de.wedoany.com-Bericht: Am 24. Juni veröffentlichte die Suezkanal-Behörde (Suez Canal Authority, SCA) ein neues Rundschreiben (Navigation Circular), in dem eine Erhöhung der vorübergehenden Zuschläge (Surcharge) für die meisten Schiffstypen ab dem 15. Juli 2026 angekündigt wird.
Gemäß der Ankündigung werden die neuen Zuschläge zusätzlich zu den bestehenden Kanaldurchfahrtsgebühren erhoben und gelten für Schiffe, die ab dem 15. Juli den Suezkanal passieren. Die Suezkanal-Behörde erklärte, dass diese Anpassung auf der Grundlage der aktuellen Lage des internationalen Schifffahrtsmarktes getroffen wurde. Die betreffenden Zuschläge sind vorübergehende Maßnahmen und werden je nach Marktentwicklung angepasst oder aufgehoben.
Zuschläge für mehrere Schiffstypen erhöht
Gemäß dem neuen Gebührentarif werden die Zuschläge für die einzelnen Schiffstypen wie folgt angepasst:
Containerschiffe
Zuschlag bleibt bei 12 %
Zusätzlich zu den normalen Kanaldurchfahrtsgebühren erhoben
Trockenfrachtschiffe
Anstieg von 10 % auf 22 %
Rohöl- und Produktentanker
Anstieg von 25 % auf 37 %
Leere Tanker
Anstieg von 15 % auf 27 %
Flüssiggas-Tanker (LPG) und Chemikalientanker
Anstieg von 20 % auf 32 %
Flüssigerdgas-Tanker (LNG)
Anstieg von 7 % auf 19 %
Autotransporter
Nordwärtsfahrt: Anstieg von 14 % auf 26 %
Südwärtsfahrt: bleibt bei 12 %
Stückgutschiffe, Mehrzweckschiffe, RoRo-Schiffe, Schwergutschiffe usw.
Anstieg von 14 % auf 26 %
Derzeit sind Passagierschiffe der einzige Schiffstyp, der von dieser Zuschlagsanpassung nicht betroffen ist.
Anstieg der Kanaldurchfahrten
In den letzten Jahren haben viele Reedereien aufgrund der Sicherheitslage im Roten Meer die Route um das Kap der Guten Hoffnung gewählt, was zu einem deutlichen Rückgang der Durchfahrten und Einnahmen des Suezkanals führte. Seit Beginn des Jahres 2026 hat sich die Situation der Kanaldurchfahrten jedoch verbessert.
Nach offiziellen ägyptischen Statistiken passierten im April 2026 insgesamt 1.182 Schiffe den Suezkanal, ein Anstieg von 13,9 % im Vergleich zum Vorjahr; darunter 529 Tanker, ein Anstieg von 27,8 %. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die von den den Suezkanal passierenden Schiffen gezahlten Durchfahrtsgebühren auf etwa 425 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von über 30 % im Vergleich zum Vorjahr, was den höchsten Stand seit Ausbruch der Rotmeer-Krise darstellt.
Druck auf die Wiederherstellung der Kanaleinnahmen bleibt bestehen
Trotz des jüngsten Anstiegs der Durchfahrten liegt das gesamte Verkehrsaufkommen des Suezkanals im Vergleich zur Zeit vor Ausbruch der Rotmeer-Krise immer noch auf einem relativ niedrigen Niveau.
Marktanalysten gehen davon aus, dass Ägypten mit der Anpassung des Gebührenmechanismus versucht, ein Gleichgewicht zwischen der Wiederherstellung der Kanaleinnahmen und der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Route zu finden, da einige Tanker und Energietransportschiffe wieder die Suez-Route wählen und sich die Schifffahrtsstruktur im Nahen Osten verändert.
Gleichzeitig betont die Suezkanal-Behörde, dass diese Zuschlagsanpassung nicht die grundlegenden Durchfahrtsgebühren betrifft. Das derzeit geltende Basistarifsystem wurde seit 2024 nicht mehr angepasst.
Für Reedereien wird diese Zuschlagsanpassung die Kosten pro Fahrt durch den Suezkanal direkt in die Höhe treiben, wobei insbesondere Tanker, LNG-Schiffe, LPG-Schiffe und Trockenfrachtschiffe stärker betroffen sein werden.
Derzeit sind die Sicherheitsrisiken auf der Rotmeer-Route, die Kriegsrisikoprämien und die Treibstoffkosten weiterhin hoch. Mit der weiteren Erhöhung der Zuschläge durch den Suezkanal könnten die Gesamtbetriebskosten für die Asien-Europa-Route und den Energietransportmarkt in Zukunft weiter unter Druck geraten. Verlader und Logistikunternehmen sollten beobachten, ob die Reedereien anschließend ihre Zuschlagsprojekte und die damit verbundenen Frachtratenpolitiken anpassen.
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