Portugals EDP plant bis 2030 Investitionen von rund 3 Milliarden Euro in Stromnetze
2026-06-29 17:45
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de.wedoany.com-Bericht: Miguel Stilwell d'Andrade, CEO des portugiesischen Energieversorgers EDP, erklärte kürzlich, dass EDP das Ergebnis jahrzehntelanger schwieriger und oft kontraintuitiver Entscheidungen sei. Diese Erfolgsgeschichte sei von Mut, Widerstandsfähigkeit und technischer Exzellenz geprägt, wobei der Konzern stets den Ehrgeiz verfolge, „mehr zu erreichen". Rund 48.000 Menschen waren bei dem Unternehmen beschäftigt. Die Internationalisierung begann Ende der 1990er Jahre mit dem Eintritt in den brasilianischen Markt, gefolgt von der Übernahme des viertgrößten spanischen Stromversorgers Hidrocantábrico im Jahr 2001. Ebenfalls in dieser Zeit entstand aus einem zunächst unterschätzten Vermögenswert der Ursprung des Windenergiegeschäfts. Der dritte große Sprung erfolgte 2007 mit dem Eintritt in den US-Markt – eine damals als kostspielig und bilanzbelastend angesehene Transaktion, die sich später als strategisch bedeutsam erwies.

Stilwell betonte, dass der Börsengang (IPO) im Jahr 2007 es EDP ermöglicht habe, die Subprime-Krise und die spätere „Troika"-Phase zu überstehen. Seitdem habe sich das Gesicht des Unternehmens grundlegend verändert – von einem auf Wärme- und Wasserkraft fokussierten Unternehmen hin zu einem Konzern, der Erdgas, Solarenergie und Speicherbatterien integriert. Der CEO bezeichnete diesen Wandel als entscheidend, um nicht „in der eigenen Vergangenheit verhaftet zu bleiben". Derzeit stammen über 90 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, und rund 80 % der Anlagen werden nicht in China gefertigt. In den letzten vier Jahren hat der Konzern 4,5 Milliarden Euro an Kapital aufgebracht und die Bilanz, die während der „Troika"-Phase stark unter Druck stand, deutlich gestärkt. „Heute haben wir eine solide Bilanz", so Stilwell. Gleichzeitig übte er Kritik an „Überrenditen", Sondersteuern und einer „extrem hohen Steuerlast". Stilwell wies darauf hin, dass Energie im Zentrum des globalen Wirtschaftswandels stehe und die Energiewende durch gesteigerte wirtschaftliche Unabhängigkeit und Effizienz positive Externalitäten erzeuge. Er ergänzte, dass Portugal derzeit das Land mit dem stärksten Anstieg des Strombedarfs sei, teilweise bedingt durch Rechenzentren, deren Auswirkungen sich in den nächsten fünf Jahren noch verstärken würden.

Der Nachfrageanstieg bringt Herausforderungen mit sich. EDP plant, bis 2030 rund 3 Milliarden Euro in die Stromnetze zu investieren und die jährlichen Investitionen auf 600 Millionen Euro zu erhöhen. Der CEO warnte jedoch vor dem Risiko eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage: „Die Nachfrage wächst kontinuierlich, während die Stromerzeugung nur langsam zunimmt. Die Genehmigungsfragen müssen gelöst werden." Er erklärte, dass bei nicht rechtzeitiger Reaktion Unterbrechungen drohten. „Ich habe keine Ahnung, wie das Jahr 2076 aussehen wird, aber ich weiß, dass wir Energie brauchen werden. Wir werden Sonnen-, Wasser- und Windenergie nutzen – wir brauchen bessere Netze. Der sicherste Weg führt über Kabel. Laser funktionieren nicht." Mit Blick auf den kürzlichen großflächigen Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel stellte er klar: „In Portugal beispiellos. Dass die gesamte Halbinsel ohne Energie war, ist unvorstellbar." Er warnte, dass bei einer verzögerten Wiederherstellung schwerwiegende Probleme auftreten könnten, auch in Krankenhäusern. Aus diesem Grund werde EDP die Fähigkeit des Stromsystems zum eigenständigen Wiederanlauf stärken und die Anzahl der Kraftwerke mit „Blackstart"-Fähigkeit auf vier erhöhen – also Infrastrukturen, die unabhängig vom Netz neu starten können. Hinsichtlich des Ausbaus von Rechenzentren bewertete der CEO die Investitionen als positiv, betonte jedoch, dass „die Energiekosten nicht sozialisiert werden dürfen". Es müsse der Mehrwert für die Wirtschaft bewertet und „sichergestellt werden, dass Entscheidungen strukturiert getroffen werden, was vorausschauend erfolgen muss."

Auf internationaler Ebene konzentriert sich EDP in den USA auf Solarenergie und Speicherbatterien, verfolgt bei Onshore-Windenergie aufgrund des regulatorischen Umfelds eine vorsichtige Strategie, und Offshore-Windenergie stößt trotz gewonnener Ausschreibungen auf Widerstand. Der CEO betonte die Fähigkeit des Konzerns, in komplexen Umgebungen zu agieren: „Wir haben uns in den USA mit chinesischen Aktionären entwickelt – das spricht Bände über unsere Fähigkeiten." Der Konzern expandiert zudem erfolgreich in Märkten wie Australien und Großbritannien. Mit Blick auf China räumte er Spannungen ein, hob aber die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens hervor. Zu einer möglichen Einrichtung eines Staatsfonds in Portugal lehnte er eine direkte Stellungnahme ab und erinnerte lediglich daran, dass „dies ein freier Markt" sei und „alle willkommen" seien. Die künftige Strategie besteht darin, die Investitionen in den profitabelsten Regionen zu verstärken, mit Schwerpunkt auf den Stromnetzen in Portugal und Spanien. Bei der Stromerzeugung schließt EDP Kohle aus und zeigt wenig Interesse an Kernenergie. Der CEO erklärte: „Ich bin nicht dagegen, aber es ist eine teure Technologie, die staatliche Garantien erfordert." Er bezweifelte die Machbarkeit einer Genehmigung für Kernkraftwerke in Portugal. Daher liege der Schwerpunkt weiterhin auf Wind-, Solarenergie und Speicherbatterien, ergänzt durch Erdgas. Sollten Ausschreibungen stattfinden, könnte die Wasserkraft vorangetrieben werden, doch es bestünden Hürden wie „zeitaufwändige Genehmigungen mit großer Unsicherheit. Diese Investitionen sind schwerfälliger und weniger wettbewerbsfähig."

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