de.wedoany.com-Bericht: Amazon sucht nach günstigeren KI-Alternativen zu Anthropics Claude-Modell, da Anthropic nach einer Vertragsneuverhandlung auf eine tokenbasierte Preisgestaltung umstellt. Dieses Modell könnte zu einem deutlichen Anstieg der KI-Nutzungskosten für Amazon führen. Die neue Preisstruktur tritt erst im nächsten Jahr in Kraft, doch Amazon erwägt bereits andere Optionen, darunter OpenAI.

Amazon ist stark auf Anthropics Modelle angewiesen. Sein Programmieragent Kiro, der Arbeitsassistent Quick und der verbraucherorientierte Dienst Alexa for Shopping nutzen alle Anthropics Modelle. Nach der Umstellung auf die tokenbasierte Abrechnung werden die Kosten für diese Abhängigkeit steigen. Amazon hatte zuvor eine interne Rangliste abgeschafft, die Mitarbeiter dazu anspornte, möglichst viele KI-Token zu verbrauchen.
Auf der Suche nach günstigeren Modellen richtet Amazon seinen Blick auf OpenAI, dem es bereits näher gekommen ist. Anfang des Jahres sagte Amazon OpenAI Investitionen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar zu, damit das KI-Labor seine Cloud-Infrastruktur nutzen kann, im Gegenzug für Modellzugriff. Vor diesem Geschäft investierte Amazon zunächst 4 Milliarden US-Dollar in Anthropic, eine Summe, die später auf mögliche 33 Milliarden US-Dollar anstieg.
Gleichzeitig baut Anthropic auch Partnerschaften außerhalb von Amazon aus. Das Unternehmen verpflichtete sich, in den nächsten fünf Jahren 200 Milliarden US-Dollar für Google Cloud und Chips auszugeben. Dieses Geschäft macht Google zu einem wichtigen Infrastrukturpartner neben AWS. Die jüngste Investition von Amazon in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar in Anthropic beinhaltet eine gegenseitige Verpflichtung, über 100 Milliarden US-Dollar bei AWS auszugeben, doch die Vereinbarung mit Google zeigt, dass Anthropic nicht mehr von einem einzigen Cloud-Anbieter abhängig ist.
Letzten Monat ordnete die US-Regierung die Schließung von Anthropics Modellen Fable 5 und Mythos 5 an, basierend auf einem Sicherheitsbericht von Amazon. Amazon-CEO Andy Jassy teilte Regierungsbeamten mit, dass Forscher des Unternehmens Fable 5 genutzt hätten, um Informationen zu erhalten, die für Cyberangriffe nützlich sind. Der Zeitpunkt wirft Fragen auf, da Amazon sich darauf vorbereitet, seinen eigenen, auf Cybersicherheit fokussierten KI-Agenten auf den Markt zu bringen.
Vertragsstreitigkeiten, die Hinwendung zu OpenAI und der Fable-5-Vorfall deuten gemeinsam darauf hin, dass die Beziehung zwischen Amazon und Anthropic in eine konfrontativere Phase eingetreten ist. Amazon bleibt einer der größten Investoren und Cloud-Kunden von Anthropic, doch beide Seiten haben nun Gründe, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu verringern. Für die gesamte KI-Branche wird das Zerbrechen dieser prominenten Partnerschaft zwischen Investor und Modellanbieter die Wettbewerbslandschaft neu zeichnen.
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