projekts zu finanzieren, einschließlich technischer Studien und weiterer Aktivitäten, die für eine endgültige Investitionsentscheidung erforderlich sind. SAF gilt als das wichtigste Mittel zur Dekarbonisierung der Luftfahrt. Die EU-Verordnung „ReFuelEU Aviation" schreibt eine schrittweise Erhöhung des SAF-Beimischungsanteils vor, der bis 2030 6 % und bis 2050 70 % erreichen soll. Dies bedeutet, dass die Nachfrage zwischen 2030 und 2050 um das Achtfache steigen wird. Unter den bestehenden Produktionspfaden entwickelt sich AtJ zu einer skalierbaren und kosteneffizienten Option. Bei diesem Verfahren wird fortschrittliches Ethanol, das aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt wird, in direkt nutzbaren Flugkraftstoff umgewandelt, der mit herkömmlichem Kerosin gemischt und in bestehenden Triebwerken und Flugzeugen verwendet werden kann.
In der Entwicklungsphase des Projekts fungiert Technip Energies als federführender Entwickler und Engineering-Dienstleister, verantwortlich für die technische Skalierung und die Durchführung komplexer Projekte. Airbus und Safran, als globale Luft- und Raumfahrtunternehmen, schließen sich als Industriepartner, Abnahmetreiber und potenzielle SAF-Abnehmer an. Tereos, ein führendes europäisches Unternehmen in der Ethanolproduktion, plant, das für das Projekt benötigte fortschrittliche Ethanol zu liefern. Die vier Partner decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffversorgung bis zur Endnutzung in der Luftfahrt ab und bilden eine von Europa geführte Initiative.
Das Projekt hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Der Hafen von Dünkirchen hat Technip Energies ein Industriegelände im Norden Frankreichs zugewiesen. Nach der endgültigen Gründung des Joint Ventures wird dieses Grundstück logistische Vorteile für den Transport von Rohstoffen und Produkten des Rebound-Projekts bieten und die Genehmigungsverfahren vereinfachen.
Die Partner werden das Projekt durch einen strengen, schrittweisen Entwicklungsprozess vorantreiben. Zu den nächsten Schritten gehören die Auswahl eines Technologielizenzgebers, die Förderung von Lizenzierungsaktivitäten, der Start von Pre-FEED- und FEED-Aktivitäten, der Abschluss von Rohstoffversorgungs- und SAF-Abnahmeverträgen sowie die Beschaffung von Finanzmitteln für den Anlagenbau. Die Gründung des Joint Ventures unterliegt üblichen Abschlussbedingungen und Genehmigungen und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 endgültig abgeschlossen.
Benjamin Lechuga, Chief Strategy and Sustainability Officer bei Technip Energies, erklärte, dass SAF eines der wichtigsten Mittel zur Dekarbonisierung der Luftfahrt sei und der AtJ-Pfad einen glaubwürdigen, skalierbaren Entwicklungsweg biete. Mit dem Rebound-Projekt werde das Unternehmen seine Strategie umsetzen, durch angrenzende Geschäftsmodelle einen größeren Mehrwert zu erzielen und gemeinsam mit Branchenführern wie Airbus, Safran und Tereos Projekte im schnell wachsenden Markt der Energiewende zu initiieren und zu entwickeln.
Julie Kitcher, Chief Sustainability and Communications Officer bei Airbus, bezeichnete das Rebound-Projekt als Vertrauensbeweis für SAF und die Führungsrolle Europas bei der Dekarbonisierung der Luftfahrt. Angesichts globaler Gegenwinde für erneuerbare Energien werde Airbus gemeinsam mit den Partnern in Frankreich einen neuen SAF-Pfad erschließen. Das Projekt ziele darauf ab, die Verfügbarkeit kohlenstoffarmer Kraftstoffe zu erhöhen, zur Reduzierung der Luftfahrtemissionen beizutragen, die europäische Energieversorgungssicherheit zu stärken und neue Arbeitsmärkte zu schaffen.
Nathalie Stubler, Chief Sustainability Officer bei Safran, betonte, dass die großflächige Entwicklung von SAF für die Dekarbonisierung des Luftverkehrs von entscheidender Bedeutung sei. Das Projekt bündle führende französische und europäische Fachkompetenzen und unterstütze die Entstehung einer wettbewerbsfähigen SAF-Industrie. Durch die Zusammenarbeit bekräftige Safran sein Engagement für Innovation und Umweltverantwortung.
Jérôme Bos, Chief Strategy Officer bei Tereos, erklärte, das Unternehmen freue sich, durch das Rebound-Projekt zur Entstehung des AtJ-Pfads in Frankreich beizutragen und die Dekarbonisierung der Luftfahrt zu unterstützen. Das Projekt entspreche der Mission von Tereos, durch die Wertschöpfung aus der landwirtschaftlichen Produktion kohlenstoffarme industrielle Wertschöpfungsketten zu entwickeln. Tereos werde seine Fachkenntnisse und Industrieanlagen zur Herstellung von fortschrittlichem Ethanol in das Projekt einbringen.
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