de.wedoany.com-Bericht: H2PRO und die Sun Systems Group haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um in Tarragona, Spanien, eine vollständig mit Solarstrom betriebene Anlage zur Produktion von erneuerbarem Wasserstoff zu errichten. Das Projekt wird netzunabhängig betrieben, was in der Branche eher selten ist. Die Initiatoren bezeichnen es als die erste derartige Anlage in Tarragona. Bis 2032 soll die Elektrolysekapazität der Anlage 150 Megawatt erreichen.

Das Projekt wird in Phasen umgesetzt: Zunächst startet es mit einer Elektrolysekapazität von 25 Megawatt, die voraussichtlich rund 1.250 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr produzieren wird. In der zweiten Phase wird die Kapazität auf 50 Megawatt erweitert, bevor sie ab 2032 schließlich 150 Megawatt Gesamtkapazität erreicht. Die Energie für die Elektrolyseure stammt von einem speziellen Photovoltaikkraftwerk, das von der Sun Systems Group gefördert wird. In der Nähe des Projekts ist die Installation von Photovoltaikkapazitäten mit einer Leistung von bis zu 220 Megawatt geplant.
Der produzierte Wasserstoff wird hauptsächlich den Chemie- und Petrochemie-Cluster in Tarragona versorgen – einen der größten Cluster Südeuropas, der einen erheblichen Anteil des industriellen Wasserstoffbedarfs Spaniens deckt. Neben der direkten industriellen Versorgung ist geplant, einen Teil des Wasserstoffs in gemischter Form in das Erdgastransportnetz von Enagás einzuspeisen. Nach Fertigstellung der entsprechenden Infrastruktur für diesen Energieträger sollen Anpassungen vorgenommen werden. Auch die zukünftige Anbindung an das spanische Wasserstoff-Backbone-Netz und den H2Med-Korridor (der die Iberische Halbinsel mit dem europäischen Markt verbindet) ist in der Roadmap vorgesehen.
Die Produktionskosten für erneuerbaren Wasserstoff bleiben eine der größten Herausforderungen der Branche. Obwohl die Kosten für Solarstrom in den letzten Jahren drastisch gesunken sind, haben die Kostenvorteile aufgrund der Konstruktionsmerkmale der meisten Elektrolyseure, die eine konstante Stromversorgung benötigen, noch nicht vollständig auf den grünen Wasserstoff durchgeschlagen. Die von H2PRO entwickelte Technologie verwendet Elektrolysesysteme, die sich an die Fluktuationen erneuerbarer Energien anpassen können. Ziel ist es, direkt mit Solarstrom zu arbeiten, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern und den Bedarf an Backup-Systemen zu reduzieren.
Die Zusammenarbeit der beiden Parteien wurde von Norgestion vermittelt. H2PRO wurde auf der Grundlage von Forschungsergebnissen des Technion – Israel Institute of Technology gegründet und hat von internationalen Investoren fast 100 Millionen Euro eingesammelt. Unterstützt wird das Unternehmen von Organisationen wie Breakthrough Energy, Temasek Holdings, ArcelorMittal und Yara International. Die Sun Systems Group ist auf die Entwicklung industrieller Photovoltaikprojekte spezialisiert und in Tarragona geschäftlich aktiv. Kürzlich wurde sie vom Chemieunternehmensverband Tarragona für ihre Qualität und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
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