US-amerikanische FCC stößt mit Anpassung der 2,4 Milliarden Dollar schweren E-Rate-Politik auf Widerstand
2026-06-29 11:07
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de.wedoany.com-Bericht: Die politische Anpassung des E-Rate-Programms durch die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) stößt auf heftigen Widerstand aus Bibliothekskreisen und von einigen Abgeordneten. Das Subventionsprogramm im Umfang von 2,4 Milliarden US-Dollar zielt darauf ab, Schulen und Bibliotheken Breitbandzugang zu ermöglichen.

Der demokratische Senator aus Massachusetts, Ed Markey, kritisierte in einem Interview mit Broadband Breakfast die Abstimmung der FCC vom Donnerstag zur Wiederaufnahme zentraler Aspekte der E-Rate-Politik. Markey, der als ursprünglicher Gestalter des mit dem Telekommunikationsgesetz von 1996 ins Leben gerufenen E-Rate-Programms gilt, erklärte in einer Stellungnahme, diese Abstimmung sei ein zutiefst besorgniserregender Schritt zur Schwächung von E-Rate, untergrabe die Bildungsgerechtigkeit, schade der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und könnte drei Jahrzehnte etabliertes Recht umstoßen.

Christine Morris, Digital Services Manager des Ohio Public Library Information Network (OPLIN), teilte Broadband Breakfast mit, dass sie besonders besorgt über einen Vorschlag in einer von der FCC eingeleiteten Untersuchung sei, der Bibliotheken dazu verpflichten könnte, selbst Bundeskonten bei der Universal Service Administrative Co. (USAC) zu erstellen und zu verwalten. Die Untersuchung fragt, ob das E-Rate-Programm schrittweise abgeschafft, verkleinert oder auf bestimmte Regionen beschränkt werden sollte, und schlägt vor, die Aufsicht über Beratungsfirmen durch die Anforderung jährlicher Offenlegungen und Zertifizierungen zu verschärfen. Zudem sollen Antragsteller und Dienstanbieter zusätzliche Informationen sammeln und einreichen.

Morris erklärte, dass das bestehende System, das die Antragsbearbeitung und Breitbandbereitstellung zentral über die staatlich finanzierte IT-Einrichtung Ohio Academic Resources Network (OARNet) abwickelt, die Last für die örtlichen Bibliotheken verringere. Viele kleine Bibliotheken verfügten nicht über das Personal, die Mittel oder das Fachwissen, um das Programm eigenständig zu betreiben. Sie glaubt, dass der Vorschlag der FCC es niemandem leichter machen würde.

Morris lehnt auch die erneute Prüfung der Leitlinien des Children's Internet Protection Act (CIPA) von 2000 durch die FCC ab. Sie plädiert dafür, die bestehende Auslegung beizubehalten, die es Gemeinschaften erlaubt, Internet-Sicherheitsstandards nach lokalen Bedürfnissen festzulegen. OPLIN hilft Bibliotheken bei der Einhaltung der CIPA-Anforderungen, um zu vermeiden, dass sie das Bundesystem direkt verwalten müssen.

Sherry Scheline, Direktorin der Donnelly Public Library in Idaho, verdeutlichte den finanziellen Druck kleiner Systeme und wies darauf hin, dass die Ausgaben für Netzwerkausrüstung im nächsten Jahr bei etwa 10.000 US-Dollar lägen, was etwa einem Achtel des jährlichen Budgets von rund 80.000 US-Dollar entspreche. Sie gab an, dass 83 % der US-amerikanischen Bibliotheken kleine oder ländliche Gemeinschaften bedienten und wichtige Zugangspunkte für Telemedizin, Jobsuche und Online-Lernen seien.

Morris ist der Ansicht, dass die Untersuchung der FCC eine breitere politische Debatte widerspiegele, ob die bundesstaatlichen Breitbandprojekte ihre Ziele bereits erreicht hätten oder noch ausgebaut werden müssten, insbesondere im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz mit wachsendem Konnektivitätsbedarf. Die American Library Association (ALA) hat die Kampagne „Save Our E-Rate" gestartet und drängt Bibliotheken, Schulen und Interessenvertreter, im Rahmen des Regelungsprozesses Stellungnahmen einzureichen.

In den letzten Monaten hat die FCC weitere Maßnahmen ergriffen, die das Programm betreffen. Im April 2026 genehmigte die FCC neue Regeln, die den administrativen Aufwand für Schulen und Bibliotheken beim Erhalt von E-Rate-Mitteln erhöhen. Im September 2025 hob die FCC eine Regel auf, die es Schulen und Bibliotheken erlaubte, E-Rate-Mittel für die Ausleihe von Wi-Fi-Hotspots zu verwenden.

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