Argentinien hat zum ersten Mal erfolgreich Erdgas aus Vaca Muerta über eine Pipeline aus Bolivien nach Brasilien exportiert. Dieser Schritt wurde von Total Energy SA TTEF.PA vorangetrieben und von der bolivianischen YPFB und der brasilianischen Matrix Energia bestätigt.
Das Abkommen, das nach über einjährigen Verhandlungen zwischen Unternehmen aus Argentinien, Bolivien und Brasilien erzielt wurde, soll einen stetigen Fluss argentinischen Erdgases nach Brasilien, einem der wichtigsten Erdgasmärkte Lateinamerikas, sicherstellen. Am Dienstag wurden erfolgreich rund 500.000 Kubikmeter Erdgas über eine Pipeline aus Bolivien nach Brasilien exportiert.
Matrix betonte in einer Erklärung: „Diese beispiellose Operation zielt darauf ab, die technische Machbarkeit des Logistiknetzwerks zu überprüfen.“ Zu diesem Zweck wurde zwischen der argentinischen Tochtergesellschaft von Total, dem bolivianischen staatlichen Ölkonzern YPFB und Matrix ein dreiseitiger Betriebsvertrag unterzeichnet, der rechtliche Garantien für den reibungslosen Export von Erdgas bietet.
Ein großes Hindernis bei den Verhandlungen war Boliviens anfängliche Zurückhaltung, Mautgebühren für die Nutzung seiner Infrastruktur zu erheben. Das Land zog es vor, Gas aus Argentinien zu kaufen und es an Brasilien weiterzuverkaufen. Allerdings wurden bei den Verhandlungen erhebliche Fortschritte erzielt. In den letzten Monaten konnten mehrere potenzielle Lieferverträge abgeschlossen werden, und die Parteien konnten sich schließlich auf eine Einigung einigen.
Diese Pipeline erfüllt seit vielen Jahren die wichtige Aufgabe, bolivianisches Erdgas nach Brasilien und Argentinien zu transportieren. Da jedoch Boliviens eigene Erdgasproduktion zurückgeht, sinken auch die Exporte, was die Suche nach neuen Lieferanten und Transportlösungen erforderlich macht. Der erfolgreiche Export des Vaca-Muerta-Gases löste nicht nur dieses Problem, sondern verschaffte Brasilien auch eine günstigere Versorgung mit Erdgas, was für den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zweifellos ein großer Sieg war.
Gleichzeitig würde eine Fortsetzung der Exporte auch für Argentinien erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Unter der marktfreundlichen Politik von Präsident Javier Milley wächst die Erdgasproduktion Argentiniens. Dieser neue Exportkanal wird dem Land eine neue Einnahmequelle eröffnen und so sein Energiehandelsdefizit verbessern.
Der Deal beinhaltet auch einen Spot-Vertrag, was bedeutet, dass die Lieferungen nach Brasilien unterbrochen werden können, um während der Wintermonate des Landes, wenn die Nachfrage höher ist, eine stetige Gasversorgung innerhalb Argentiniens sicherzustellen.
Auch der brasilianische Ölgigant Petrobras PETR4.SA hat großes Interesse an Vaca Muerta-Gas bekundet und strebt in den kommenden Jahren den Abschluss von Verträgen zum Import von Flüssigerdgas (LNG) an. Gleichzeitig verhandelt das Unternehmen mit Argentinien über die Lieferung von Erdgas per Pipeline.









