de.wedoany.com-Bericht: Am 30. Juni kündigte die britische Competition and Markets Authority (CMA) eine öffentliche Konsultation zu neuen Verhaltensanforderungen für die mobilen Plattformen von Apple und Google an. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden die beiden Unternehmen verpflichten, Regeln aufzuheben, die britische App-Entwickler daran hindern, Nutzer zu externen Kanälen außerhalb des App-Stores für Zahlungen, Abonnements oder Transaktionen zu leiten, um den Wettbewerbsdruck bei In-App-Transaktionen zu erhöhen. Die CMA erklärte, dass Gebühren für Weiterleitungen auf einem fairen, angemessenen und evidenzbasierten Rahmen basieren sollten, wobei die erwarteten Gebühren niedriger als die bestehenden App-Store-Provisionen sein sollten, sodass die eingesparten Kosten an britische Verbraucher weitergegeben oder in die Geschäftsinnovation der Entwickler reinvestiert werden können.
Diese Regulierungskonsultation zielt direkt auf die Gebühren- und Vertriebsregeln mobiler App-Stores ab. Die CMA erklärte, dass Apple in Großbritannien derzeit Entwicklern verbietet, entsprechende „Weiterleitungen" durchzuführen, während Google entsprechende Einschränkungen auferlegt, was es Entwicklern erschwert, Nutzer zu Zahlungskanälen außerhalb der offiziellen App-Stores zu leiten. Sollten die neuen Regeln in Kraft treten, erhielten britische App-Entwickler mehr Möglichkeiten, mit Nutzern über Preise, Abonnements und Transaktionsoptionen zu kommunizieren, und der Provisionsmechanismus der App-Stores würde einem stärkeren externen Vergleich ausgesetzt.
Die CMA bezieht gleichzeitig die Öffnung der Near-Field Communication (NFC)-Funktion von Apples iOS in die Diskussion ein. Die Regulierungsbehörde erklärte, dass einige Unternehmen berichten, Apple erhebe hohe Gebühren und strenge Bedingungen für die NFC-Funktion, was Drittanbieter daran hindere, kontaktlose Transaktionsdienste in iOS-Apps anzubieten. Die beiden Kernfragen, zu denen die CMA Stellungnahmen einholt, sind die technische Umsetzung der NFC-Öffnung sowie die Gebühren, die Entwickler für den Zugang zu dieser Funktion zahlen müssen. Sollten daraus formelle Anforderungen entstehen, könnten britische Fintech-Unternehmen und App-Entwickler in ihren eigenen iOS-Apps mehr kontaktlose Zahlungen, digitale Geldbörsen, Konto-zu-Konto-Zahlungen, digitale Währungen, Stablecoins, digitale Identitäten und Autoschlüsseldienste anbieten.
Die öffentliche Konsultation hat einen klaren Zeitplan. Die CMA verlangt, dass Rückmeldungen zur Konsultation über die Weiterleitungsanforderungen bis zum 28. Juli 2026 um 17:00 Uhr eingereicht werden, während Stellungnahmen zu den potenziellen NFC-Anforderungen bis zum 21. Juli 2026 um 17:00 Uhr abgegeben werden müssen. Im Rahmen des britischen Digital Markets, Competition and Consumers Act muss die CMA vor der formellen Einführung neuer Verhaltensanforderungen eine Konsultation durchführen, bevor sie entscheidet, ob die entsprechenden Regeln noch in diesem Jahr umgesetzt werden.
Das britische System für den digitalen Marktwettbewerb hat die mobilen Plattformen von Apple und Google bereits in den Fokus der Regulierung genommen. Die CMA hatte zuvor bestätigt, dass beide Unternehmen eine strategische Marktstellung bei mobilen Plattformdiensten in Großbritannien innehaben, wobei die Regulierung Betriebssysteme, App-Stores, Browser und wichtige Zugangspunkte des mobilen Ökosystems abdeckt. Die derzeitigen Maßnahmen zu Weiterleitungen und NFC-Öffnung sind nur ein Teil des Regulierungsplans für mobile Plattformen. Der Regulierungsansatz besteht nicht darin, die Plattformen zu zerschlagen, sondern Grenzen für die Plattformregeln zu setzen, um Entwicklern, Fintech-Unternehmen und Endnutzern mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten. Die CMA erwähnte auch, dass Google am 24. Juni neue globale Play-Store-Bedingungen angekündigt habe, wobei die entsprechenden Änderungen für den britischen Markt am 30. Juni in Kraft traten. Dazu gehört, dass Entwickler unter bestimmten Einschränkungen Nutzer zu Transaktionen außerhalb der Plattform leiten dürfen, sowie eine Anpassung der Gebührenstruktur. Die CMA wird im Rahmen ihrer weiteren Arbeit an mobilen Plattformen die tatsächlichen Auswirkungen dieser Änderungen auf Nutzer und Unternehmen bewerten.
Google hat bereits reagiert und erklärt, dass das Unternehmen die von der CMA an diesem Tag geforderten Änderungen vorgenommen habe, und wies darauf hin, dass die neuen Play-Store-Bedingungen es Entwicklern unter bestimmten Einschränkungen erlauben, Nutzer zu Transaktionen außerhalb der Plattform zu leiten, während die Gebührenstruktur angepasst wurde. Laut einem Bericht von Reuters hat Apple nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme reagiert.
Sollte diese Konsultation letztendlich in formelle Regeln umgewandelt werden, würde dies britische App-Entwickler, Abonnementdienste, Fintech-Apps und mobile Zahlungsdienstleister betreffen. App-Entwickler könnten mehr Spielraum für externe Zahlungen und die Kommunikation mit Nutzern erhalten, Verbraucher könnten mehr Preisoptionen sehen, und Apple und Google müssten die Plattformsicherheit, das Zahlungserlebnis, die Gebühren für Entwicklerdienste und die Kosten für die Einhaltung von Vorschriften neu ausbalancieren. Der regulatorische Wettbewerb bei mobilen Plattformen schreitet bereits in der EU, den USA, Japan und anderen Märkten voran. Dass Großbritannien nun die Weiterleitungsgebühren und die iOS-NFC-Öffnung parallel vorantreibt, zeigt, dass der Öffnungsgrad der zentralen Zugangspunkte des mobilen Ökosystems weiterhin ein Schwerpunkt der globalen Regulierung digitaler Märkte ist.









