Japans SoftBank setzt auf Physical AI, Masayoshi Son erklärt, dass Roboter die Serienproduktion in Fabriken erreicht haben
2026-06-24 16:06
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de.wedoany.com-Bericht: Am 24. Juni hat die japanische SoftBank Group den Fokus der nächsten KI-Wettbewerbsrunde weiter auf die Robotikfertigung gelegt. SoftBank-Vorsitzender Masayoshi Son gab auf der Hauptversammlung bekannt, dass ein Roboterprodukt für Physical-AI-Anwendungen bereits in einer Fabrik in Serienproduktion gegangen sei und bald offiziell vorgestellt werde. Gleichzeitig erklärte er, dass SoftBank durch die Integration führender Robotikunternehmen aus verschiedenen vertikalen Bereichen ein weltweit führendes Robotikunternehmen aufbauen und die Übernahme des Robotikgeschäfts des Schweizer Unternehmens ABB bis 2026 abschließen wolle.

Physical AI ist einer der Schwerpunkte, auf die SoftBank in den letzten Jahren gesetzt hat. Im Gegensatz zu KI, die nur in Software-, Text- oder Bildumgebungen arbeitet, betont Physical AI den Einsatz von KI-Fähigkeiten in Robotern, Automatisierungsgeräten, Logistiksystemen und Fertigungsszenarien, sodass Maschinen ihre Umgebung wahrnehmen, Aufgaben verstehen und Aktionen ausführen können. Die Nachricht von der Serienproduktion von Robotern sendet ein Signal: SoftBank treibt seine KI-Investitionen von Modellen, Chips und Rechenzentren weiter in die realen Automatisierungssysteme voran.

Masayoshi Son gab auf der Hauptversammlung keine konkreten Details zum genauen Modell des Roboterprodukts, zum Standort der Produktionslinie, zum Produktionsumfang oder zum genauen Veröffentlichungszeitpunkt bekannt, stellte jedoch klar, dass es für Physical-AI-Anwendungsszenarien konzipiert sei. Die Aufmerksamkeit der Außenwelt liegt vor allem darauf, ob SoftBank bereits ein Produktionssystem etabliert hat, bei dem Roboter an der Herstellung von Robotern beteiligt sind. Wenn dieses Modell stabil läuft, würde das bedeuten, dass SoftBank nicht nur in Robotikunternehmen investiert, sondern versucht, KI-gestützte Roboterfertigungskapazitäten für die Fabrik der Zukunft aufzubauen.

Ein weiterer wichtiger Schritt von SoftBank im Robotikbereich ist die Übernahme des Robotikgeschäfts des Schweizer Unternehmens ABB. SoftBank hat eine Vereinbarung mit ABB getroffen, das Robotikgeschäft von ABB für 5,375 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Die Transaktion bedarf noch der behördlichen Genehmigung durch die EU, China, die USA und anderer Bedingungen; SoftBank erwartet, dass der Abschluss Mitte bis Ende 2026 erfolgt. Das Robotikgeschäft von ABB umfasst Industrieroboterprodukte, globale Kundenressourcen und eine Basis für Fertigungsanwendungen. Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, wäre dies ein wichtiger Vermögenswert in SoftBanks Physical-AI-Strategie.

Das Robotikgeschäft von ABB bedient seit langem Fertigungsszenarien wie Automobil, Elektronik, Logistik, Lebensmittel und Getränke sowie die allgemeine Industrie und ist ein bedeutender Akteur im globalen Bereich der Industrierobotik. Für SoftBank liegt der Wert der Übernahme des ABB-Robotikgeschäfts nicht nur in der Gewinnung einer ausgereiften Produktlinie für Roboter, sondern auch in der Erlangung von Industriekunden, technischem Service, Systemintegrationserfahrung und globalen Vertriebskanälen. In Kombination mit SoftBanks Investitionen in KI, Chips, Cloud-Infrastruktur und Automatisierung könnte das Robotikgeschäft zur Plattform für den „Eintritt der KI in die physische Welt" werden.

Masayoshi Son betonte außerdem, dass SoftBank durch die Integration führender Robotikunternehmen aus verschiedenen vertikalen Bereichen ein größeres Robotik-Portfolio aufbauen werde. SoftBank hat bereits in Unternehmen wie SoftBank Robotics, Berkshire Grey, AutoStore, Agile Robots und Skild AI investiert, die im Bereich Robotik und Automatisierung tätig sind. Sollte das ABB-Robotikgeschäft hinzukommen, könnten diese Vermögenswerte eine stärkere Verknüpfung zwischen Industrierobotern, Lagerautomatisierung, mobilen Robotern, verkörperten KI-Modellen und Fertigungsszenarien schaffen.

Allerdings befinden sich die Serienproduktion von Robotern und die Integration des Robotikgeschäfts noch in der Umsetzungsphase und sind nicht gleichbedeutend mit einem umfassenden kommerziellen Erfolg. Der Weg vom Prototypen zur großflächigen Anwendung von Robotern erfordert die Lösung von Problemen wie Kosten, Zuverlässigkeit, Wartung, Szenarioanpassung, Sicherheitsstandards und Kapitalrendite für Kunden. Physical AI ist schwieriger umzusetzen als Software-KI, da sie mit den Unsicherheiten der realen Welt, mechanischem Verschleiß, Lieferkettenbeschränkungen und Sicherheitsverantwortung umgehen muss.

Das Schlüsselsignal, das SoftBank diesmal sendet, ist, dass sich seine KI-Strategie von „Investitionen in große Modelle und Rechenleistung" hin zu „KI in Maschinen einbauen" verlagert. KI-Infrastruktur bestimmt, ob Modelle laufen können, während Roboter bestimmen, ob KI in Fabriken, Lagerhäuser, Logistik- und Dienstleistungsszenarien Einzug halten kann. Indem Masayoshi Son auf der Hauptversammlung die Serienproduktion von Robotern und die Übernahme des ABB-Robotikgeschäfts betonte, zeigt dies, dass SoftBank Physical AI als das nächste zentrale Schlachtfeld nach Chips, Rechenzentren und generativer KI betrachtet.

Sollten die von SoftBank später vorgestellten Roboterprodukte in reale Industrie- oder Dienstleistungsszenarien gelangen, würde sich die Physical-AI-Erzählung von einer Vision des Kapitalmarkts hin zur Produktvalidierungsphase bewegen. Ob KI die Fertigungsindustrie verändern kann, hängt letztlich nicht nur von den Modellparametern und der Größe der Rechenzentren ab, sondern auch davon, ob Roboter stabil an den Produktionslinien arbeiten, kontinuierlich liefern und Arbeitsabläufe in der realen Welt tatsächlich ersetzen oder verbessern können.

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