Italienischer Betreiber INWIT nimmt INOC zur zentralisierten Überwachung der Kommunikationsinfrastruktur in Betrieb
2026-06-26 11:06
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de.wedoany.com-Bericht: INWIT hat am Hauptsitz in Rom das neue INOC (INWIT Network Operations Center) offiziell in Betrieb genommen, um seine landesweit verteilte Kommunikationsinfrastruktur zentral zu überwachen und zu verwalten. Dies markiert einen entscheidenden Schritt des Unternehmens zur Internalisierung seiner Kernbetriebsaktivitäten.

Foto von Lampedusa 2

Ziel des neuen Betriebszentrums ist es, die Überwachung aller Telekommunikationsmasten, DAS-Systeme, IoT-Sensoren und Gateways auf einer einheitlichen Plattform zu integrieren. Das Zentrum ist rund um die Uhr in Betrieb, sammelt verschiedene Meldungen, Anrufe und Alarme, verwaltet Arbeitsaufträge und leitet bei Dienstunterbrechungen oder außergewöhnlichen Ereignissen entsprechende Bearbeitungsprozesse ein.

Für INWIT ist dies eine der strategischsten Investitionen der letzten Jahre. Die Internalisierung der Asset-Management-Funktionen zielt darauf ab, die Betriebseffizienz, Autonomie und Entscheidungsreaktionsgeschwindigkeit zu steigern, um so direkt den Kundenservice zu verbessern und margenstarke Geschäftsfelder zu erschließen.

Die Inbetriebnahme des Betriebszentrums stärkt das bereits landesweit ausgelegte Industriemodell des Unternehmens. INWIT muss täglich den stabilen Betrieb von rund 26.000 Mobilfunkmasten und etwa 850 Indoor-DAS-Verteilstellen (Distributed Antenna Systems) gewährleisten, die hauptsächlich in Bahnhöfen, U-Bahnen, Tunneln, großen Gebäuden und stark frequentierten Bereichen installiert sind. Dieses riesige Netzwerk erfordert strukturierte Prozesse mit enger Zusammenarbeit zwischen der Unternehmenszentrale und den regionalen Teams. Die Instandhaltungsarbeit ist der Schlüssel zur Gewährleistung der Anlagenzuverlässigkeit und zielt darauf ab, die Auswirkungen verschiedener außergewöhnlicher Ereignisse auf Betreiber und Endnutzer zu minimieren. Das Asset-Management umfasst nicht nur die Fehlerbehebung, sondern auch Planung, Sicherheit, Prüfung der Betriebsbedingungen und die Einsatzfähigkeit in komplexen oder abgelegenen Umgebungen.

Das Betriebssystem des INOC stützt sich auf vier integrierte Komponenten. Erstens standardisierte Prozesse, die Fehlermanagement, Eskalationsmechanismen und die Einhaltung von Service-Level-Agreements umfassen. Zweitens die personellen Fähigkeiten; das Team besteht aus Operateuren der ersten Linie, Fachtechnikern und leitenden Ingenieuren, die für die Bearbeitung der komplexesten Anomalien zuständig sind. Drittens das nahezu Echtzeit-Ereignismanagement; das Zentrum analysiert Alarme und Kennzahlen, filtert sie nach Priorität und ordnet sie den am besten geeigneten Lösungsansätzen zu. Viertens die technische Plattform, die kontinuierlich laufende Überwachungs- und Ticketsysteme umfasst, die Automatisierungs- und Künstliche Intelligenz-Funktionen zur Analyse des Zustands von Netzwerkelementen und zur Unterstützung der vorausschauenden Wartung integrieren. Diese Architektur treibt den Wandel des Unternehmens von einem reaktiven zu einem proaktiven Managementmodell voran, sodass Anomalien schnell erfasst, klassifiziert und den effektivsten Lösungen zugeführt werden können. Der Kernwert des INOC liegt in der direkten Verknüpfung technischer Daten mit operativen Entscheidungen, wodurch die Reaktionskette und -zeit verkürzt werden.

