de.wedoany.com-Bericht: Der Präsident des italienischen Obersten Rates für öffentliche Arbeiten (Consiglio superiore dei lavori pubblici) hat ein Dekret unterzeichnet, das die neuen Richtlinien zur Regelung der Zertifizierung von Stahlstützsystemen offiziell genehmigt und damit einen wichtigen regulatorischen Bestandteil des Rechtsrahmens für Böschungsstabilisierungs- und Sicherungsprojekte hinzufügt. Dieser Schritt reagiert auf eine spezifische Anforderung der „Technischen Baunormen von 2018" (Norme Tecniche per le Costruzioni del 2018), wonach alle Baumaterialien und -produkte ohne EU-weite harmonisierte Normen einem nationalen Zertifizierungsverfahren unterzogen werden müssen.
Gemäß den neuen Richtlinien wird das „Technische Bewertungszertifikat" (Certificato di Valutazione Tecnica) zum rechtlich autorisierten offiziellen Dokument für die Verwendung von Produkten ohne CE-Kennzeichnung in Bauwerken. Das Zertifikat grenzt seinen Anwendungsbereich klar ab und schließt alle Systeme aus, die dynamischen Stoßbelastungen ausgesetzt sind, wie beispielsweise Barrieren gegen Murgänge oder Steinschlag. Das neue Zertifizierungsverfahren konzentriert sich auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Komponenten des Systems unter den festgelegten Verwendungszwecken und ändert nichts an den traditionellen Rollen und Verantwortlichkeiten während des Bauprozesses. Die Richtlinie bekräftigt, dass jede konstruktive Anwendung eines Produkts weiterhin in der vollständigen und ausschließlichen Verantwortung des Planers, des Bauleiters, des ausführenden Unternehmens und des Abnehmers liegt, jeweils gemäß ihren spezifischen, im Ministerialdekret vom 17. Januar 2018 (Decreto Ministeriale del 17 gennaio 2018) festgelegten Pflichten. Dies umfasst die geometrische und planliche Konfiguration des Bauwerks, die Wahl der verwendeten Berechnungstheorien und -modelle bis hin zur tatsächlichen Ausführung vor Ort.
Um ein Technisches Bewertungszertifikat zu erhalten, muss der Hersteller einen Antrag beim Zentralen Technischen Dienst (Servizio Tecnico Centrale) einreichen und die Vorprüfung bestehen. Anschließend stellt der Zentrale Technische Dienst eine Unbedenklichkeitserklärung aus, die die Durchführung spezifischer Leistungstests an repräsentativen Proben des Produkts erlaubt. Das Zertifizierungsverfahren erfordert die Erstellung detaillierter Unterlagen aus diesen Tests, einschließlich Zertifikaten, Prüfberichten und einem ausführlichen Interpretationsbericht der Ergebnisse von Großversuchen. Das Verfahren kann auch eine Vor-Ort-Inspektion des Werks umfassen, um die korrekte Umsetzung des vom Hersteller implementierten internen Produktionskontrollsystems zu überprüfen. Nach Prüfung aller experimentellen Unterlagen wird der abschließende Genehmigungsbericht dem zuständigen Ausschuss des Obersten Rates für öffentliche Arbeiten vorgelegt, der schließlich vom Präsidenten durch die endgültige Entscheidung unterzeichnet wird. Das Zertifikat ist ab dem Ausstellungsdatum fünf Jahre gültig und kann verlängert werden, sofern sich in diesem Zeitraum die inhärenten Eigenschaften des Systems, die Produktionsbedingungen oder das System zur Überprüfung der Produktleistungsstabilität nicht ändern.
Das Dekret hat erhebliche Auswirkungen auf die Baustellenverwaltung, insbesondere in der kritischen Phase der Materialabnahme, und erweitert die Aufgaben und den Prüfumfang des Bauleiters. Der Bauleiter muss strikt bestätigen, dass das Stahlstützsystem über ein gültiges Technisches Bewertungszertifikat verfügt, und prüfen, ob eine Kopie davon den Transportdokumenten beigefügt ist. Gleichzeitig muss der Bauleiter Unterlagen beschaffen, die die Ergebnisse der werkseitigen Prüfungen der Chargen der einzelnen strukturellen Komponenten des Systems belegen. Das Kernziel der Verordnung ist es, sicherzustellen, dass die Produktqualität stets identifizierbar und eindeutig auf das produzierende Werk zurückverfolgbar ist. Dies wird durch eine beim Zentralen Technischen Dienst hinterlegte Kennzeichnung erreicht, die den Hersteller, den Produktionsstandort und die an den einzelnen Verarbeitungsschritten beteiligten externen Lieferanten klar ausweisen muss. Die Rückverfolgbarkeit der Materialien auf der Baustelle erfordert eine präzise dokumentarische Koordination zwischen dem Bauleiter und den am Bau des Stützsystems beteiligten Unternehmen.
Falls die Projektbedingungen es erfordern, muss der Bauleiter die geografische und strukturelle Position des Verstärkungssystems im fertiggestellten Bauwerk, korrespondierend zu den verschiedenen Lieferchargen, genau dokumentieren. Diese unterschriebenen Aufzeichnungen werden dann an den Auftragnehmer oder das ausführende Unternehmen übergeben. Der Auftragnehmer ist für die ordnungsgemäße Aufbewahrung aller technischen Unterlagen verantwortlich, einschließlich der Kennzeichnungen, Identifikationsetiketten und der Anweisungen des Bauleiters, bis zum Abschluss der statischen Abnahme. Der Hersteller trägt umfangreiche Archivierungspflichten; das Gesetz verlangt von ihm, die ordnungsgemäße Aufbewahrung und Bereitstellung der Begleitdokumente für Strukturmaterialien für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren sicherzustellen.
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