de.wedoany.com-Bericht: New Wave errichtet derzeit in der Alunorte-Raffinerie in Barcarena, Bundesstaat Pará, die weltweit erste Anlage, die mithilfe von Mikrowellentechnologie Bauxitabfälle in grünes Eisen umwandelt.
Laut Firmengründer und CEO Gustavo Emina soll die Anlage im November in Betrieb gehen. Die Fabrik wird aus Sekundärrohstoffen Eisen mit geringem CO₂-Fußabdruck produzieren und gleichzeitig ein inertes Nebenprodukt erzeugen, das in der Bauindustrie verwendet werden kann. Emina erklärte am 26. Juni auf der Veranstaltung „Transformative Dialoge“ im Rahmen des Energy Summit 2026 in Rio de Janeiro, dass weltweit jährlich 180 Millionen Tonnen Bauxitabfälle anfallen, mit einem kumulierten Bestand von über 4 Milliarden Tonnen. Er wies darauf hin, dass die durch die Energiewende bedingte Nachfrage nach Aluminium diese Zahl bis 2032 voraussichtlich auf 210 Millionen Tonnen steigen lassen werde, wodurch die Lösung von New Wave zu einer globalen Alternative werde.
Die Anlage wandelt Bauxitabfälle – den zweitgrößten industriellen Abfallstrom der Welt, der reich an Eisenoxid ist – in ein Produkt mit 96 % Reinheit um, dessen Qualität über der von Roheisen liegt und nahe an Stahl heranreicht. Das Verfahren nutzt Mikrowellen zur Veränderung der Mineralphasen und erreicht durch Kohlenstoff eine CO₂-Neutralität im Kreislauf. Das entstehende inerte, ungiftige Nebenprodukt kann in der Zementherstellung als Ersatz für Klinker eingesetzt werden, wodurch die positiven Umweltauswirkungen der Lösung weiter verstärkt werden.
New Wave entwickelt zudem eine Technologie zur Lithiumraffination in Brasilien und plant den Bau einer Anlage mit einer Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Ziel ist es, das derzeit nach China exportierte Spodumenkonzentrat in batteriefähiges Lithiumcarbonat umzuwandeln, das preislich mit chinesischen Produkten konkurrieren kann. Emina erklärte, dass 94 % des weltweiten Lithiums in China raffiniert werden und Brasilien keine Wertschöpfung erziele. Die Technologie des Unternehmens könne jedoch zu geringeren Kosten als in China führen. Das Mikrowellenverfahren reduziere zudem die Umweltauswirkungen durch die Verarbeitung der anfallenden Abfälle (die 95 % des geförderten Materials ausmachen) und vermeide unsachgemäße Entsorgung.
Der CEO kritisierte die langsame Genehmigung von Umweltlizenzen in Brasilien, die von der Reife eines Projekts bis zur Genehmigung 10 bis 12 Jahre dauern könne. Er betonte, dass die Welt in Kapazitäten investiere, während Brasilien gegen den Strom schwimme; es gebe ein technologisches Zeitfenster, das man verpasse, wenn man mit Diskussionen beginne und Engpässe schaffe. Emina verwies auf Anreize in den USA, die sich ein 3-Jahres-Ziel gesetzt hätten, und plädierte dafür, dass Brasilien seine Zusammenarbeit mit den USA, Europa und Japan diversifizieren sollte, anstatt investitionshemmende Engpässe zu schaffen. Er ist der Ansicht, dass Brasilien über saubere und günstige Energie, natürliche Ressourcen und Wasser verfüge, aber ohne diese Geschwindigkeit letztlich nicht wettbewerbsfähig sein werde.
Emina lobte die Politik der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES, die bereits eine Kreditlinie für die Fabrik in Barcarena genehmigt hat. Er wies jedoch darauf hin, dass das Modell weiterhin eine vollständige Sicherheit durch den Kreditnehmer verlange, wobei das Risiko zu 100 % beim Kreditnehmer liege. Der Manager plädierte dafür, dass Brasilien die Innovation bei Finanzierungsmechanismen vorantreiben sollte, damit die BNDES wie in anderen Ländern flexibler agieren könne, und die Kreislaufwirtschaft als nationale strategische Agenda verankert werde. Abschließend betonte er, dass die Konzentration auf Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und Energiewende von entscheidender Bedeutung sei, wobei der Schwerpunkt auf dem Abbau mehrerer Mineralien und nicht nur eines einzelnen liegen sollte.
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