Das INOC in Rom ist eng mit dem bestehenden digitalen Wartungsökosystem von INWIT verbunden. Kernstück ist das Wartungsmanagementsystem, das zur Planung, Verwaltung und Nachverfolgung aller Eingriffe an den Anlagen dient. Das System verfolgt Aktivitäten in jährlichen, halbjährlichen und fünfjährigen Plänen, einschließlich der Behebung gelegentlicher Störungen, Zertifizierungen, Zugangsanfragen und Sicherheitsmaßnahmen, und ermöglicht es INWIT und seinen Mietern, Sicherheitszugangsrisikokarten gemäß den Unternehmensrichtlinien herunterzuladen. Die Daten bis Dezember 2025 zeigen den Betriebsumfang des Systems: Das Unternehmen verzeichnete 47.000 korrigierende Vor-Ort-Eingriffe, 39.000 planmäßige Wartungen, 44.500 außerplanmäßige Wartungen und bearbeitete 44.000 Wartungsmeldungen von Mietern. Hinzu kamen 3.600 Standortzugangsprobleme, über 5.200 Energiezählereingriffe und mehr als 2.100 Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Sicherheitsoperationszentrum und Sicherheitsdiensten. In Bezug auf Betriebskennzahlen koordiniert das System monatlich Tausende von Meldungen, während die durchschnittliche Netzverfügbarkeit bei über 99,5 % gehalten wird. Jede Meldung wird im Durchschnitt innerhalb von 30 Minuten bearbeitet; bei kritischer Infrastruktur liegt die durchschnittliche Wiederherstellungszeit zwischen 6 und 10 Stunden.

Das INOC ist Teil eines Netzwerks spezialisierter Betriebszentren. Das Security Operations Center (SOC) überwacht die physische Sicherheit der Standorte und verwaltet Zugänge, Einbruchserkennung und Videoüberwachung. Das Network Operations Center (NOC) koordiniert die planmäßige und korrigierende Wartung und verfolgt Alarme, Beschwerden, Störungen und geplante Aktivitäten. Darüber hinaus ist das DAS Operations Center (DOC) speziell für die Fernverwaltung von Small Cells und DAS-Systemen in Bahnhöfen, U-Bahnen und Tunneln zuständig und führt eine sekundäre Fernfehlerbehebung durch, um Dienste schnell wiederherzustellen und Vor-Ort-Einsätze zu reduzieren. Durch diese Aufgabenteilung werden verschiedene Aspekte des Netzwerks spezialisiert überwacht, während gleichzeitig die Verantwortlichkeiten klar definiert sind. Jede Meldung ist von der Erstellung bis zum Abschluss vollständig nachvollziehbar; Informationen bleiben während des gesamten Eingriffs verfügbar und werden für monatliche Auswertungen und Trendanalysen historisch aufgezeichnet. Dieses Modell ermöglicht es INWIT, die zentrale Anlagenansicht effektiv mit der Vor-Ort-Arbeit der regionalen Technikteams zu verbinden. In Spitzenzeiten, wenn mehrere Ereignisse gleichzeitig auftreten oder externe Faktoren (wie Wetter, Verkehr oder Stromprobleme) die Bearbeitungszeit beeinflussen, ist die Koordination zwischen den Zentren besonders entscheidend. Die Priorität liegt dann nicht nur in der Erstellung von Tickets, sondern auch in der angemessenen Ressourcenzuweisung, der Fortschrittsverfolgung und dem Abschluss des Kreislaufs mit überprüfbaren Daten.

Die digitale Transformation des Betriebsmodells erstreckt sich auch auf die Teams, die Vor-Ort-Eingriffe durchführen. Die Techniker nutzen eine mit dem Wartungsmanagementsystem verbundene Field-Service-App, um Arbeitsaufträge zu erhalten, Sicherheitsdokumente einzusehen, den Arbeitsstatus zu aktualisieren und Informationen in Echtzeit an das Betriebszentrum zurückzumelden. Dieser digitale Prozess deckt den gesamten Eingriffszyklus ab, von Alarmtests bis zum Ausfüllen planmäßiger Wartungschecklisten, und reduziert effektiv Informationslücken zwischen Meldung, Vor-Ort-Operation und Aufgabenabschluss. An den geschäftigsten Tagen kann das System gleichzeitig über 2.000 aktive Alarme erfassen, verteilt nach Priorität und geografischem Standort. Die Integration des Zentrums mit den Vor-Ort-Teams ist der Schlüssel zur Steigerung der Systemrobustheit; die Techniker sind keine isolierten Endpunkte, sondern Knotenpunkte in der Informationsaktualisierungskette. Das Betriebszentrum kann den Arbeitsfortschritt in Echtzeit verfolgen, Prioritäten neu setzen und bei Bedarf nach technischen Upgrades eingreifen.

