de.wedoany.com-Bericht: Am 24. Juni gab der Volkswagen-Konzern eine exklusive Vereinbarung mit Bain Capital bekannt, wonach 51 % der Anteile an seiner Dieselmotorentochter Everllence veräußert werden sollen. Der Deal soll einen Erlös von rund 7,4 Milliarden Euro (etwa 8,4 Milliarden US-Dollar) einbringen. Volkswagen plant, mittelfristig 49 % der Anteile an Everllence zu halten und einer der Hauptaktionäre zu bleiben.

Everllence, ehemals MAN Energy Solutions, hat seinen Hauptsitz im deutschen Augsburg und beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter an über 140 Standorten weltweit. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. Seine Produkte bedienen hauptsächlich die Schifffahrts-, Energie- und Industriebranche. In den letzten Jahren hat sich der Marktausblick aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Notstromlösungen für Rechenzentren kontinuierlich verbessert.
Volkswagen-CEO Oliver Blume erklärte: „Schlankere Strukturen und Prozesse werden es Everllence ermöglichen, in attraktiven Märkten wie Rechenzentren, Energie und Schifffahrt weiter zu wachsen. Gleichzeitig können wir uns so stärker auf unser Kerngeschäft konzentrieren.“
Bei dieser Leveraged-Buyout-Transaktion handelt es sich um eine der größten Desinvestitionen im europäischen Industriesektor in diesem Jahr. Volkswagen optimiert durch die Veräußerung nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte seine Kapitalallokation, um die Transformationsinvestitionen im Konzern-Automobilgeschäft zu unterstützen. Bain Capital setzte sich im Bieterverfahren gegen Wettbewerber wie CVC und EQT durch, wobei EQT zuvor gemeinsam mit dem Volkswagen-Großaktionär Porsche SE und dem katarischen Staatsfonds ein Konsortium für die Übernahme gebildet hatte. Die Porsche SE hält 53,3 % der Stimmrechte an Volkswagen, Katar hält über seinen Staatsfonds 17 %.
Gemäß der Vereinbarung sollen die Produktionsstandorte von Everllence in Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg unter der neuen Eigentümerstruktur mindestens bis Ende 2030 erhalten bleiben, wobei betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Die Transaktion bedarf noch der Durchführung des Mitarbeiterkonsultationsverfahrens und der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Volkswagen erwartet, dass die entsprechenden Bedingungen bis Ende 2026 erfüllt sein können. Zum 31. Mai 2026 betrug der Buchwert von Everllence in der Bilanz von Volkswagen rund 3,4 Milliarden Euro.
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