de.wedoany.com-Bericht: Das peruanische Bergbauunternehmen Miski Mayo verwandelt das Motto „Leben an erster Stelle" von einem Slogan in gelebte Praxis. Die 2.300 Mitarbeiter (einschließlich direkt Angestellter und Auftragnehmer) stellen dies in den Mittelpunkt ihrer gesamten Arbeitskette vom Bergbau bis zur Hafenverladung. Diese Transformation stützt sich auf das integrierte Managementsystem (SIG) der Muttergesellschaft Mosaic, das durch standardisierte Prozesse sicherstellt, dass alle Mitarbeiter nach einheitlichen Regeln handeln. Kernstück sind die „9 Regeln zum Schutz des Lebens" – unverhandelbare Vorgaben, die auf der Analyse historischer Arbeitsunfälle basieren und dazu dienen, alltägliche Arbeiten von schweren Verletzungsrisiken zu isolieren.
Der Wandel der Arbeitssicherheit vor Ort wird durch das L.E.G.O.-Tool (Leaders Engage – Go Observe) umgesetzt, das von Führungskräften verlangt, sich direkt an der Arbeit zu beteiligen, Risiken in Echtzeit zu erfassen und gute Praktiken anzuerkennen, um so zu signalisieren, dass Sicherheit eine Managementpriorität ist. Führungskräfte wenden die COACH-Methode (Cuidado activo, Observación, Análisis, Comunicación y Ayuda or Help) an, um mit den Arbeitern zu sprechen. Durch respektvolle Kommunikation werden die Arbeiter dazu angeleitet, Verbesserungspotenziale zu erkennen, was Vertrauen und Eigenverantwortung stärkt.
Die Arbeiter haben durch das Tool „Haz un pare por la vida" (Stopp für das Leben) das Recht, Arbeiten zu unterbrechen. Vor Beginn einer Aufgabe müssen die Arbeiter bewusst innehalten und die Wirksamkeit der Kontrollmaßnahmen überprüfen. Bei Unsicherheit können sie die Arbeit ohne Angst vor Vergeltung stoppen. Die wöchentliche PAR-Sitzung (Programa de Actitud Responsable) bringt etwa 200 Personen zusammen, darunter Manager, Führungskräfte von Auftragnehmern sowie Verwaltungs- und Betriebsmitarbeiter, um Daten zu analysieren, Erfahrungen mit Beinaheunfällen auszutauschen und Standards zu vereinheitlichen, damit alle sicher nach Hause zurückkehren. In 15 Betriebsjahren wurde Miski Mayo im nationalen Wettbewerb des Instituts für Bergbausicherheit (ISEM) siebenmal als sicherstes Bergbauunternehmen Perus (Kategorie Tagebau) ausgezeichnet, erhielt kürzlich eine Ehrenplakette und belegte im letzten Wettbewerb den zweiten Platz.
Die Verbesserung der Sicherheit zeigt sich in von Mitarbeitern initiierten Innovationen. Der 11. Wettbewerb für bewährte Sicherheitspraktiken zeichnete vier Projekte aus, die direkt aus der Praxis stammen. Das erste Projekt betraf das Heben von Förderband-Riemenscheiben: Bisher waren sechs Techniker mit manuellen Hebezeugen und hängenden Lasten nötig. Nun wird eine zertifizierte „C"-Struktur verwendet, ein Kran positioniert sich einmal, und nur zwei Personen sind erforderlich. Die Ausführungszeit wurde halbiert, und der direkte Kontakt mit hängenden Lasten wurde eliminiert.
Bei den anderen drei Projekten ermöglichte eines durch die Installation eines Schneckensystems die millimetergenaue Ausrichtung der Filtertücher eines 300 t/h Bandfilters von außerhalb der Gefahrenzone, wodurch die Mensch-Maschine-Interaktion entfiel. Ein weiteres Projekt setzte in einer Trocknungsanlage dreiachsige Sensoren und künstliche Intelligenz zur Online-Überwachung ein, wodurch die Datenerfassung von drei Stunden direkter Exposition vor Ort auf drei Minuten im Büro verkürzt wurde und eine Echtzeit-Warnung bei Störungen möglich ist.
Das vierte Innovationsprojekt löste ergonomische Probleme bei der Wartung der Feeder Breakers in der Aufbereitungsanlage durch eine gelenkige Gleitvorrichtung zur Stützung des Werkzeuggewichts: Bisher benötigten zwei Techniker einen 14 kg schweren Schlagschrauber, um 152 Befestigungselemente anzuziehen. Nun kann eine Person die Arbeit erledigen, und das Risikoniveau sank von „sehr hoch" auf „niedrig".
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