de.wedoany.com-Bericht: Das mexikanische Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (SEMARNAT) und das britische Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null-Emissionen (DESNZ) haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die darauf abzielt, die Zusammenarbeit in den Bereichen Klimaschutz, Energiewende und Naturschutz zu vertiefen. Derzeit bemüht sich Mexiko darum, seine Industriepolitik mit den Zielen der Dekarbonisierung und der biologischen Vielfalt in Einklang zu bringen.

Die Vereinbarung wurde von José Samaniego, dem stellvertretenden Minister für nachhaltige Entwicklung und Kreislaufwirtschaft des mexikanischen SEMARNAT, und der britischen Klimaministerin Katie White während eines Arbeitsbesuchs in London unterzeichnet. Die Absichtserklärung schafft einen Rahmen für die internationale Klimafinanzierung, wissenschaftliche Zusammenarbeit, Innovationsaustausch und Initiativen für grünes Wachstum. Die Vereinbarung unterstützt die Aktualisierung des national festgelegten Beitrags (NDC 3.0) Mexikos und fördert die Entwicklung in mehreren Bereichen, darunter Offshore-Windenergie, kohlenstoffarmer Wasserstoff, Elektromobilität, nachhaltige Finanzen, Wasserressourcenmanagement und die Wiederherstellung von Meeresökosystemen.
Der Kooperationsumfang umfasst auch Biodiversitätsstrategien im Einklang mit dem globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal, die Dekarbonisierung der Industrie, die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft und Wege für einen „gerechten Übergang". Das Abkommen sieht technische Zusammenarbeit, Kapazitätsaufbau, gemeinsame Forschung, Expertenaustausch, Workshops und halbjährliche Klimadialoge vor. Die Vereinbarung beinhaltet keinen Geldtransfer, hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann optional verlängert werden.
SEMARNAT erklärte, dass diese Partnerschaft die internationale Kooperationsstrategie Mexikos zur Förderung seiner Klima- und Biodiversitätsverpflichtungen stärkt. Die Ankündigung basiert auf der sich ausweitenden Klimakooperation zwischen Großbritannien und Mexiko, einschließlich der im Mai gestarteten zweiten Phase des britischen Programms „UK Partnering for Accelerated Climate Transitions" (UK PACT).
UK PACT ist seit 2018 in Mexiko aktiv und hat 24 Projekte in den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Verkehr und Finanzen unterstützt. Nach Angaben der britischen Regierung hat das Programm dazu beigetragen, etwa 780.000 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden und fast 20.000 Menschen zu schulen.
Bei einer Startveranstaltung im Mai in Mexiko-Stadt betonten britische Beamte, dass Mexiko ein wichtiger regionaler Partner für den Klimaschutz sei. Die britische Botschafterin in Mexiko, Susannah Goshko, hob die neue Dynamik der bilateralen Zusammenarbeit hervor. Der parlamentarische Staatssekretär Christopher Elmore erklärte, dass diese von Großbritannien geförderte internationale Zusammenarbeit nicht nur Klimafragen betreffe, sondern auch Wachstum, Finanzierung, Investitionsmöglichkeiten und Zusammenarbeit umfasse.
Auch mexikanische Beamte betonten die Rolle der britischen Zusammenarbeit bei der Förderung der nationalen Klimaziele. Fidel Carrasco González, Leiter der Abteilung für Energieplanung im mexikanischen Energieministerium (SENER), wies auf die Zusammenarbeit bei Offshore-Wind- und Wasserstofftechnologien hin, die sich in Mexiko noch in einem frühen Entwicklungsstadium befänden. Die Regierung habe sich ein indikatives Ziel gesetzt, den Anteil sauberer Energie von 24 % auf 38 % zu erhöhen, was einem jährlichen Wachstum von etwa 5 Prozentpunkten entspreche.
Im Bereich der Finanzierung erklärte Regina Rosales, Vertreterin des mexikanischen Ministeriums für Finanzen und öffentliche Kredite (SHCP), dass die mexikanische Strategie für nachhaltige Finanzen zwischen 2023 und 2030 die Mobilisierung von rund 13,6 Billionen mexikanischen Pesos (etwa 776,2 Milliarden US-Dollar) erfordere. Die Strategie umfasse die Entwicklung eines nationalen nachhaltigen Klassifikationsstandards, die Ausgabe grüner Anleihen, die Einrichtung eines Wirkungsberichtsrahmens und die Ausweitung des Zugangs zu internationaler Klimafinanzierung.
Experten, die an UK PACT beteiligt sind, betonten zudem dessen Rolle bei der Stärkung des rechtlichen und institutionellen Rahmens für den Klimaschutz in Mexiko. Andrés Ávila, Geschäftsführer von POLEA, erklärte, das Programm sei entscheidend für die Förderung einer neuen Generation von Klimaschutzgesetzen in Mexiko und unterstütze Klimagerechtigkeit und die Umsetzung auf lokaler Ebene.
Mexiko bleibt äußerst anfällig für Klimaauswirkungen wie Dürren, Überschwemmungen und Hurrikane, was die Notwendigkeit von Minderungs- und Anpassungsstrategien unterstreicht. Die Behörden und relevanten Partner betonten, dass das Ziel der verstärkten britisch-mexikanischen Zusammenarbeit nicht nur die Reduzierung von Emissionen sei, sondern auch die Steigerung der Resilienz und der regulatorischen Kapazitäten auf Bundes- und Landesebene umfasse.
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