de.wedoany.com-Bericht: Kürzlich erklärte Cung Trọng Cường, Direktor des Entwicklungsinstituts der Stadt Hue, auf dem Seminar „Innovative Anwendungen zur Förderung des Tourismus und des Erbes in Hue“, dass der Parfümfluss zum größten Warenumschlagplatz der Stadt geworden sei. Viele Touristen nutzten keine konkrete Unterkunftsadresse, sondern wählten entlang des Flusses gelegene Standorte für den Warenempfang und gaben Bestellungen über Apps auf, während sie am Flussufer rasteten. Cung Trọng Cường ist der Ansicht, dass dies den Prozess der digitalen Transformation deutlich zeige: Technologie verbinde sich mit traditionellen Kulturräumen und schaffe neue Erlebnisse für Touristen.

Dieser Trend vollzieht sich vor dem Hintergrund der globalen Tourismusbranche, die sich in Richtung eines grünen und nachhaltigen Wandels entwickelt. Eine Umfrage von Booking.com zeigt, dass 2023 76 % der Touristen nachhaltiger reisen möchten, was die Destinationen dazu zwingt, ihre Serviceangebote kontinuierlich zu erneuern, um den Bedürfnissen der Touristen gerecht zu werden.
Võ Hoàng Liên Minh, Leiter der Tourismusabteilung des Tourismusamtes der Stadt Hue, gab bekannt, dass Hue im ersten Halbjahr 2026 voraussichtlich 4,3 Millionen Touristen empfangen werde, ein Anstieg von 30 % im Vergleich zum Vorjahr, und die Einnahmen 10,3 Billionen VND erreichen würden, ein Plus von 56,2 %. Die Stadt verfügt derzeit über acht Welterbestätten, und Minh sieht darin einen „nicht reproduzierbaren“ Vorteil. Hinter diesen Wachstumszahlen verberge sich jedoch ein „Wertverlust“, da viele Touristen nur kurz blieben und wenig ausgäben. Minh führt dies darauf zurück, dass die Touristen lediglich die oberflächlichen Werte des Erbes kennenlernten und tiefgehende Erfahrungen fehlten. Um den wirtschaftlichen Wert des Erbes zu steigern, seien koordinierte Maßnahmen erforderlich, um die Aufenthaltsdauer der Touristen zu verlängern und den Konsum zu fördern.

Auf dem Seminar waren sich die Experten einig, dass die digitale Transformation der Schlüssel zur Lösung der Probleme sei. Technologie könne nicht nur Destinationen effektiv bewerben, sondern auch dazu beitragen, Verbindungen zwischen Verwaltungsbehörden, Tourismusunternehmen und Technologieunternehmen herzustellen und ein gemeinsames Ökosystem zu schaffen. Ein typisches Beispiel ist die Integration von Rikscha-Diensten in digitale Plattformen. Nguyễn Phương Vi, Leiterin der Marketingabteilung von Grab Vietnam, erklärte, dass seit der Einführung des Dienstes Grab Xích Lô im August 2025 100 % der Fahrerpartner auf der Plattform geblieben seien. Dieses Modell bediene nicht nur Touristen, sondern decke auch den Mobilitätsbedarf der lokalen Bevölkerung. Zudem sei die Anzahl der Bestellungen in Gastronomiebetrieben gestiegen, die Zahl der weiblichen Fahrerpartner habe sich mehr als verdoppelt (Faktor 2,2), und das durchschnittliche Einkommen im Jahr 2025 sei um 20 % höher gewesen als der allgemeine Durchschnitt. Cung Trọng Cường zufolge hätten die digitalen Dienste und die Aktivitäten zur Förderung der Gastronomie ein neues, dynamischeres Image für den Tourismus in Hue geschaffen und gleichzeitig die Erfahrungen von Einwohnern und Touristen verbessert.
Langfristig hat Hue eine Tourismusentwicklungsrichtung auf der Grundlage des Prinzips „Schutz für Entwicklung“ festgelegt, wobei der durchgängige Standpunkt lautet: „Schutz ist grundlegend, Kultur ist die Basis, und die Menschen stehen im Mittelpunkt.“ Phạm Bá Hùng, Direktor der Tourismusfachschule der Stadt Hue, empfahl den Aufbau einer gemeinsamen Dateninfrastruktur und die verstärkte Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Entwicklung von Tourismusprodukten, um die Bedürfnisse der Touristen genauer zu analysieren und die Personalisierung von Erlebnissen zu verbessern. Er betonte jedoch, dass Technologie nur unterstützend wirke und das unmittelbare Erlebnis der Touristen bei direktem Kontakt mit dem Erbe nicht ersetzen könne.
Võ Hoàng Liên Minh schlug vier Lösungspakete vor: Schutz, Entwicklung und Reinvestition; Förderung der digitalen Transformation; innovative Werbemaßnahmen; und Ökologisierung von Tourismusrouten. Das Tourismusamt arbeitet derzeit an einem Vorschlag für eine „Digitale Kaiserstadt“, bei dem VR/AR-Technologien und 3D-Modelle zur Digitalisierung von Denkmälern und Kulturgütern eingesetzt werden. Geplant ist auch die Entwicklung eines 3D-Gastronomiemuseums zur Bewahrung und Präsentation traditioneller Rezepte, während gleichzeitig der Einsatz von Metaverse und KI zur Bereitstellung personalisierter Erlebnisse für Touristen erforscht wird. Von der Bestellgeschichte entlang des Parfümflusses bis hin zu groß angelegten Digitalisierungsprojekten des Erbes zeigt Hue einen deutlichen Wandel in der Betriebsweise seiner Tourismusbranche, mit dem Ziel, die vorhandenen kulturellen Werte effektiv zu erschließen und auf ein nachhaltiges Modell der Erbewirtschaft hinzuarbeiten.
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