de.wedoany.com-Bericht: Comarch Communications zeigt auf der DTW Ignite 2026, wie Kommunikationsdienstleister von monolithischen Systemen zu KI-nativen, autonomen Betriebsmodellen übergehen können – mit Fokus auf offene Architekturen, souveräne KI und cloudunabhängige digitale Transformationsstrategien.

Tymoteusz Wrona, Chief Strategy & Operations Officer des Unternehmens, wies in einem Interview darauf hin, dass maßgeschneiderte Codierungsintegrationen und monolithische Stacks zu trägen Marktreaktionen führten. Der Ausweg liege in einem wertorientierten, cloudunabhängigen und modularen Wandel. Comarch Communications verlagert Kommunikationsdienstleister derzeit auf Multi-Tenant-SaaS- und ereignisgesteuerte Architekturen, wodurch die Time-to-Market um bis zu 70 % verkürzt werden könne. Wrona betonte, dass die Aufbrechung von Monolithen nicht nur der Agilität diene, sondern vor allem den Weg für Intelligenz ebne, da Betreiber fortschrittliche KI nicht auf veralteten Silosystemen aufsetzen könnten. Der Ansatz des Unternehmens stelle sicher, dass Betreiber KI in den Kern integrieren könnten, sobald Monolithen in flexible, datenzentrierte Architekturen zerlegt seien.
Mit Blick auf die Vendor-Lock-in-Problematik positioniert Wrona Comarch Communications als „Souveränitätsschild“ für Kommunikationsdienstleister. Das Unternehmen biete cloudunabhängige Datenweben und unterstütze domänenspezifische Sprachmodelle, die auf BSS/OSS zugeschnitten seien. Diese fungierten als anbieterunabhängiges digitales Gehirn zur Orchestrierung von Multi-Vendor-Umgebungen und stellten sicher, dass Betreiber die absolute Kontrolle über ihre proprietären Daten behielten. Diese offene, souveräne Architektur sei die Voraussetzung für die Bewältigung der enormen Datenmengen und Geschwindigkeiten, die erforderlich seien, wenn Maschinen beginnen, Netzwerkdienste eigenständig zu verwalten.
Wrona zufolge sei der disruptivste Trend der Aufstieg der „Maschinenkunden“, der eine souveräne KI-Grundlage erfordere. Zu den Katalysatoren gehörten die Umwandlung von Betriebsworkflows in autonome Multi-Agenten-Systeme durch Agenten-KI, die Konvergenz von 5G-Advanced mit LEO-Satellitennetzen, die „Telkoisierung“ der Energie- und Mobilitätsbranche (z. B. benötigt die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge Carrier-Grade-Abrechnung und B2B-Abrechnungsclearing) sowie der SGP.32-Standard der GSM Association, der die Masseneinführung von eSIM- und RedCap-Technologien vorantreibe und so Zero-Touch-Provisioning sowie umfassendes IoT-Flottenmanagement-as-a-Service ermögliche.
Zum Thema autonome Netze erklärte Wrona, die Branche befinde sich in einer Transformationsphase und schaffe die Voraussetzungen. Die Roadmap von Comarch Communications ziele auf ein „Dark NOC“ und die Netzselbstregulierung der Stufen 4/5 ab. Das Unternehmen teile die Prognose von Gartner, wonach Agenten-KI bis 2028 30 % der Betriebsworkflows von Kommunikationsdienstleistern verwalten werde und Maschinen bis 2030 die Hauptnutzer von Netzwerkdiensten sein würden. In den nächsten drei bis vier Jahren sei mit bedeutenden Fortschritten in Richtung autonomer Betrieb der Stufe 4 zu rechnen.
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