de.wedoany.com-Bericht: Das französische Start-up Sirius Space hat von der französischen Raumfahrtagentur CNES die Genehmigung erhalten, den Startplatz Diamant im Raumfahrtzentrum Guayana zu nutzen, um sein Programm für Mikroträgerraketen voranzutreiben. Das Unternehmen kann die Infrastruktur des Startplatzes nutzen, um seine Expansion in Europa voranzutreiben. Die CNES entschied sich für Sirius Space, vor allem aufgrund seiner einzigartigen Beherrschung der 3D-Drucktechnologie und seiner bereits bestehenden industriellen Expansionsstrategie.

Der Einstieg von Sirius Space in den Markt von Guayana begann mit einem logistischen Wettbewerb. Ursprünglich plante das Start-up MaiaSpace, den Startplatz Diamant (auch ELM – Startplatz für mehrere Trägerraketen genannt) zu belegen, eine gemeinsame Startzone im Raumfahrtzentrum, in der mehrere private Raketen durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur wie Straßen, Strom oder Flüssigsauerstofflagerung koexistieren können. MaiaSpace zog schließlich zum ehemaligen Sojus-Startplatz um und machte damit einen Platz im für kleine Trägerraketen reservierten Bereich frei. Ein CNES-Ausschuss wählte daraufhin das Projekt von Sirius Space für die Ansiedlung aus. Innerhalb des Startplatzes für mehrere Trägerraketen arbeitet das von Antoine Fourcade (25 Jahre alt) geführte Unternehmen nicht isoliert an seinem Projekt, wird aber dennoch eigene spezielle Einrichtungen aufbauen, darunter einen maßgeschneiderten Starttisch und ein spezielles Montagegebäude.
Auf dem Startplatz Diamant wird Sirius Space gemeinsam mit vier anderen europäischen Unternehmen auftreten: Latitude aus Frankreich, Rocket Factory Augsburg aus Deutschland, PayLoad Aerospace aus Spanien und ISAR Aerospace aus Deutschland. Diese industrielle Co-Location ist eine Premiere im Raumfahrtzentrum Guayana und schafft eine einzigartige Wettbewerbsatmosphäre im europäischen Raumfahrtsektor. Dieser Schritt bestätigt auch die kommerzielle Attraktivität des Weltraumbahnhofs Kourou. Europa modernisiert seine Infrastruktur, indem es diesen privaten Mikroträgerraketen die Tür öffnet, um die zukünftigen Startkapazitäten zu diversifizieren und flexibler zu gestalten und gleichzeitig die Einnahmen zu maximieren, ähnlich dem Kooperationsmodell zwischen Arianespace und Amazon Leo.
Sirius Space erhielt letztlich die Genehmigung für den Standort Guayana aufgrund seiner zuvor nachgewiesenen technologischen Reife. Im Februar dieses Jahres führte das Team in Deutschland Tests durch und schloss das Design und die Tests von mindestens vier unabhängigen Brennkammern ab, die alle mittels 3D-Druckverfahren hergestellt wurden.

Dieser Testerfolg ist eine direkte Folge des gemeinsam mit der CNES durchgeführten Projekts FAISCEAU, das den Einsatz innovativer Zweimaterialtechnologie validierte, die für wirtschaftliche wiederverwendbare Antriebe ideal ist. Um das Entwicklungstempo zu stützen, hat Sirius Space Services kürzlich auch das französische Präzisionsbearbeitungsunternehmen AMM-42 übernommen. Das ultimative Ziel des Unternehmens ist die Einführung von drei Serien leichter Trägerraketen, die speziell für niedrige Erdumlaufbahnen ausgelegt sind. Diese Raketen werden in Blois, Frankreich, hergestellt und für den Transport von Nutzlasten unter einer Tonne ausgelegt sein, um einen neuen Branchenstandard in Europa zu setzen. Der erste Start des Unternehmens ist für etwa 2027 bis 2028 geplant.
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