de.wedoany.com-Bericht: Die erste Bauphase der Sanierung des historischen Ausstellungskomplexes Olympia im Westen Londons, entworfen von Heatherwick Studio in Zusammenarbeit mit SPPARC, ist nun abgeschlossen. Das 1886 erbaute viktorianische Wahrzeichen wurde in ein gemischt genutztes Ziel für Kultur, Gewerbe und Freizeit auf einem 14 Hektar großen Gelände umgewandelt. Ziel ist es, die Verbindung des Geländes mit der umliegenden Stadt durch neue öffentliche Räume, Kulturstätten, Gastronomieangebote und Gewerbeflächen wiederherzustellen. Das markante Bauwerk der ersten Phase ist ein neues öffentliches Dach, das eine erhöhte Fußgängerführung einführt, als Tor zum Gesamtplan dient und neue Ausblicke auf die historische Dachsilhouette von Olympia bietet. Dieses Projekt ist Teil eines laufenden Gesamtplans, der bis 2026–2027 umgesetzt wird.


Eines der Hauptziele des Gesamtplans ist die Verbesserung der öffentlichen Zugänglichkeit des Geländes. Olympia war historisch gesehen ein relativ abgeschottetes Ziel. Während die Ausstellungshallen weiterhin in Betrieb sind, wurden durch ein Netz aus Gassen, Plätzen, Terrassen und erhöhten Gehwegen zuvor unzugängliche Bereiche geöffnet. Die Logistik- und Versorgungsinfrastruktur wurde unter die Erde verlegt, sodass neue öffentliche Räume zwischen und um die bestehenden Gebäude herum geschaffen werden konnten. Diese Eingriffe stellen die Verbindungen zwischen den denkmalgeschützten Gebäuden (Grade II-listed) wieder her und schaffen neue Fußwege im gesamten Komplex.

Das Projekt der ersten Phase ist das neue öffentliche Dach über den Ausstellungshallen. Die Konstruktion befindet sich auf der zweiten Ebene, bietet rund 1.000 Quadratmeter öffentlich zugängliche Fläche und dient als neuer Eingang zum Gelände. Das Dach überspannt öffentliche Treppen und Rolltreppen, die Besucher zu den erhöhten Wegen führen, und bietet gleichzeitig Ausblicke auf die historischen gusseisernen und gläsernen Dachstrukturen von Olympia. Die erste Phase ist Teil einer Gesamtstrategie, die dem Gelände unter Bewahrung der bestehenden Gebäudemerkmale neue Bewegungslinien und Funktionsebenen hinzufügt.
Das Dach tritt in einen Dialog mit der viktorianischen Bausubstanz von Olympia und greift Elemente des ursprünglichen Komplexes auf, der von Sir Henry Edward Coe entworfen wurde. Die Konstruktion wird von fünf Stahlbögen mit einer Spannweite von jeweils 22 Metern getragen, die Dachfläche besteht aus 520 gefalteten Glasscheiben. Form und Detailierung sind der Architektursprache der Grand Hall entlehnt, während die zeitgenössische Bauweise einen klar erkennbaren Neubau in die bestehende Umgebung einfügt. Die umfassendere Sanierung umfasst auch eine Reihe von Kultur-, Gastronomie-, Büro- und gemeinschaftsorientierten Projekten, darunter eine neue Veranstaltungshalle mit 3.800 Plätzen, ein Theater mit 1.575 Plätzen, zwei Hotels, mehrere Restaurants und Cafés, rund 55.000 Quadratmeter Bürofläche sowie speziell für lokale Organisationen eingerichtete Proberäume.


Bei anderen aktuellen Sanierungsprojekten verwandelt UNStudio gemeinsam mit Felixx Landscape Architects & Planners ein altes Industriegelände in Cluj-Napoca, Rumänien, in ein gemischt genutztes Viertel entlang des Flusses Someș. In Rom wurde Stefano Boeri Architetti mit der Umwandlung des lange verlassenen Vittoria-Lagers in einen multifunktionalen Komplex beauftragt. In Minneapolis wird ein ehemaliges Hauptquartiergebäude von Minoru Yamasaki in ein Hotel umgewandelt, das durch das neue Hotelprojekt das Leben des modernistischen Wahrzeichens des Architekten verlängert.
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