Der belgische König Philippe stattete Vietnam am Dienstag seinen ersten Staatsbesuch ab, bei dem die beiden Länder eine Reihe von Kooperationsabkommen unterzeichneten, unter anderem über grüne Wasserstoffenergie.

Während des Treffens sagte der vietnamesische Präsident Luong Cuong, dass der Besuch von König Philippe eine neue Etappe in der Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern markiere. Laut der Website des EU-Rates forderte Luong Cuong Belgien außerdem auf, das Investitionsschutzabkommen zwischen Vietnam und der Europäischen Union zu ratifizieren, das 2019 unterzeichnet wurde, aber noch von weiteren EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss.
In den kommenden Wochen und Monaten werden voraussichtlich auch hochrangige EU-Politiker Vietnam im Rahmen einer Reihe von Besuchen besuchen, um die Beziehungen zwischen Hanoi und Brüssel zu vertiefen, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Handelsspannungen mit den Vereinigten Staaten. Der spanische Premierminister Pedro Sanchez und der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic werden Vietnam nächste Woche besuchen.
Der Besuch ist ungewöhnlich für den belgischen König Philippe, der normalerweise nicht mehr als einen Staatsbesuch pro Jahr in einem Land außerhalb der Europäischen Union macht. Während des Besuchs unterzeichnete der belgische Ingenieurkonzern Johan Cockerill eine vorläufige, nicht bindende Vereinbarung mit vietnamesischen Partnern zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Dabei handelt es sich um einen Kraftstoff, der durch einen auf erneuerbarer Energie basierenden Prozess aus Wasser gewonnen wird und als wichtige Entwicklungsrichtung im zukünftigen Energiesektor gilt.
Laut Unternehmenssprecher John Cockerill sind diese Vereinbarungen der erste Schritt zur Investition in eine Fabrik in Vietnam zur Herstellung von alkalischen Wasserelektrolyseuren unter Druck (Geräte zur Herstellung von Wasserstoff). Das Werk wird die gesamte Region Südostasien versorgen, die genaue Investitionssumme wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. Vietnam hat außerdem Pläne für den Bau von grünen Wasserstoffkraftwerken mit einer Erzeugungskapazität von etwa 15 Gigawatt bis zur Mitte dieses Jahrhunderts formuliert.









