de.wedoany.com-Bericht: Die Bezirksregierung Arnsberg hat einem Unternehmenskonsortium die bislang größte Geothermie-Erkundungslizenz in Deutschland erteilt. Das Lizenzgebiet mit dem Namen „Erdwärme Metropole Ruhr" umfasst eine Fläche von 1.640 Quadratkilometern im Ruhrgebiet von Oberhausen bis Hamm in Nordrhein-Westfalen und zielt darauf ab, geothermische Ressourcen zur Wärmeversorgung neuer und bestehender Wärmenetze zu erschließen.

Zu den an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligten Unternehmen gehören E.ON Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche ErdWärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme sowie die Hertener Stadtwerke. Diese Partner planen die Gründung eines Joint Ventures, das jedoch noch der kartellrechtlichen Fusionskontrolle durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden bedarf.
Mit der Erteilung der Erkundungslizenz werden die Projektpartner in dem vorgesehenen Gebiet (von Oberhausen bis Hamm, von Marl bis Schwerte) geologische Reservoiruntersuchungen durchführen, um das geothermische Potenzial zu ermitteln. In der ersten Erkundungsphase werden zweidimensionale seismische Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse die Grundlage für nachfolgende dreidimensionale seismische Untersuchungen bilden, um mögliche Bohrpunkte zu identifizieren.
Dr. Herbert Pohl, CEO der Deutschen ErdWärme, wies darauf hin, dass diese großflächige Erkundungslizenz ein wichtiger Schritt für den Ausbau der Geothermie in Nordrhein-Westfalen sei, das über ein enormes Potenzial für die Nutzung unterirdischer erneuerbarer Wärme in städtischen, kommunalen und industriellen Anwendungen verfüge. Katja Winkler, Geothermie-Projektmanagerin bei E.ON Business Solutions Deutschland, erklärte, dass die Konsortiumspartner entschlossen seien, einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende des Bundeslandes zu leisten. Matthias Ohl, CEO des Bereichs Fernwärme bei Iqony, ergänzte, dass das dicht besiedelte, hochindustrialisierte Ruhrgebiet über zahlreiche unerschlossene Energiequellen verfüge und Geothermie eine tragende Säule der zukünftigen Wärmeversorgung werden könne.
Im Jahr 2024 veröffentlichte Nordrhein-Westfalen den „Masterplan Geothermie", der das Ziel setzt, 15 bis 20 Prozent des Wärmebedarfs des Bundeslandes durch Geothermie zu decken. Anschließend kündigte das Land ein Förderprogramm an, das die geothermische Erschließung durch Zuschüsse für Tiefenerkundungsbohrungen und die Installation von Geothermie-Wärmepumpen unterstützt.
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