Die physische Sicherheit der Standorte wird ebenfalls durch digitale Systeme gewährleistet. INWIT setzt mechatronische Lösungen wie digitale Schließzylinder und Vorhängeschlösser ein, um sicherzustellen, dass nur autorisiertes Personal Zugang zu den Standorten erhält. Vor dem Öffnen der Tür muss die Risikokarte eingesehen und die Berechtigung über das interne Identitätsmanagementsystem überprüft werden. Dieses Modell erhöht die Sicherheit für das Bedienpersonal und die Anlagen erheblich, insbesondere in abgelegenen oder schwer zugänglichen Gebieten. Das digitale Zugangsmanagement ermöglicht eine genaue Aufzeichnung, wer wann einen Standort betreten hat und welche Berechtigungen vorlagen. Für ein landesweites Netzwerk ist die physische Kontrolle der Infrastruktur ebenso wichtig wie die technische Überwachung. Das INOC bietet für das gesamte System eine geordnetere Ereignisübersicht und kann jede Sicherheitsanomalie mit dem Betriebszustand der Anlagen verknüpfen. Die Verschmelzung von Überwachung, Zugangskontrolle und Prozessen verringert das Risiko von Koordinationsfehlern und beschleunigt die Zusammenarbeit mit Sicherheitsdiensten oder Vor-Ort-Teams.

Der nächste Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der vorausschauenden Wartung. Durch die Integration von Sensoren, Telemetrie und Künstlicher Intelligenz kann das System frühzeitig Anzeichen für Geräteverschleiß oder wiederkehrende Anomalien erkennen, mit dem Ziel, vor dem Auftreten eines Ausfalls einzugreifen. Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf eine erhöhte Zuverlässigkeit; präzisere Datenanalysen tragen auch zur Senkung des Energieverbrauchs, zur Optimierung von Wartungsplänen und zur Förderung eines nachhaltigeren Asset-Managements bei. In diesem Modell wird das INOC zum Zentrum für die Sammlung, Interpretation und Umwandlung technischer Informationen in Entscheidungsanweisungen.

Der Wert der Infrastruktur zeigt sich besonders in schwer zu versorgenden Gebieten. Im Jahr 2025 war der Telekommunikationsmast von INWIT auf der Insel Lampedusa Gegenstand eines bedeutenden Wartungs- und Modernisierungsprojekts. Das Unternehmen errichtete einen neuen Turm neben dem bestehenden, sicherte so die Kommunikationskontinuität und realisierte gleichzeitig die längste Mikrowellenverbindung Europas – eine 147 km lange Verbindung zwischen Lampedusa und Pantelleria sowie eine 50 km lange Verbindung von Lampedusa nach Linosa. Die Infrastruktur beherbergt auch Ausrüstung der Strafverfolgungsbehörden für die Sicherheit und Überwachung auf See und dient als Rückfallebene für die Inseln, falls kritische Kommunikationswege wie Seekabel ausfallen. Dieses Beispiel zeigt, wie gemeinsame Masten und Systeme unter extremen geografischen Bedingungen kritische öffentliche Dienste unterstützen können. Die Einrichtung des INOC zielt darauf ab, diese Steuerungsfähigkeit zu festigen. Angesichts der verteilten Infrastruktur benötigt das Unternehmen gemeinsame Werkzeuge, qualifiziertes Personal und zuverlässige Datenunterstützung. Die Integration dieser Schlüsselfunktionen in ein eigenes Betriebszentrum bedeutet, dass INWIT die Betriebskontrolle verstärkt, die Eingriffsqualität verbessert und die technische Grundlage dafür schafft, seine Servicefähigkeiten in Zukunft über die Unternehmensgrenzen hinaus auszuweiten.

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