de.wedoany.com-Bericht: Am 29. Juni verabschiedete das US-Repräsentantenhaus mit 267 Ja-Stimmen und 117 Nein-Stimmen den „Kids Internet and Digital Safety Act“ (Gesetz zur Internetsicherheit und digitalen Sicherheit von Kindern). Das Gesetz verlangt von Online-Plattformen, Kindern Methoden zur Einschränkung suchtfördernder Funktionen bereitzustellen und politische Mechanismen zu schaffen, um Kinder vor schwerwiegenden Online-Schäden wie sexueller Ausbeutung zu schützen. Das Gesetz erhielt Unterstützung von Abgeordneten beider Parteien und stellt einen wichtigen legislativen Schritt des US-Repräsentantenhauses in den letzten Jahren zur Förderung der Online-Sicherheit von Kindern dar. Es rückt auch die standardmäßigen Sicherheitseinstellungen von Plattformen, den Schutz der Privatsphäre von Kindern, elterliche Werkzeuge und die Verantwortung großer Technologieunternehmen wieder in den regulatorischen Fokus.
Dieses Gesetz ist keine punktuelle Reparatur einzelner Bestimmungen, sondern bündelt mehrere Themen der Online-Sicherheit von Kindern. Der Energie- und Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses hatte zuvor einen Kompromissvorschlag zu kindersicheren Standardeinstellungen, dem Schutz der Privatsphäre von Kindern und Jugendlichen, der Transparenz von Datenbrokern, elterlichen Schutzwerkzeugen und der Verantwortung von Plattformen erarbeitet.
Der Kern des Gesetzes besteht darin, Plattformen eine klarere Designverantwortung zu übertragen, wenn Kinder Internetdienste nutzen. Plattformen müssen Möglichkeiten bereitstellen, mit denen Kinder oder Familien Funktionen einschränken können, die leicht zu einer dauerhaften Nutzung verleiten, und Richtlinien entwickeln, um das Risiko von sexueller Ausbeutung, gefährlichen Inhalten und anderen schwerwiegenden Schäden für Minderjährige zu verringern. Die demokratische Abgeordnete Lori Trahan betonte bei der Förderung des Gesetzes, dass viele Familien bereits aufgrund von Online-Sicherheitsproblemen Tragödien wie Selbstverletzung und Tod erlitten hätten. Große Technologieunternehmen könnten sich nicht nur auf Aktienkurse und Nutzungsdauer konzentrieren; Plattformen müssten die Sicherheit von Kindern in die Standardeinstellungen aufnehmen, anstatt Eltern zu zwingen, in komplexen Optionen selbst nach Schutzmaßnahmen zu suchen.
Der US-Senat hatte zuvor im Jahr 2024 mit 91 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen eine verwandte Version des „Children's Online Safety Act“ verabschiedet. Die Senatsversion sieht eine stärkere „Sorgfaltspflicht“ vor und verlangt von Social-Media-Unternehmen, bei jungen Nutzern höhere Standards zu erfüllen.
Die vom US-Repräsentantenhaus verabschiedete Version könnte in der Folge auf Abstimmungsdruck mit dem Senatsentwurf stoßen. Einige Senatoren unterstützen strengere Plattformverantwortlichkeiten. Die republikanische Senatorin Marsha Blackburn steht ebenfalls in Kontakt mit dem Weißen Haus, um ein größeres Gesetzespaket mit Bestimmungen zur Online-Sicherheit von Kindern voranzutreiben. Sollten beide Kammern schließlich einen einheitlichen Text erzielen, stünden US-amerikanische Online-Plattformen, soziale Medien, Spieldienste, App-Stores und digitale Produkte für Minderjährige vor neuen Compliance-Anforderungen, darunter sichere Standardeinstellungen, Einschränkungen suchtfördernder Funktionen, Schutz von Kinderdaten und Mechanismen zur Schadensverhütung. Die Vorlage des Gesetzes zeigt auch, dass die US-Regulierung der Online-Sicherheit von Kindern von Anhörungen und Branchenkritik in eine konkretere Phase der Neugestaltung von Plattformregeln übergeht.









